Anthropic hat bestätigt, dass der Zugriff auf Claude-Abonnements für Dritthersteller-Agenten-Tools, einschließlich OpenClaw, ab dem 5. April um 12 Uhr PT gesperrt wird.
Durch diese Entscheidung werden tausende Entwickler, die autonome Workflows auf den Festpreis-Tarifen von Claude aufgebaut haben, gezwungen, entweder die API-Tokenpreise zu zahlen oder auf konkurrierende Modelle umzusteigen.
Warum Anthropic OpenClaw aus Claude-Abos entfernt hat
Boris Cherny, der Leiter von Claude Code bei Anthropic, gab die Einschränkung bekannt. Dabei erklärte er, dass die Abonnements nie für die starke Nutzung durch Dritthersteller-Agenten-Tools gedacht waren.
„Kapazität ist eine Ressource, die wir mit Bedacht verwalten, und wir priorisieren unsere Kunden, die unsere Produkte und die API nutzen”, teilte er mit.
Das wirtschaftliche Ungleichgewicht war in den vergangenen Monaten größer geworden. Agenten-Schleifen in OpenClaw können innerhalb einer einzelnen Session Millionen Token verbrauchen.
An einem Nachmittag können automatisierte Debugging-Prozesse genug Token verbrauchen, um Standard-API-Kosten von über 1.000 USD zu verursachen. Das macht 200-Dollar-Festpreis-Abos für Anthropic sehr unprofitabel.
Anthropic bietet betroffenen Abonnenten eine einmalige Gutschrift in Höhe der Monatsgebühr, vergünstigte Nutzungspakete sowie vollständige Rückerstattungen für Kündigungen an.
Entwickler-Proteste und Hinweise auf Abwanderung
Die Reaktionen erfolgten schnell, einige Nutzer haben bereits ihr Abonnement gekündigt. Das allgemeine Sentiment ist, dass die Entscheidung als Eingeständnis gesehen wird, dass Anthropic mit Open-Source-Agenten nicht konkurrieren kann.
„Nein danke. Abo gekündigt. Neue Modelle sind bereits eingerichtet”, schrieb ein Nutzer.
Entwickler Alex Finn nannte es einen „massiven Fehler” und prognostizierte, dass lokale Modelle innerhalb von 6 Monaten die Leistung von Opus 4.6 erreichen werden.
Er beschrieb ein hybrides Setup, bei dem Claude Opus als Orchestrator arbeitet und Gemma 4 sowie Qwen 3.5 für die Ausführung genutzt werden. Die Kosten belaufen sich auf etwa 200 USD pro Monat.
Andere kritisieren Anthropic und werfen dem Unternehmen vor, Nutzer zu täuschen. Sie argumentieren, dass zuerst die Nutzung als Grund genannt wurde und später eingeräumt wurde, dass Eigenprodukte im Vordergrund stehen.
Nutzer fordern transparente Token-Budgets für jede Abo-Stufe und rechtzeitige Ankündigungen bei zukünftigen Änderungen.
Der Zeitpunkt verdeutlicht eine größere Strategie bei Anthropic, da das Unternehmen seinen Microsoft-365-Konnektor künftig für alle Claude-Tarife inklusive Free ausrollt.
Die Integration verbindet Claude mit Outlook, SharePoint, OneDrive und Teams. Microsoft positioniert damit sein Angebot direkt gegen den 30-USD-pro-Nutzer-Monatspreis von Microsoft Copilot.
OpenClaw-Erfinder Peter Steinberger ist kürzlich zu OpenAI gewechselt, VentureBeat. Dies verschärft den Wettbewerb zusätzlich.
Anthropic baut unterdessen mit Claude Cowork ein eigenes Produkt als Alternative zu Agenten-Tools von Drittherstellern auf. Diese Einschränkung lenkt die Nutzer verstärkt zu diesem Angebot.
Ob die verlorene Entwickler-Zuversicht die Einsparungen bei der Infrastruktur übertrifft, bleibt mit Blick auf das zweite Quartal 2026 eine offene Frage.