Der Kurs von Cardano (ADA) ist in weniger als einem Monat um etwa 35% gefallen. Gründer Charles Hoskinson gibt nun zu, dass er den Niedergang des Ökosystems nicht aufhalten kann.
Dieses Eingeständnis erfolgte, nachdem ein weiteres großes Projekt seine Schließung angekündigt hatte. Das wirft erneut eine direkte Frage auf: Ist Cardano dauerhaft tot oder handelt es sich nur um einen besonders heftigen Zyklustiefpunkt?
Ein schrumpfendes Ökosystem: Hoskinsons Warnung
Der bärische Ausblick beginnt bei Hoskinson selbst. Als er auf die Schließung der Analyseplattform Tap Tools reagierte, sprach er von einer Welle an Scheitern und sagte, er sei müde davon, „einen Niedergang zu verwalten“.
Die Daten bestätigen die Warnung. Der Cardano TVL (Total Value Locked, der Gesamtwert, der in DeFi-Anwendungen auf Cardano gebunden ist) ist von etwa 905 Millionen Ende 2024 auf nur noch 139,77 Millionen gefallen. Das entspricht einem Rückgang von 85%.
Auch der Handel hat deutlich nachgelassen. Das wöchentliche Handelsvolumen auf Cardano DEXes ist von einem Höchststand nahe 19 Millionen ADA Ende 2025 auf etwa 1,9 Millionen gefallen, was fast dem Tiefstwert des Jahres entspricht.
Die Nutzung des Netzwerks nimmt ebenfalls ab. Täglich aktive Adressen sind von einem Höchstwert von etwa 17.600 Ende 2025 auf etwa 14.900 gesunken. Zudem ist das Handelsvolumen des ADA-Tokens stark eingebrochen.
Das zeigt, dass das Netzwerk kaum verwendet wird und auch das Interesse an ADA nachlässt, obwohl der Kryptomarkt aktuell stark vom Handel und der Volatilität geprägt ist.
Hoskinson brachte sogar eine radikale Lösung ins Gespräch: Ein neues Cardano mit Proof-of-Burn und damit die Möglichkeit, kritische Halter zurückzulassen. Er behauptet, die Technologie sei solide, das Leios-Upgrade sei gegen Jahresende geplant. Schuld an der Entwicklung gibt er der wirtschaftlichen Lage und der Governance.
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Es bleibt die Frage, ob überhaupt noch ein Cardano-Projekt wächst – oder ob der Trend komplett negativ ist.
Die größten Protokolle verlieren, eine Ausnahme bleibt
Die meisten der größten Apps auf Cardano schwächeln gemeinsam mit der Blockchain. Minswap, die größte dezentrale Börse, hat etwa 11% ihres gebundenen Wertes im vergangenen Monat verloren. Das ist auch in den oben gezeigten DUNE-Daten sichtbar, die ein abnehmendes Handelsvolumen zeigen.
Indigo, ein Protokoll zum Minten synthetischer Vermögenswerte, verlor rund 19%. Djed, Cardanos Stablecoin, fiel um etwa 21%.
Sogar SoSoValue, eine Multi-Blockchain-Daten- und ETF-Analyseplattform, hat seinen Cardano-Anteil um etwa 19% verringert. Die Schwäche reicht also über native Projekte hinaus.
Nur ein Name trotzt dem Trend: Surf Lending, ein Kreditprotokoll, hat seinen gebundenen Wert in einem Monat um etwa 98% und in einer Woche um 14% gesteigert. Das ist der einzige grüne Wert unter den Top 10 und bringt zumindest einen Funken Hoffnung auf Fundamentalseite. Allerdings verwaltet Surf Lending lediglich etwa 4,62 Millionen USD.
Ein einzelnes kleines Protokoll kann keine Plattform retten, die Hunderte Millionen verloren hat. Entscheidender ist das Verhalten der Trader, die das meiste Kapital bewegen.
Smart Money und Wale haben das Vertrauen verloren
Die Positionierungsdaten sind deutlich negativ. Der Smart-Money-Index von Cardano, der zeigt, wie gut informierte Investoren im Vergleich zur Masse handeln, ist auf den niedrigsten Stand des Jahres 2026 gefallen. Dies geschah, nachdem der Kurs seit dem 10. Mai um mehr als 35% bei steigendem Verkaufsvolumen gesunken ist.
Das Interesse an gehebelten Positionen ist ebenfalls gesunken. Das Open Interest für ADA-Futures, also der Gesamtwert aller offenen Futures-Kontrakte, ist von etwa 1,6 Milliarden USD im September 2025 auf rund 324 Millionen USD zurückgegangen.
Dies passt zudem zu dem vorherigen Rückgang beim Handelsvolumen des Tokens und zeigt, dass es kaum ein klares Sentiment für den Token gibt, weder bullisch noch bärisch.
Auch große Halter, die sogenannten Wale, sind eher festgesetzt als zuversichtlich. Auf der Plattform Hyperliquid liegen fast alle großen Long-Positionen im Minus, mit Einstiegskursen zwischen 0,20 USD und 0,37 USD. Die meisten Halter behalten ihre Positionen trotz der Verluste.
Sogar Smart Money, laut Nansen AI, liegt neben der Spur. Nur eine einzige Short-Position ist profitabel, während die Long-Investitionen weiter Verluste verzeichnen.
Wenn diejenigen, die am meisten Geld bewegen, noch keine Kurserholung sehen, muss der Chart selbst überzeugen. Die einzige positive Nachricht ist, dass die verlustreichen Long-Positionen bisher nicht geschlossen wurden.
Es bleibt offen, ob dies ein Zeichen für Optimismus oder Verdrängung ist, je nachdem, wie sich der ADA-Kurs weiter entwickelt.
Das Cardano-Kursniveau, das die Frage entscheidet
Der Chart ist kurz, aber eindeutig: Der ADA-Kurs bewegt sich seit Anfang Januar in einem fallenden Kanal. Der Ausbruchsversuch am 10. Mai scheiterte und der Abwärtstrend setzte sich weiter fort.
Seit diesem Hoch im Mai bei etwa 0,29 USD ist ADA um etwa 35% gefallen und bewegt sich aktuell nahe 0,19 USD. Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei 0,17 USD. Sollte der Kurs unter 0,178 USD fallen, wären 0,141 USD beziehungsweise 0,094 USD als nächste Marken möglich. Diese Marken würden das Narrativ einer toten Blockchain stärken. Dieses Niveau ist derzeit nur etwa 9% entfernt.
Auf der Blockchain gibt es allerdings einen Hinweis in die andere Richtung: Die ADA-Abflüsse bei Spot-Börsen sind auf rund 2,26 Millionen USD gestiegen, was darauf hindeutet, dass einige Halter trotz der Angst weiterhin kaufen.
Für bullische Anleger würde eine Rückeroberung der 0,26 USD das Aus für die Niedergangsdebatte bedeuten. Dieses Szenario hätte mehr Gewicht, falls Protokolle wie Surf Lending wachsen und die Abflüsse anhalten.
Momentan trennt die Marke bei 0,17 USD einen möglichen weiteren Kursrutsch in Richtung 0,09 USD von einer Erholung, die die Untergangsszenarien verstummen lassen würde.









