Die Rendite der US-30-jährigen Treasury ist am Mittwoch auf 4,85 % gefallen, den niedrigsten Stand seit dem 15. April, nachdem US-Präsident Trump eine Entspannung der Lage mit Iran im Zusammenhang mit dem Schiffsverkehr in der Straße von Hormus signalisiert hatte.
Die Anleihenkurse stiegen, da die Nachricht den Ölpreis sinken ließ, wodurch kurzfristige Inflationssorgen nachließen und die Nachfrage nach langlaufenden Staatsanleihen stieg.
Ölrückgang ließ die 30-jährige Treasury-Rendite sinken
In einem Truth Social-Post erklärte Trump, dass Iran bestätigt habe, keine Gebühren oder Abgaben auf Schiffe zu erheben, die die Straße von Hormus passieren. Er warnte zudem, die Verhandlungen würden sofort beendet, sollte diese Aussage falsch sein.
Dieses Signal beruhigte die Sorgen rund um die Wasserstraße, welche etwa ein Fünftel des globalen Öls transportiert. Sinkende Ölpreise folgten kurz darauf.
West Texas Intermediate (WTI) lag fast unter 70 USD pro Barrel, zum ersten Mal seit dem 2. März. Der Brent-Ölpreis fiel kurzzeitig auf ungefähr 74 USD, den niedrigsten Wert seit Beginn des Konflikts Ende Februar.
Niedrigere Energiekosten entlasten einen wichtigen Treiber der kurzfristigen Inflation. Diese Aussicht lockte Käufer in die Treasuries, wodurch die Kurse stiegen und die Renditen fielen.
Der Rückgang machte einen großen Teil des starken Frühjahrsverkaufs wieder wett. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe hatte am 19. Mai 5,19 % erreicht, den höchsten Stand seit 2007, als Kriegsängste zu höheren Inflationserwartungen führten.
Straffe Fed erschwert die Aussichten
Die Rallye steht im Widerspruch zur aktuellen Botschaft der Federal Reserve. Der neue Vorsitzende Kevin Warsh beließ die Zinssätze am 17. Juni bei 3,5 % bis 3,75 %, allerdings wurden die Projektionen straffer.
Nach der aktuellen Einschätzung sehen die meisten Verantwortlichen den Zins Ende 2026 bei 3,8 %, also über dem aktuellen Bereich. Das deutet eher auf eine Erhöhung statt einer Senkung als Grundannahme hin. Diese straffen Fed-Signale verfolgen eine Inflation, die von der Fed für 2026 bei 3,6 % erwartet wird.
Diese Entwicklung zeigt sich in der Zinskurve. Die auf die Geldpolitik empfindliche 2-jährige Rendite liegt weiterhin über 4,2 %, also nahe mehrmonatiger Höchststände, obwohl die längeren Laufzeiten stärker fallen.
Niedrige Renditen am langen Ende beeinflussen dennoch die Finanzierungskosten. Der 30-jährige Festzins für Hypotheken fiel Mitte Juni auf 6,47 %, nach 6,81 % vor einem Jahr, wie Daten von Freddie Mac zeigen.
Diese Entlastung könnte jedoch nicht von Dauer sein. Der Ökonom Nouriel Roubini, der unter anderem die Immobilienkrise 2008 erkannt hat, warnt davor, dass langlaufende Anleihen weiter gefährdet bleiben, falls die Inflation erneut ansteigt.
„Bei sechs Prozent Inflation und zwei Prozent real müsste die Rendite der 10-jährigen Anleihe bei acht Prozent liegen. Heute ist sie bei vier. Geht sie von vier auf acht, fällt der Kurs der Anleihe um 40 %…”, sagte Roubini zu BeInCrypto.
Aktuell richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf den Inflationsbericht am Donnerstag, der als bevorzugter Indikator der Fed gilt und den nächsten entscheidenden Wert zur Inflation liefert.
Bis dahin sorgen verschiedene Marktrisiken seitens der Fed und im Nahen Osten weiter für Volatilität bei den Renditen. Für den Moment hat der günstigere Ölpreis den langen Laufzeiten der Kurve etwas Luft verschafft.









