Adobe (ADBE) hat am Donnerstag Anil Chakravarthy als neuen Präsidenten und CEO benannt. Er folgt auf Shantanu Narayen, der nach 18 Jahren zurücktritt, da Bedenken wegen künstlicher Intelligenz (KI) den Kurs von Adobe belasten.
Narayen wird zum Vorstandsvorsitzenden und unterstützt Chakravarthy während der Übergabe, die ab 1. Dezember wirksam wird. Chakravarthy wird dann auch in den Vorstand von Adobe aufgenommen.
Die Übergabe der Führung
Chakravarthy leitete zuletzt bei Adobe den Bereich Kundenerlebnis sowie die weltweiten Vertriebsaktivitäten. Er ist seit fast sieben Jahren bei Adobe und war zuvor Geschäftsführer bei Informatica, einem Unternehmen für Datenmanagement. Informatica arbeitete damals unter Narayen bereits mit Adobe zusammen.
„Adobes Möglichkeiten sind grenzenlos, da wir immer wieder neue Märkte geschaffen und erstklassige Produkte entwickelt haben. Anil ist eine erfahrene Führungskraft, die mit Werten, Integrität und tiefer Kenntnis unseres Geschäfts führt.”
Shantanu Narayen, scheidender CEO von Adobe, in einer Mitteilung
„Ein wichtiger Grund, warum ich zu Adobe kam, war die Möglichkeit, mit ihm und dem Führungsteam von Adobe zu arbeiten.”
Anil Chakravarthy, neuer CEO von Adobe, in einem Interview von 2021 mit CNBC
Im Gegensatz dazu hat David Wadhwani angekündigt, Adobe zu verlassen, nachdem er fast fünf Jahre die Bereiche Kreativität und Produktivität geführt hatte.
Beobachter sahen ihn früher als möglichen CEO-Kandidaten, unter anderem wegen seiner Rolle bei Adobes geplantem Kauf des Designunternehmens Figma. Die Aufsichtsbehörden verhinderten jedoch 2023 die Übernahme.
Warum der Kurs von Adobe weiter fällt
Der Wechsel an der Unternehmensspitze erfolgt, während Adobe-Aktien weiterhin unter Druck stehen. Der Kurs fiel 2024 um 25%, 2025 um weitere 21% und liegt 2026 bisher 18% im Minus. Nach der Ankündigung am Donnerstag gab die Aktie im nachbörslichen Handel um rund 2% nach.
Der Rückgang spiegelt außerdem einen allgemeinen Trend unter Software-Aktien wider, die wegen KI-Ängsten verlieren. Investoren befürchten, dass generative KI-Tools die Nachfrage nach Software-Abonnements verringern könnten.
Auch andere Softwareanbieter stehen unter Druck, da kostenfreie oder günstige KI-Lösungen bewährte Abo-Modelle bedrohen.
Ob Chakravarthy die Entwicklung umkehren kann, hängt davon ab, wie leistungsfähig Adobes eigene KI-Tools sind. Er muss spätestens ab Dezember zeigen, dass diese mit den günstigeren Lösungen konkurrieren können.









