Arthur Hayes, der Mitgründer von BitMEX, sagt, dass Absicherungen von institutionellen Händlern gerade den aktuellen Abwärtsdruck auf den Bitcoin-Kurs verstärken.
Am 7. Februar schrieb Hayes auf X und verwies auf strukturierte Finanzprodukte, die mit BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) verbunden sind.
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Er sagt, dass fallende Bitcoin-Kurse dazu führen, dass Finanzinstitute, die solche Produkte herausgeben, den zugrundeliegenden Coin verkaufen müssen, um ihr Risiko zu steuern. Fachleute aus dem Finanzbereich nennen diesen Vorgang „Delta-Hedging“.
Hayes erklärte zudem, dass diese strukturierten Produkte oft von großen Banken herausgegeben werden, um institutionellen Kunden Zugang zu Bitcoin zu ermöglichen. In den Produkten gibt es besondere Risikomanagement-Elemente, etwa einen sogenannten Kapital-Schutz.
Sobald der Marktpreis so weit fällt, dass diese vorab festgelegten Levels erreicht werden, müssen Händler ihre Positionen schnell anpassen, um das Risiko auszugleichen.
Obwohl dieser Mechanismus schon aus klassischen Aktienmärkten bekannt ist, betonte Hayes, dass er im Krypto-Bereich eine Rückkopplung erzeugt. Das heißt: Wenn verkauft wird, kommt es oft zu noch mehr Verkäufen. Dadurch kann der Kurs noch schneller fallen.
„Ich werde eine vollständige Liste aller von Banken ausgegebenen Produkte erstellen, um besser zu verstehen, an welchen Punkten es zu schnellen Anstiegen oder starken Einbrüchen beim Kurs kommen kann“, schrieb Hayes.
Allerdings stellte Hayes klar, dass er nicht an eine „geheime Verschwörung“ glaubt, um den Markt abstürzen zu lassen.
Er betonte außerdem, dass diese Derivate nicht selbst zu Kursbewegungen führen, sondern die Schwankungen – sowohl nach oben als auch nach unten – verstärken.
SponsoredEr ergänzte, dass der Markt froh darüber sein sollte, dass es keine Rettungsmaßnahmen gibt. So kann der gehebelte Handel auf natürliche Weise wieder abgebaut werden.
Hayes‘ Kommentar kommt in einer unruhigen Woche für den Kryptomarkt. Der Bitcoin-Kurs hat vor Kurzem den schwächsten Tag seit dem Zusammenbruch der FTX-Börse im November 2022 erlebt.
Andere Marktteilnehmer begründen den Rückgang zudem mit breiten makroökonomischen Herausforderungen und sogar Sorgen wegen der Sicherheit rund um Quantencomputer.
Zum Vergleich sagte Franklin Bi, General Partner von Pantera Capital, dass die Kursschwankungen eher an einer angeschlagenen Nicht-Krypto-Firma liegen als an typischen Akteuren aus der Branche. Das erklärte er auf X.
Bi glaubt, dass der Verkäufer eher ein großes Unternehmen aus Asien war. Diese Firma blieb zuerst unbemerkt, weil sie wenig direkte Verbindungen zu Krypto-nativen Handelspartnern hat.
Nach Bis Einschätzung war das Unternehmen wohl mit gehebelten Strategien auf Binance aktiv. Das Kapital kam über den sogenannten Yen Carry Trade aus Japan.
Diese beiden Analysen zeigen, dass es im Bereich der digitalen Werte einen grundlegenden Wandel gibt.
Immer öfter bestimmen komplexe Handelsstrategien – und nicht nur, was Privatanleger denken – die Kursentwicklung von Bitcoin.