Die asiatischen Aktien-Märkte erlebten am Montag einige der größten Tagesverluste seit Jahren. Zudem stieg der Ölpreis erstmals seit 2022 über 100 USD je Barrel. Wegen des sich ausweitenden Iran-Kriegs suchen Anleger zunehmend Schutz im Dollar und ziehen sich aus riskanten Anlagen wie Krypto zurück.
Der Ausverkauf zeigt, dass der Markt ein längeres Konfliktszenario inzwischen stärker einpreist. Da die Straße von Hormus praktisch geschlossen ist und iranische Angriffe sich im Golf ausbreiten, warnen Analysten, dass sich die schlimmsten Folgen erst noch in den Kursen niederschlagen könnten.
Aktien-Kurse fallen in der gesamten Region
Der Nikkei 225 in Japan verlor 6,2 Prozent auf 52.166 Punkte direkt zu Handelsbeginn. Der breitere Topix gab 4,3 Prozent nach. Südkoreas Kospi sank um 6,3 Prozent. Vor allem Samsung Electronics und SK Hynix, beide jeweils mit rund 7 Prozent im Minus, belasteten den Index. Der australische S&P/ASX 200 fiel um 3,3 Prozent. Auch die S&P 500 Futures gaben um 1,6 Prozent nach. Die Nasdaq-100 Futures fielen sogar um bis zu 2 Prozent — das deutet auf weitere Verluste in den US-Märkten zum Handelsstart hin.
Der WTI-Preis stieg auf bis zu 111 USD, während Brent beim asiatischen Handelsbeginn nahe 110 USD gehandelt wurde. Beide notieren damit so hoch wie seit Anfang 2022 nicht mehr. Die Straße von Hormus bleibt quasi blockiert und Förderländer am Golf beginnen, die Produktion zu kürzen. Ein separater Bericht behandelt die Lage am Ölmarkt ausführlich.
Geopolitische Lage verschärft sich
Am Sonntag griff Iran Nachbarstaaten am Golf an. Katar, Kuwait und Bahrain meldeten Raketen- und Drohnenangriffe. Die USA ordneten den Abzug nicht unbedingt benötigter Botschaftsmitarbeiter aus Saudi-Arabien an. Am Montag feuerte Iran die ersten Raketen in Richtung Israel ab — unter dem neu eingesetzten Obersten Führer, Ayatollah Mojtaba Khamenei. US-Präsident Donald Trump sagte, die Angriffe würden „andauern, bis sie kapitulieren oder, wahrscheinlicher, vollständig zusammenbrechen“.
US-Dollar legt zu, Krypto-Kurse fallen
Der US Dollar Index (DXY) stieg um 0,69 Prozent auf 99,67. Dadurch setzte sich die Flucht in den US-Dollar als sicheren Hafen fort, zudem bestehen weiter Inflationsrisiken und langfristige Probleme bei der Energieversorgung. Der Goldpreis sank dagegen um 2,2 Prozent auf 5.056 USD je Unze. Die Erwartung an längerfristig hohe Zinssätze macht Anlagen ohne Rendite weniger attraktiv. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um fünf Basispunkte auf 4,19 Prozent.
Der Bitcoin-Kurs fiel um 1,4 Prozent auf 66.374 USD. Ether gab 1,1 Prozent auf 1.950 USD nach und folgt somit der allgemein risikoarmen Marktstimmung. Analysten sagen, dass bisher vor allem der US-Dollar vom Konflikt profitiert, da die USA als sicherer Hafen gelten und zudem Nettoenergieexporteur sind. Weitere Kursgewinne hängen davon ab, wie lange der Krieg andauert.
Die Zahl der neuen US-Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft sank im letzten Monat um 92.000 — das ist einer der stärksten Rückgänge seit der Pandemie und erhöht zusammen mit dem ohnehin schwachen wirtschaftlichen Umfeld das Risiko von Stagflation.