Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS) hat den XRP Ledger getestet, um offizielle Statistiken fälschungssicher zu machen. Dabei kamen Blockchain-Hashes zum Einsatz, mit denen sich die Herkunft und Integrität von Daten überprüfen lassen.
Das BIS-Arbeitspapier Nr. 1374 wurde am 2. September veröffentlicht. Es beschreibt, wie kryptografische Fingerabdrücke offizieller Datensätze direkt auf dem XRPL verankert werden, anstatt die Daten selbst auf der Blockchain zu speichern.
So funktioniert das Proof-of-Concept der BIS
Das Arbeitspapier befasst sich mit einer konkreten Lücke im SDMX, dem Standard für internationalen Austausch von offiziellen Wirtschafts- und Finanzstatistiken. SDMX bietet bisher keinen nativen kryptografischen Mechanismus, der es ermöglicht, Daten nach einer Weitergabe zu validieren.
Forscher haben für jedes Datenset einen kryptografischen Fingerabdruck mit SHA3-512 erzeugt, mehrere Fingerabdrücke zu einem Merkle-Baum zusammengefasst und den entstandenen Root-Wert auf dem XRPL verankert.
Eine signierte W3C Verifiable Credential identifiziert den Herausgeber, sodass Nutzer Urheberschaft und Datenintegrität mit einem einzigen Ledger-Abruf überprüfen können.
„Konkret wurde ein bestimmter Typ von Blockchain – der XRP Ledger (XRPL) – als Proof-of-Concept genutzt, weil er niedrige nominale Gebühren, schnelle Konsens-Finalität, viele Entwicklerressourcen und eine technische Analyse des Konsens-Protokolls bietet”, erklärte die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in ihrem Papier.
Nur die Fingerabdrücke werden auf der Blockchain verzeichnet. Die zugehörigen Statistiken verbleiben außerhalb der Blockchain. So bleibt die Vertraulichkeit erhalten, während gleichzeitig ein einziger Eintrag im Ledger Tausende Datensätze abdecken kann.
Laut den eigenen Messungen im Paper lag die durchschnittliche Veröffentlichungszeit des Prototyps zwischen drei und fünf Sekunden, die Überprüfungszeit zwischen einer und zwei Sekunden. Die offene Referenzimplementierung der BIS ist unter BIS Open Tech verfügbar.
Warum der XRP-Token selbst keine Rolle spielte
Jede Verankerungstransaktion im Prototyp enthielt einen minimalen, festen Betrag von zehn Drops, etwa 0,00001 XRP, ausschließlich um die technischen Anforderungen für die Aufnahme ins Ledger zu erfüllen. Der Token diente allein als Transaktionsgebühr, wurde aber im System weder als Asset verfolgt, getauscht noch referenziert.
Die Architektur des Papiers macht dies deutlich. Das Kostenmodell behandelt die XRPL-Gebühr als vernachlässigbaren Posten. Effizientes Batching lässt die On-Chain-Kosten im Vergleich zu Speicherung und Verarbeitung wirtschaftlich fast bedeutungslos werden.
Das ist entscheidend, denn das Forschungspapier benennt damit einen weiteren institutionellen Anwendungsfall für den XRPL als technische Infrastruktur. Allerdings bedeutet das nicht, dass die BIS das Netzwerk für offizielle Aufgaben nutzt oder XRP selbst als Vermögenswert einsetzt.
„Das passt zu anderen Tests von Institutionen auf öffentlichen Rails. Sie wollen keine Presse-Tour, sie veröffentlichen einfach den Test. Wenn ein Ledger das Niveau für offizielle Aufzeichnungen erreicht, folgt die nächste Phase”, sagte Vandell Aljarrah, Mitgründer von Black Swan Capitalist, auf X.









