Der Preis für eine Feinunze Gold lag am 24. Juni 2026 um 9:05 Uhr ET bei 3.972 USD. Damit fiel Gold zum ersten Mal seit November 2025 dauerhaft unter die 4.000-USD-Marke.
Der Kursrückgang folgte auf einen Truth Social-Post von US-Präsident Trump, in dem er die Bedingungen des Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran klarstellte. Dazu gehören keine Gebühren für Schiffe in der Straße von Hormuz sowie die kontrollierte Freigabe iranischer Gelder, die ausschließlich für den Kauf von US-Landwirtschaftsprodukten verwendet werden dürfen.
Gold fällt unter 4.000 USD: Trumps Klarheit beim Iran-Abkommen beschleunigt Abverkauf
Gold eröffnete in der vorherigen Sitzung bei rund 4.113 USD, bevor der Kurs deutlich fiel. Im Vergleich zum Allzeithoch von 5.608 USD im Januar 2026 beträgt der Rückgang jetzt etwa 29%.
Ähnlich wie Gold zeigte auch der Silberpreis deutliche Schwäche und notierte unter 60 USD, was dem höheren Beta von Silber bei Veränderungen im Risikosentiment entspricht.
Die Erklärung von Trump am 24. Juni ging gezielt auf Zweifel an dem Rahmenabkommen Mitte Juni ein. Sie betonte, dass der Handel während des 60-tägigen Verhandlungszeitraums gebührenfrei bleibt. Zudem werden iranische Gelder nur für amerikanische Landwirte eingesetzt, etwa für den Kauf von Mais, Weizen, Sojabohnen und anderen Grundnahrungsmitteln für den iranischen Bedarf.
Diese Klarheit sorgte dafür, dass sich der wegen Kriegsrisiken eingepreiste Aufschlag bei Gold rapide verringerte. Erfahrungen aus bisherigen Konflikten im Nahen Osten zeigen, dass die Nachfrage nach sicheren Häfen bei Entspannungssignalen schnell zurückgehen kann, auch wenn längerfristige Inflations- oder Angebotsrisiken weiterhin bestehen.
Peter Schiff zum Rückgang
Gold-Befürworter Peter Schiff sieht in solchen Rücksetzern potenzielle Kaufgelegenheiten. Er warnt davor, auf weitere Rückgänge zu warten, weil die Märkte mit ihren Erwartungen an starke Zinserhöhungen der Fed die anhaltende Inflation unterschätzen.
Schiff meint außerdem, dass politisch motivierte Kurswechsel künftig tendenziell Edelmetallen und nicht Aktien zugutekommen könnten, weil die aktuellen Markterwartungen nicht zur Realität passen.
Der Fortschritt bei der erneuten Öffnung der Straße von Hormuz reduziert kurzfristige Risiken für den Ölmarkt und dämpft die damit verbundenen Inflationserwartungen.
Standfeste Wirtschaftsdaten aus den USA stützen derzeit gleichzeitig die Realrenditen und die Stärke des US-Dollars, was traditionell Gegenwind für Gold als nicht verzinsende Anlage bedeutet.
Die Marke von 4.000 USD galt nach der Rallye 2025 und Anfang 2026 als wichtige psychologische Unterstützung.
Das Unterschreiten dieses Niveaus signalisiert, dass der Markt die akute Phase des Iran-Konflikts nun weitgehend ausgepreist hat.
Die kurzfristige Entwicklung hängt weiter vom echten Fortschritt bei dem Abkommen ab. Strukturelle Faktoren wie Käufe durch Zentralbanken bestehen aber fort und stützen langfristig bullische Anleger.









