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Bitcoin steigt wieder über die 70.000-USD-Marke – Banken warnen vor überraschender Inflation vor den CPI-Daten

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Phil Haunhorst

10 März 2026 12:17 CET
  • Bitcoin-Kurs steigt wieder über 70.000 USD – Warten auf US-Inflationsdaten am Mittwoch
  • Wall-Street-Prognose: Verbraucherpreise steigen im Februar voraussichtlich um 0,27 Prozent – mehr als im Januar
  • Fed sieht Wahrscheinlichkeit von 97,4 Prozent für unveränderte Zinsen – Hoffnung auf Zinssenkung richtet sich auf Mittwochs-Daten
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Bitcoin (BTC) ist am 10. März wieder über die 70.000 USD-Grenze gestiegen. Am Dienstag erscheint der Verbraucherpreisindex (CPI) für Februar. Verschiedene Banken an der Wall Street rechnen dabei mit einer schnelleren monatlichen Teuerung, als es die Märkte erwartet hatten.

Der Februar-CPI erscheint zu einem wichtigen Zeitpunkt. Bitcoin bewegte sich seit zwei Monaten zwischen 63.000 und 75.000 USD, nachdem der Coin rund 45 Prozent seit dem Hoch im Januar 2026 bei über 126.000 USD verloren hatte.

Warum aktuelle Wall-Street-Zahlen bullische Bitcoin-Investoren alarmieren sollten

Zum jetzigen Zeitpunkt liegt der Bitcoin-Kurs bei 70.984 USD. Damit ist der Kurs in den letzten 24 Stunden um fast fünf Prozent gestiegen.

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Bitcoin-Kursentwicklung
Bitcoin-Kursentwicklung. Quelle: BeInCrypto

Der neue Wert wird vor der Veröffentlichung des Februar-CPI erwartet und ist eines der US-Wirtschaftsereignisse, die diese Woche die Stimmung für Bitcoin beeinflussen könnten.

Die mittlere Prognose von 16 großen Banken, die vom WSJ befragt wurden, liegt für den Gesamt-CPI bei 0,27 Prozent gegenüber dem Vormonat. Das ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Wert von 0,17 Prozent im Januar, wie die BLS-Daten zeigen. Auf Jahresbasis bleibt die Prognose bei 2,4 Prozent.

Insbesondere die monatliche Steigerungsrate steht für viele Händler im Fokus. Der Wert von 0,17 Prozent im Januar hatte unter anderem damit zu tun, dass der US-Regierungsstillstand im Oktober 2025 das BLS dazu zwang, Umfragedaten zu schätzen.

Diese Lücke zwischen gemeldeter und tatsächlicher Inflation ist ein Grund dafür, warum sogar eine scheinbar stabile Jahresteuerung versteckte Teuerungsrisiken enthalten kann.

Banken uneinig

Die Schätzungen der Banken unterscheiden sich stark und zeigen damit eine große Unsicherheit. Goldman Sachs ist mit 0,18 Prozent monatlicher Gesamt-CPI-Prognose besonders vorsichtig.

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Citigroup (0,31 Prozent), Moody’s (0,33 Prozent), Morgan Stanley (0,33 Prozent) und Nomura (0,33 Prozent) rechnen laut WSJ-Umfrage aber jeweils mit einem Wert über 0,3 Prozent im Monatsvergleich.

Februar-CPI-Prognosen von Wall-Street-Banken
Februar-CPI-Prognosen von Wall-Street-Banken. Quelle: Nick Timiraos auf X

Der Marktanalyst TheBullishTradR sieht die Marke von 0,3 Prozent beim monatlichen Kern-CPI als Auslöser für Abwärtsdruck bei Bitcoin. Liegt der Wert bei dieser Marke oder darüber (was vier der 16 befragten Banken erwarten), könnte Bitcoin auf unter 68.000 USD oder sogar in Richtung 65.000 USD fallen.

Bei einem niedrigeren Wert unter 0,2 Prozent im Monatsvergleich sieht der Analyst hingegen Chancen auf eine bullische Entwicklung mit einem kurzfristigen Ziel von 72.000 USD.

Die Korrelation zwischen Bitcoin und S&P 500 liegt aktuell bei 0,30. Damit ist die kurzfristige Richtung von Krypto eng an diese Konjunkturdaten gekoppelt.

Korrelation Bitcoin/S&P 500
Korrelation Bitcoin/S&P 500. Quelle: newhedge

Der CBOE Volatility Index (VIX) liegt aktuell bei 29,5; das zeigt, dass die Märkte schon vor der Veröffentlichung nervös sind.

Fed bleibt standhaft – Zinssenkungen rücken dennoch näher

Gleichzeitig preist das CME FedWatch Tool eine Wahrscheinlichkeit von 97,4 Prozent für einen unveränderten Leitzins bei der nächsten Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank am 18. März ein. Ein Anstieg gilt als ausgeschlossen. Das aktuelle Zielband der US-Notenbank liegt bei 350–375 Basispunkten.

Wahrscheinlichkeiten für Fed-Zinsentscheid
Wahrscheinlichkeiten für Fed-Zinsentscheid. Quelle: CME FedWatch Tool

Erwartungen für Zinssenkungen im weiteren Jahresverlauf hängen jedoch direkt vom weiteren CPI-Verlauf ab. Ökonomen von JPMorgan sagten im Januar voraus, dass die US-Notenbank den aktuellen Zinssatz bis 2026 beibehält und im dritten Quartal 2027 um 25 Basispunkte anhebt.

Laut der Bank könnte sich der Arbeitsmarkt bis zum zweiten Quartal verknappen und der letztliche Rückgang der Inflation ziehe sich nur langsam hin. Goldman Sachs und Barclays rechnen dagegen mit Zinssenkungen im September und Dezember 2026.

CoinShares betont in der Prognose für 2026, dass ein Stagflationsszenario (anhaltende Inflation bei nachlassendem Wachstum) ein negatives Szenario für Bitcoin wäre; in diesem Fall könnte eine Untergrenze bei etwa 70.000 USD liegen.

Dieses Szenario wird wahrscheinlicher, wenn sich im April zeigt, dass die Verzerrungen in den BLS-Daten vom Oktober aufgehoben werden und die Inflation bei den Wohnkosten stärker steigt, als es die aktuellen Zahlen anzeigen.

„An der Wall Street geht man davon aus, dass die Inflation, gemessen am Verbraucherpreisindex (CPI), im Februar seitwärts verläuft und weiter bei den niedrigsten Zwölf-Monats-Raten der vergangenen fünf Jahre bleibt – zumindest bis April. Dann könnten die Verzerrungen bei der Datenerhebung und Schätzung durch den Regierungs-Shutdown im Oktober vollständig verschwinden”, warnte der Ökonom Nick Timiraos.

Die Zahlen vom Mittwoch werden noch kein vollständiges Bild liefern. Da die BLS-Schätzungen weiterhin für eine Glättung der Wohnkosten sorgen, spiegelt selbst eine niedrige Überschrift im Februar möglicherweise nicht den tatsächlichen Kostendruck wider, der sich unter der Oberfläche aufbaut.

Der April-Bericht zum Verbraucherpreisindex könnte somit wichtiger für die Einschätzung der weiteren Entwicklung des Bitcoin-Kurses sein, da dann die Verzerrungen voraussichtlich komplett entfernt sind.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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