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Weniger riskante Treasuries bieten jetzt höhere Rendite als S&P 500, Renditedifferenz bei minus 1,5%

  • S&P 500 Renditeabstand zu 10-jährigen Staatsanleihen sinkt auf minus 1,5 %
  • Der Spread ist seit 2022 um 440 Basispunkte gesunken, wie The Kobeissi Letter berichtet.
  • Ein negativer Equity Risk Premium: Drohen damit tatsächlich Probleme für Aktien? Der Equity Risk Premium, auch als Aktienrisikoprämie bekannt, misst den Unterschied zwischen der erwarteten Rendite von Aktien und der Rendite risikofreier Anlagen, beispielsweise US-Staatsanleihen. Normalerweise liegt dieser Wert im positiven Bereich, da Investoren für das höhere Risiko von Aktien eine zusätzliche Rendite erwarten. Ein negativer Equity Risk Premium bedeutet, dass Anleger aktuell eine geringere oder sogar negative zusätzliche Rendite für Aktien im Vergleich zu risikofreien Anlagen erhalten. Das kann auf folgende Faktoren hindeuten: 1. Hohe Bewertungen am Aktienmarkt: Sind Aktienkurse im Verhältnis zu ihren erwarteten Gewinnen sehr hoch, fällt der erwartete Aufschlag gegenüber Anleihen entsprechend niedrig oder sogar negativ aus. 2. Steigende Zinsen: Wenn die Renditen von Staatsanleihen zulegen, kann es ebenfalls zu einem negativen Equity Risk Premium kommen. 3. Geringe Gewinnerwartungen: Ertragserwartungen für Aktien können sich abschwächen, etwa durch konjunkturelle Unsicherheiten oder sinkende Unternehmensgewinne. Signalisiert das echte Probleme für Aktienmärkte? Kurzfristig: Ein negativer Equity Risk Premium kann darauf hindeuten, dass Aktien überbewertet sind oder das Rendite-Risiko-Verhältnis unattraktiv wird. Das kann fallende Kurse oder erhöhte Volatilität nach sich ziehen, da Anleger Kapital umschichten. Langfristig: Historisch gesehen kehrt der Equity Risk Premium meist wieder ins Positive zurück, teils durch Kurskorrekturen, teils durch steigende Gewinnerwartungen. Allerdings können längere Phasen niedriger Prämien schwaches Kurswachstum bedeuten. Fazit: Ein negativer Equity Risk Premium kann Warnsignal für den Aktienmarkt sein. Anleger sollten daher besonders aufmerksam bleiben, die Bewertungsniveaus prüfen und ihr Portfolio breit streuen, um Risiken zu managen.
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Die Renditedifferenz zwischen dem S&P 500 und zehnjährigen US-Staatsanleihen beträgt aktuell -1,5 Prozentpunkte. Das ist der niedrigste Stand seit 2009. Sicherere Staatsanleihen bringen bei dieser Kennzahl nun mehr als Aktien, berichtet The Kobeissi Letter.

Investoren erwarten normalerweise, dass Aktien mehr abwerfen als Anleihen, weil Aktien ein höheres Risiko haben. Allerdings steuert laut Kobeissi die Differenz auf einen dritten negativen Jahreswert in Folge zu, die längste solche Phase seit 2002.

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Was misst eine negative Renditedifferenz genau?

Die Ertragsrendite errechnet sich, indem man die Gewinne des S&P 500 durch den Indexstand teilt. Sie ist damit das Gegenteil des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV).

Zieht man davon die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ab, erhält man die sogenannte Risikoprämie für Aktien oder eben die Renditedifferenz. Bei einem positiven Wert erhalten Investoren einen Bonus für das Halten von Aktien, bei einem negativen Wert bieten US-Staatsanleihen den höheren Ertrag.

Seit 2022 ist die Differenz um 440 Basispunkte, also 4,4 Prozentpunkte, gefallen. Das ist laut Kobeissi, einem Markt-Kommentargeber auf X, der stärkste Rückgang über fünf Jahre seit den 1970ern.

Die Differenz ist geschrumpft, wenn Aktienkurse schneller steigen als die Gewinne oder wenn die Renditen von US-Staatsanleihen zulegen.

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Unter anderem haben ölbedingte Inflation und hohe Staatsverschuldung die Renditen weiter steigen lassen. Die zehnjährige Anleihe erreichte am 7. Oktober rund 5,36% und damit den höchsten Stand seit 2002.

Bei diesem Satz weist eine Differenz von -1,5 Prozentpunkten auf eine Ertragsrendite bei Aktien von etwa 3,9% hin. Das entspricht etwa dem 26-Fachen der vergangenen Gewinne.

Laut Kobeissi traten negative Werte in der Vergangenheit oft dann auf, wenn Investoren hohe Risiken eingingen und die Bewertungen hoch waren.

Bedeutet eine negative Prämie, dass Aktienkurse zwangsläufig fallen?

Nicht unbedingt. Der Bloomberg-Kolumnist Nir Kaissar fand 2025 heraus, dass diese Kennzahl die Aktienrendite für ein bis fünf Jahre nur schwach vorhersagt.

Allerdings war der Zusammenhang mit zehnjährigen Renditen stärker: Mit einer Korrelation von 0,51 deuten niedrigere Prämien auf schwächere Erträge in der langen Frist hin.

Im Vergleich dazu zeigen die erwarteten Gewinne ein ruhigeres Bild: Der S&P 500 notiert laut FactSet beim etwa 19-Fachen der geschätzten Gewinne. Das ergibt eine Ertragsrendite von rund 5,3%, was etwa auf Höhe der zehnjährigen US-Staatsanleihe liegt.

The Kobeissi Letter rechnet im vierten Quartal mit vielen Ereignissen, doch allein die Renditedifferenz liefert keinen klaren Wendepunkt. Weil der S&P 500 nah an seinen Rekorden liegt, aber nur wenige Aktien diese Dynamik tragen, hängen die aktuellen Bewertungen stark davon ab, dass die Anleihenrenditen stabil bleiben.

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