Bitcoins starker Ausverkauf Ende Januar hat die Diskussion darüber verstärkt, ob der Markt kurz vor einem zyklischen Tief steht – oder ob eine weitere Abwärtsbewegung folgt.
Laut Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital, deuten die aktuellen Kursbewegungen darauf hin, dass die Risiken nach unten weiter hoch sind. Folglich könnte der Bitcoin-Kurs in den nächsten Wochen oder Monaten auf langfristige, technische Unterstützungszonen zusteuern.
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In einer Analyse für die Kunden von Galaxy schrieb Thorn, dass der Bitcoin-Kurs vermutlich weiter nach unten driftet – erst in Richtung 70.000 USD und dann möglicherweise bis auf den 200-Wochen-Durchschnitt bei ungefähr 60.000 USD in den kommenden Wochen oder Monaten.
„…historisch gesehen waren diese Kursniveaus gute Einstiegspunkte für langfristige Anleger”, schrieb Thorn.
Zwischen dem 28. Januar und dem 31. Januar ist Bitcoin um etwa 15 Prozent gefallen. Allein am Samstag gab es einen Rückgang von 10 Prozent, der zu Long-Liquidationen von über 2 Mrd. USD an verschiedenen Derivate-Plattformen führte. Das war einer der größten Liquidationsvorfälle aller Zeiten.
Der Kurs sank kurzzeitig auf bis zu 75.644 USD an der Coinbase-Börse und lag damit fast 10 Prozent unter dem durchschnittlichen Einstiegskurs der US-Spot-Bitcoin-ETFs, der auf etwa 84.000 USD geschätzt wird.
Zwischendurch lag BTC auch unter dem durchschnittlichen Kaufpreis der Strategie von etwa 76.000 USD und näherte sich dem Tiefstand aus dem April 2025 während des „Tariff Tantrum“.
Sponsored SponsoredDurch den Rückgang sind immer mehr Anleger im Minus. Thorn erklärte, dass jetzt ungefähr 46 Prozent des umlaufenden Bitcoin-Bestands mit Verlust gehalten werden. In der Vergangenheit trat dieser Zustand meist gegen Ende von Bärenmärkten auf.
On-Chain-Daten zeigen zudem eine „dünne“ Besitz-Zone zwischen 70.000 und 80.000 USD, was laut Thorn die Wahrscheinlichkeit für weitere Rückgänge erhöht, wenn die Nachfrage schwächelt.
„On-Chain-Daten, Schwäche an wichtigen Kursmarken, Unsicherheiten am Makromarkt und fehlende kurzfristige Impulse sprechen dafür, dass BTC in den kommenden Wochen oder Monaten auf den 200-Wochen-Durchschnitt zusteuert”, schrieb Thorn in einem weiteren Beitrag.
Er ergänzte, dass der realisierte Preis, der aktuell nahe bei 56.000 USD liegt, sowie der 200-Wochen-Durchschnitt um 58.000 USD sich in früheren Zyklen oft an den Wendepunkten getroffen haben.
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Auch die gesamtwirtschaftliche Lage belastet die Stimmung. Bitcoin hat es bislang nicht geschafft, sich wie Gold und Silber bei erhöhter geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit zu erholen. Das schwächt die Wahrnehmung als Absicherung gegen Entwertung.
Während Rohstoffe als sicherer Hafen gesucht wurden, blieb Bitcoin zurück. Diese ungewöhnliche Entwicklung, so Thorn, spreche gegen die übliche Story des Coins.
Dennoch zeigen nicht alle Indikatoren weiter abwärts. Zum Beispiel bleibt die Ansammlung von großen Inhabern ruhig, jedoch hat der Verkauf von langfristigen Inhabern, der im Jahr 2025 durchschnittlich etwa 500 Mio. USD täglich erreichte, inzwischen nachgelassen. Historisch fiel ein Rückgang solcher Verkäufe oft mit einem Kurstief zusammen.
Einige Marktbeobachter sehen Parallelen zu 2020. Bull Theory erinnert an August jenes Jahres: Damals erreichte Gold seinen Höchststand, bevor das Kapital in risikoreiche Werte wie Bitcoin floss und so dessen starke Rally bis 2021 befeuerte.
Da der ISM-Index wieder über 50 liegt – ein Anzeichen für wirtschaftliches Wachstum – und Gold zuletzt stark nachgab, argumentierte das Unternehmen, dass „wir in den nächsten Monaten eine Umschichtung in risikoreiche Anlagen sehen könnten“.
Obwohl Galaxy Digital bisher nur wenige Hinweise auf ein endgültiges Kurstief sieht, meint das Unternehmen: Falls Bitcoin seinen realisierten Preis oder den 200-Wochen-Durchschnitt erneut testet, könnten diese Marken wieder als langfristiges Sicherheitsnetz dienen – wie schon in vergangenen Zyklen.