Südkoreanische Polizei hat zum ersten Mal eine Untersuchung gegen inländische Nutzer der Plattform Polymarket eingeleitet, weil ihnen illegales Glücksspiel vorgeworfen wird.
Die Gangwon Provinzpolizei führt die Ermittlungen auf Wunsch der koreanischen Nationalpolizei durch. Die Ermittler nehmen Nutzer im ganzen Land ins Visier, die über die Vorhersageplattform Wetten abgeschlossen haben.
Polymarket bewegt sich in Südkorea in einer rechtlichen Grauzone
Polymarket arbeitet legal in den USA, wo die Plattform im September 2025 von der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) freigegeben wurde. In Südkorea gibt es jedoch strenge Regeln für Wetten. Diese sind dort nur über staatliche Angebote wie Pferderennen oder Sportwetten erlaubt.
Chosun Biz berichtet, dass südkoreanische Vorschriften Wetten auf alle Dienste außer Sports Toto verbieten. Diese Plattform wird von der Korea Sports Promotion Foundation (KSPO) betrieben. Pro Wette gilt ein Limit von 100.000 Won, etwa 65 USD.
Trotz dieser Regelung waren die Wahlen am 3. Juni ein aktiver Wettmarkt auf Polymarket. Die Höhe der Einsätze bei diesen Wetten lag Berichten zufolge bei mehreren Hundert Milliarden Won.
Nutzer von Polymarket müssen daher mit Geldstrafen von bis zu 10 Millionen Won, ungefähr 6.500 USD, rechnen. Das steht so in Artikel 246 des Strafgesetzbuches, der Glücksspiel und wiederholtes Glücksspiel regelt.
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Rechtsanwalt An Chang-bo, Leiter der Kanzlei Respect Law Office, vertritt einige der betroffenen Nutzer. Er erklärte, dass die Rechtslage unsicher ist, weil es noch keine vergleichbaren Fälle gibt.
„Es scheint, dass die Voraussetzungen für den Straftatbestand Glücksspiel erfüllt sind. Allerdings ist es schwierig, die Höhe einer möglichen Strafe abzuschätzen, da es in Korea noch keine Fälle von Strafen für die Nutzung von Polymarket gab“, sagte er.
Im Mai erklärte eine Sprecherin der Korea Communications Standards Commission, die für die Überwachung von Rundfunk und Online-Medien zuständig ist, gegenüber Bloomberg News, dass die Behörde eine offizielle Prüfung eingeleitet habe, um festzustellen, ob die Plattform Glücksspiel darstellt oder gegen nationales Recht verstößt.
Der Fall erfolgt zu einer Zeit, in der Polymarket die Einhaltung von Vorschriften weltweit verschärft. Angesichts steigender Sanktionen und rechtlicher Anforderungen verlangt die Plattform von Tradern zunehmend eine Identitätsprüfung.
Polymarket prüft zudem die Erschließung neuer Märkte. Dazu zählt auch ein Antrag auf Zulassung in Japan bis 2030.
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