Die Altcoin-Marktkapitalisierung (TOTAL2) blieb im Februar unter 1 Billion USD. Die Stimmung am Markt ist aktuell so negativ wie seit Jahren nicht mehr. Viele Anleger erwarten, dass die Altcoins bald einen Boden bilden, nachdem die Kurse nun schon fünf Monate in Folge gefallen sind.
Das erste Quartal 2026 könnte trotzdem Chancen bieten. Doch Anleger brauchen objektive Signale, um die gesamte Lage besser beurteilen zu können.
SponsoredAnhaltender Verkaufsdruck und zersplitterte Liquidität belasten den Altcoin-Markt
Laut einem Bericht von CryptoQuant erreichte der Verkaufsdruck auf Altcoins (ohne Bitcoin und Ethereum) den höchsten Wert seit fünf Jahren.
Die aufsummierte Kauf/Verkaufs-Differenz liegt in den letzten 13 Monaten bei minus 209 Mrd. USD. Im Januar 2025 war dieser Wert fast null, also gab es damals ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Seitdem fällt er stetig, ohne eine Umkehr.
Dieser extreme Zustand unterscheidet sich komplett vom Bärenmarkt im Jahr 2022. Damals verlangsamte sich der Verkaufsdruck und der Markt bewegte sich seitwärts, bevor er sich erholen konnte. Allerdings ist diese Verlangsamung im aktuellen Zyklus nicht zu sehen.
„Das ist kein Dip. Es sind 13 Monate durchgehendes Nettoverkaufen auf CEX-Spot. -209 Mrd. heißt nicht Boden. Es heißt, die Käufer sind weg“, sagte Analyst IT Tech .
Außerdem können die Daten aus dem Derivatehandel zusätzliche Hinweise für die nächsten Wochen geben. Momentan halten Trader viel mehr Long-Positionen auf Bitcoin als auf Altcoins. Dies sieht man in den Long-/Short-Ratio-Zahlen von Alphractal.
In dieser Grafik siehst du, dass zum ersten Mal in der Geschichte das Long-Verhältnis von Bitcoin seit vier Monaten über dem Durchschnitt der Altcoins liegt. Folglich setzen kurzfristige Trader inzwischen weniger auf Altcoins und hoffen nicht mehr auf große Kursschwankungen bei diesen Coins.
Außerdem ist die gesamte Marktkapitalisierung der Altcoins zurück auf das Niveau von vor fünf Jahren gefallen, also unter 1 Billion USD. Das Analyse-Konto OverDose stellte fest, dass der größte Unterschied nun in der Anzahl der Token liegt: Vor fünf Jahren gab es erst ungefähr 430.000 Coins. Aktuell sind schon 31,8 Millionen Token gelistet, das ist etwa 70-mal mehr.
Zu viele Token kämpfen um ein Markt-„Stück“, das aber nicht gewachsen ist. Deshalb ist die Erholung fragil und viele kleine Token sind gefährdet.
Wenn man die Top 10 Coins außen vor lässt, liegt die restliche Marktkapitalisierung bei weniger als 200 Mrd. USD. Das Chartbild zeigt ein Kopf-Schulter-Muster, und diese Marktkapitalisierung nähert sich ihrer Nackenlinie als Unterstützung. Analyst Pentoshi meinte, dass die Altcoins selbst bei einer Erholung wohl keine großen Gewinne erzielen werden.
„Selbst wenn Alts hier steigen sollten, werden die Gewinne wahrscheinlich nicht groß sein. Ich denke, sie werden irgendwann neue Tiefs machen… Meiner Meinung nach dauert es noch eine Weile, bis sich das auflösen kann“, sagte Analyst Pentoshi.
Laut CoinGecko-Recherche sind 53,2 Prozent aller Kryptowährungen auf GeckoTerminal bis Ende 2025 gescheitert. 2025 allein fielen 11,6 Millionen Token aus.
Der aktuelle Bärenmarkt könnte dauerhaft verändern, wie Anleger im Altcoin-Bereich Kapital anlegen. Die Community wird vielleicht wählerischer, sie achtet stärker auf Liquidität und Fundamentaldaten und verringert das Risiko mit spekulativen kleinen Token.