Apple hat für das Juni-Quartal einen neuen Rekord gemeldet, sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn wurden die Erwartungen von Wall Street übertroffen. Trotzdem sank die Aktie nachbörslich am Donnerstag, da Investoren genauer prüften, wie die guten Zahlen zustande kamen.
Die Erlöse aus dem Service-Geschäft und der Umsatz in Großchina lagen unter den Erwartungen der Analysten. Ein einmaliger Zollerstattungsbetrag hob zudem den Gewinn, sodass Trader nun abwägen, wie viel von dem Quartal tatsächlich auf eine beständige Nachfrage hinweist.
Apple Q3-Ergebnis basiert auf iPhone- und Mac-Stärke
Im Quartal bis zum 27. Juni wurden 109,42 Milliarden USD Umsatz erzielt, das sind 16% mehr als im Vorjahr. Der verwässerte Gewinn je Aktie stieg um 29% auf 2,02 USD, während der Konsens bei 1,89 USD lag.
Das Mac-Geschäft sorgte dieses Quartal für die größte Überraschung. Diese Sparte brachte 10,35 Milliarden USD ein, das sind etwa 29% mehr als im Vorjahr und lag deutlich über den Schätzungen von rund 8,7 Milliarden USD.
Die iPhone-Umsätze stiegen um 22% auf 54,25 Milliarden USD. Jeder geografische Bereich wuchs zweistellig, zudem erreichte der Bestand aktiver Geräte einen neuen Rekordwert.
„Heute ist Apple stolz, das beste Juni-Quartal der Unternehmensgeschichte bekanntzugeben, mit zweistelligem Umsatzwachstum bei iPhone, Mac und Services sowie in allen geografischen Regionen”, sagte Tim Cook, Apple-CEO, in der Pressemitteilung zum Ergebnis.
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Zollerstattungen beeinflussen Qualität der Zahlen
Die Bruttomarge lag bei 50,1%, allerdings steuerten Zollerstattungen etwa 2 Prozentpunkte dazu bei und erhöhten den Gewinn je Aktie um 0,11 USD. Ohne diesen Sondereffekt fällt das starke Ergebnis deutlich geringer aus.
Diese Rückzahlungen gehen auf das Supreme-Court-Urteil zu Zöllen im Februar zurück, das die globalen Zölle des Weißen Hauses aufhob. Ein solcher Vorteil dürfte sich in der gleichen Höhe nicht wiederholen.
Die Service-Sparte wuchs um 12% auf 30,74 Milliarden USD, lag damit aber unter den Schätzungen von rund 31,2 Milliarden USD. Apple nannte unter anderem Wechselkurs-Effekte als Grund. Die Umsätze in Großchina stiegen um 22% auf 18,82 Milliarden USD, dennoch hatten Analysten nach den jüngsten Anteilsgewinnen mehr erwartet.
Wie Trader die Lage einschätzen
Die Aktie schloss am Donnerstag bei 338,43 USD, ein Minus von 0,56%. Nachbörslich fiel sie auf etwa 317,66 USD. Die Marktkapitalisierung beträgt derzeit rund 4,97 Bio. USD, liegt also knapp unter der 5 Bio. USD-Grenze, die die Aktie Anfang der Woche erreichte.
Der jüngste Lauf schuf das Problem: Apple legte im Juli etwa 15% zu und schloss eine Woche der Megacap-Berichte ab, die die Erwartungen bereits über eine normale Ergebnisverbesserung hinausgetrieben hatten.
Einige Analysten hatten einen Bewertungsrisiko vorab angemahnt, darunter auch Warnungen zur Apple-Bewertung von Investor Dan Niles. Die schwachen Service-Zahlen verstärken diese Argumentation.
Der Bericht markiert zudem Cooks letztes Quartal als CEO. John Ternus übernimmt am 1. September und wird damit ein weiterer Faktor in einem Septemberquartal, das zudem unter einem begrenzten Speicherchip-Angebot und steigenden Preisen für Hardware leidet.
Die Ausblicke aus dem Earnings Call sind nun wichtiger als die nackten Zahlen. Trader beobachten deshalb genau, ob das Management auf eine erneute Beschleunigung des Wachstums im Service-Bereich hinweist oder ob dieses Quartal das Hoch des aktuellen Zyklus darstellt.









