Iranische Krypto-Nutzer haben nach US–israelischen Luftangriffen schnell Geld von heimischen Börsen abgezogen. Dadurch stiegen die Auszahlungen bei der größten Plattform des Landes um 700 Prozent.
Nobitex hat mehr als 11 Millionen Nutzer und berichtete über ein Handelsvolumen von 7,2 Milliarden USD im Jahr 2025.
Warum das wichtig ist:
- Die Welle von Panikabhebungen zeigt, wie schnell geopolitische Schocks die Krypto-Märkte in Ländern mit Sanktionen ins Wanken bringen können.
- Zudem wird deutlich, dass digitale Werte eine Art finanzielle Rettung sind, wenn traditionelle Systeme bedroht werden.
Die Details:
- Die Blockchain-Analysefirma Elliptic meldete einen 700-Prozent-Anstieg der Auszahlungen bei Nobitex, der größten Krypto-Börse Irans, direkt nach den Luftangriffen.
- Nobitex wurde zuvor mit den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) in Verbindung gebracht und soll von der iranischen Zentralbank genutzt worden sein, um den Rial zu stützen.
- Laut Chainalysis berichteten mehrere iranische Börsen, darunter Nobitex und Ramzinex, dass sie am 2. März offline waren.
- Grund dafür könnten von der Regierung angeordnete Internetsperren oder Schäden an der Infrastruktur durch die Bomben sein.
- On-Chain-Daten von Arkham Intelligence zeigen, dass Nobitex in den letzten zwei Tagen keine ausgehenden Transaktionen mehr auf seiner Ethereum-Adresse zuließ.
- Dagegen laufen TON-Transaktionen weiter – Analysten vermuten allerdings Aktivität von Bots. Auffällig ist außerdem, dass DOGE im Moment der größte Coin auf der Plattform ist.
Das große Ganze:
Die Auszahlungen zeigen, dass Krypto in Konfliktgebieten zwei Seiten hat: Es dient als Instrument für Kapitalflucht und finanzielle Sicherheit. Gleichzeitig ist es aber auch anfällig, wenn es zu Internetausfällen oder staatlichen Eingriffen kommt.
Der Krypto-Sektor im Iran, der durch Sanktionen und Währungskrisen geprägt ist, steht nun angesichts der angespannten geopolitischen Lage vor neuen Störungen.