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Späteinsteiger will sich EU-Kryptoregulierung vor Deadline sichern

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Phil Haunhorst

24 Januar 2026 10:30 CET
  • Binance beantragt MiCA-Lizenz für gesamte EU über Griechenland – Frist im Juli 2026 läuft
  • Griechische Basis bietet strategischen und wenig genutzten Weg für paneuropäische Lizenzierung
  • Später Schritt beseitigt regulatorisches Risiko, stößt aber auf starke Konkurrenz durch lizenzierte Rivalen
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Binance macht still und leise wichtige Schritte in einer Ecke Europas, die die Krypto-Landschaft auf dem ganzen Kontinent verändern könnte.

Binance startet spät in Griechenland – doch die Ziele sind groß

Das Magazin Fortune berichtete, dass Binance offiziell die EU-weite MiCA-Lizenz über die neu gegründete griechische Tochterfirma Binary Greece beantragt hat.

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Mit diesem Schritt will Binance die vollständige Einhaltung des Markets in Crypto-Assets (MiCA) Rahmens vor der wichtigen Frist am ersten Juli 2026 erreichen. Ab diesem Datum dürfen Plattformen ohne Lizenz keine Nutzer in der EU und im EWR mehr bedienen oder müssen mit Beschränkungen rechnen.

„Krypto-Dienstleister, die ihre Angebote vor dem dreißigsten Dezember 2024 nach geltendem Recht bereitgestellt haben, dürfen dies bis zum ersten Juli 2026 oder bis zur Erteilung oder Ablehnung einer Genehmigung nach Artikel 63 weiterhin tun, je nachdem, was früher eintritt”, so die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde.

Die Entscheidung, den Antrag in Griechenland und nicht in üblichen Krypto-Hochburgen wie Malta oder Luxemburg zu stellen, ist ein überraschender strategischer Schritt.

Mit einem eingetragenen Kapital von 25.000 EUR (fast 30.000 USD) und als Aktiengesellschaft mit nur einem Anteilseigner zeigt Binary Greece, dass Binance langfristig in Europa Fuß fassen will.

Die griechischen Behörden sind zwar nicht für schnelle Lizenzvergaben bekannt, bieten aber dennoch einen potenziell schnellen Genehmigungsweg und ein weniger überfülltes regulatorisches Umfeld. Dadurch wird das Land zu einem aufstrebenden Hotspot für Krypto-Aktivitäten.

MiCA, das seit 2023 gilt, sorgt für einheitliche Krypto-Regeln in allen 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie im EWR. Insgesamt leben dort rund 450 Millionen Menschen.

Wer in einem Mitgliedsstaat eine Lizenz erhält, kann seine Dienste überall in der EU anbieten. So entfallen nationale Einzelanmeldungen und der Aufwand für die Einhaltung der Regeln sinkt.

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Für Binance würde die MiCA-Genehmigung den Weg für europaweite Geschäfte ebnen – von Handel bis Verwahrung und stabilen Token-Angeboten. So könnten zudem frühere Untersuchungen in Ländern wie Frankreich adressiert werden.

Binance im MiCA-Wettlauf: Schafft es die Krypto-Börse, den Anschluss zu halten?

Mehrere andere große Börsen haben bereits eine MiCA- oder vergleichbare CASP-Lizenz erhalten, darunter:

  • Kraken über Irland
  • Coinbase über Luxemburg
  • Bybit EU über Österreich
  • OKX in Malta
  • Crypto.com, Bitpanda und Gemini.

Mit diesen Lizenzen können die Unternehmen fast überall in der EU operieren und sichern sich Vorteile im geregelten Markt.

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Binance kommt zwar später, nutzt aber seine Größe und Erfahrung, um schnell aufzuholen. Dadurch könnte das Unternehmen wieder Marktanteile in Europa gewinnen. Vorherige Einschränkungen hatten das Wachstum dort gebremst.

Die griechische Tochtergesellschaft wurde für unbegrenzte Dauer gegründet. Das zeigt: Binance bleibt langfristig in Europa und plant keine kurzfristige Lösung.

Die Frist im Juli 2026 macht Druck auf Binance und andere internationale Anbieter. Um Dienste wie diese anzubieten, ist vollständige MiCA-Konformität Pflicht:

  • Ausgabe von stabilen Token
  • Börsenhandel und
  • Verwahrung im ganzen Verbund.

Bemerkenswert ist zudem, dass einzelne EU-Staaten wie Frankreich, Italien und Österreich Bedenken am MiCA-Passsystem angemeldet haben.

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Sie schlagen mehr zentrale Kontrolle durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) vor. Eine Änderung am Regelwerk jetzt würde allerdings große Unsicherheit bringen.

Ein mögliches Ja für Binance bedeutet nicht automatisch einen besonderen Vorteil, da auch andere große Anbieter MiCA-Genehmigungen haben. Dennoch beseitigt der Schritt einen zentralen Unsicherheitsfaktor, stärkt das Ansehen und ermöglicht günstigeres Wachstum in ganz Europa.

Mit Binary Greece setzt Binance also bewusst auf den EU-Markt und auf die neue, aufstrebende griechische Krypto-Community.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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