DeFi-Daily: Tokenisierte Immobilienfonds auf dem Vormarsch

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IN KÜRZE
  • Der Liberty Real Estate Fund hat rund 30 Mio. USD in Immobilien-Assets tokenisiert.

  • Realio arbeitet an einer Lösung, welche Tokenisierungen ermöglicht und rechtlichen Bestimmungen Rechnung trägt.

  • MetaMask will Token Swaps direkt in der Wallet anbieten.

  • promo

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Ein noch weitgehend unerschlossener Markt im DeFi-Sektor sind tokenisierte Assets. Davon könnten insbesondere Immobilienprojekte profitieren, welche typischerweise unter mangelnder Liquidität leiden.



Auch andere illiquide Assets wie Unternehmensforderungen und Handelskredite können Tokenisiert werden. Wie BeInCrypto berichtete, werden diese Assets auch zunehmend als Sicherheiten für DeFi-Kredite interessant.

Liberty startet tokenisierten Immobilienfonds

Der Bau von Immobilien ist oft ein sehr profitables Investment, welches aber meist nur für Großinvestoren interessant ist. Das Zauberwort dabei lautet Liquidität. Immobilien sind hochgradig illiquide Assets, da ihre Eigner sie nur unter großen Mühen und Kosten abstoßen und in Bargeld umwandeln können.



Ein erster Schritt, um die Liquidität dieser Assets zu verbessern war die Einführung von Immobilienfonds, im Englischen auch als Real Estate Investment Trusts (REITs) bekannt. Allerdings steckt die Entwicklung von REITs noch in den Kinderschuhen. Gerade jüngere Projekte sind noch nicht börsennotiert, wodurch Eigner von REITs ihre Anteile nicht einfach über den Sekundärmarkt abstoßen können.

Indem man REITs tokenisiert, kann man den Handel der Anteile sehr einfach über Krypto-Börsen bewerkstelligen, welche registrierte Wertpapiere (“Security Tokens”) notieren. Dadurch werden die Hürden, in diese Investitionsmöglichkeiten einzusteigen, auch für Kleinanleger deutlich abgebaut.

Der Liberty Real Estate Fund hat kürzlich einen solchen tokenisierten Immobilienfonds auf den Weg gebracht. Dabei hat der Fonds Assets im Wert von 30 Mio. USD aus Immobilienprojekten tokenisiert. Dies geschah in Kooperation mit Securitize.io, einem Krypto-Unternehmen, welches sich auf die Tokenisierung von klassischen Finanzprodukten spezialisiert.

Konformer und dezentraler REIT-Handel mit Realio

Momentan fällt die Tokenisierung von Finanzprodukten noch in einen rechtlichen Graubereich. Besonders das US-Amerikanische Wertpapiergesetz setzt starke Einschränkungen dafür, wie Security Tokens erstellt und auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden können. Ähnlich wie Securitize will Realio die Ausgabe von Security-Tokens, vor allem für Immobilienfonds, vereinfachen.

Dazu betreibt das Unternehmen mit RealioX eine dezentrale Handelsplattform für tokenisierte Assets. Um für den Handel auf RealioX zugelassen zu werden, müssen Investoren allerdings einen KYC-Prozess durchlaufen. US-Investoren müssen sich gegebenenfalls als akkreditierte Investoren ausweisen, wie es verschiedene Regulierungen der SEC fordern.

Die Assets, welche durch Realio tokenisiert werden, können auf verschiedenen Blockchains wie Stellar, Algorand und Ravencoin verfügbar gemacht werden. Dabei nutzt die Plattform eingebaute Layer 1 Features dieser Blockchains, um sicherzustellen dass nur solche Investoren Assets erwerben können, welche auch juristisch dazu berechtigt sind. Für die Ethereum Blockchain arbeitet Realio an Smart Contracts, welche eine ähnliche Funktionalität bereitstellen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Tokenisierten Assets konform mit geltenden Wertpapiergesetzen ist.

Zusätzlich scheint Realio auch an einem Liquidity Mining Programm für ihren RIO Token zu arbeiten. Realio deutete dies über ihren Twitter-Kanal an, ohne jedoch weitere Details bekannt zu geben.

Damit profitiert die Plattform von den neuen Paradigmen im DEX-Handel mit automatischen Kursmaklern. Allerdings setzt RealioX nach wie vor auf manuelle Kursmakler für ihre Security Tokens. Auch hier könnte sich die Einführung eines automatischen Kursmaklers empfehlen. Es ist allerdings fraglich, ob man ein solches DeFi-Produkt mit den geltenden Wertpapiergesetzen in Einklang bringen.

Token Swaps bei MetaMask

Die beliebte Ethereum Wallet MetaMask will ihre ersten Schritte in den DeFi-Sektor wagen. Dazu will sie Token Swaps direkt in der Wallet ermöglichen. MetaMask kündigte an, dass das Feature zuerst für die Firefox-Extension der Browserbasierten Wallet verfügbar wird. Später sollen dann auch andere Browser, sowie die Mobilapp von MetaMask die Swaps unterstützen.

Die Ethereum Softwarefirma Consensys, welche hinter der MetaMask Wallet steck, hat ihr Vorzeigeprodukt stetig weiterentwickelt. Kürzlich konnten sie sich über eine Million monatliche Nutzer freuen.

Nun macht MetaMask mit Token Swaps den nächsten Schritt. Diese laufen über verschiedene dezentrale Handelsplattformen wie Uniswsp, Airswap und Kyber. Dadurch will die Wallet die jeweils günstigsten Swaps zu möglichst niedrigen Gaskosten finden. Über das Snap Plugin kann MetaMask auch auf Ethereums Layer 2 Netzwerke zugreifen. Durch DEXes wie Loopring, welche diese Netzwerke ebenfalls verwenden, lassen sich auch Swaps vollständig ohne Gaskosten realisieren.

Marktbericht

DeFiPulse berichtet derzeit ein Total Value Locked (TVL) von 10,14 Mrd. USD (-1,4 %). Der DeFiPulse Index steht bei 80,22 (+1,9 %). Die Märkte für DeFi-Tokens gewonnen insgesamt im Schnitt +2,5 %. USD.

Die größten DeFi-Plattformen sind derzeit Uniswap (2,23 Mrd., -0,3 %), Maker DAO (1,80 Mrd., -0,7 %), Aave (1,15 Mrd., -3,7 %) und Curve Finance (1,08 Mrd., -7,8 %).

Laut CoinMarketCap haben Yield Farming Plattformen ein TVL von 4,49 Mrd. USD.  Die größten Plattformen sind Uniswap (1,76 Mrd.) und Curve Finance  (1,07 Mrd.).

Stand: 8. Oktober 2020, 4:55 Uhr.

 

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Tobias verfügt über einen Bachelorabschluss in angewandter Informatik, sowie einen Masterabschluss in Kognitionswissenschaft mit Fokus auf kognitiver Psychologie und künstlicher Intelligenz. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Gent nahm er an einem Forschungsprojekt in Verbindung mit einem großen französischen Telekommunikationsanbieter teil. Hierbei erforschte er die Anwendung von Spieltheorie auf den gemeinschaftlichen Ausbau von WLAN-Netzen. Nachdem er die Universität verließ, wandte er sich dem Blockchain-Sektor zu, wo er als freier Forschungsmitarbeiter für Startup-Unternehmen arbeitet.

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