Das langjährige Narrativ von Bitcoin als sicherer Hafen und digitales Gold wird gerade hinterfragt. So stellt zum Beispiel der erfahrene Analyst Ran Neuner die Zukunft des Krypto-Pioniers infrage.
Experten erklären, warum Bitcoin vielleicht nicht mehr die Rolle spielt, die es einmal hatte, und warum das gesamte Krypto-Ökosystem an der Schwelle zu einer neuen Ära stehen könnte.
SponsoredBitcoin-Kurs unter Druck: Bewährungsprobe für die Store-of-Value-These in der Krypto-Entwicklung
Obwohl der US-Dollar schwächer wird und weltweit Unsicherheit zunimmt, hat Bitcoin als Absicherung gegen die Entwertung von Fiat-Währungen weniger erreicht als erwartet.
Der US-Dollar-Index (DXY) ist im Jahr 2025 um etwa neun Prozent gefallen und ist Anfang 2026 noch einmal um zwei Prozent. Trotzdem ist der BTC-Kurs seit Jahresbeginn um 20 bis 22 Prozent gefallen. Zum Zeitpunkt dieses Artikels liegt der Kurs bei 68.255 USD. Gold hingegen ist deutlich gestiegen und hat in unsicheren Zeiten Stärke bewiesen.
„Wenn Zölle, Währungsstreitigkeiten und finanzielle Instabilität auftreten, sollte das eigentlich der Moment sein, in dem Bitcoin seinen Wert als Wertspeicher beweist. Stattdessen ist das Geld zu Gold geflossen“, schrieb Analyst Ran Neuner.
Andere Analysten, wie Willy Woo und Henrik Zeberg, unterstützen diese Sichtweise. Sie betonen, dass Bitcoin eher wie ein riskanter Wachstumswert als wie ein sicherer Hafen reagiert.
Der ideologische Reiz von Bitcoin scheint zu schwinden. Nur noch wenige Kleinanleger machen mit, und viele der ersten Unterstützer haben sich inzwischen aus dem Markt zurückgezogen.
Sponsored Sponsored„Wir haben lange um die Zulassung von ETFs gekämpft. Wir wollten, dass Institutionen dabei sind. Jetzt ist es so weit. Es gibt nichts mehr, wofür wir kämpfen können… Wenn Bitcoin nicht als Zahlungsmittel genutzt wird und in Stressphasen den Wert nicht hält, was ist dann eigentlich die Story dahinter?“ sagte Neuner und bezeichnete die Zeit nach den ETFs als Wendepunkt.
Institutioneller Zugang erreicht – doch es gibt einen Haken
Seit es elf Spot-Bitcoin-ETFs gibt, Unternehmen große BTC-Bestände halten und die Politik Krypto-freundlicher wird, ist Bitcoin vollständig in die traditionellen Finanzsysteme eingebunden.
Michael Burry warnt, dass diese Entwicklung Unternehmen mit BTC-Beständen stark treffen könnte, falls die Kurse weiter nachgeben.
Sponsored Sponsored„BTC hat als sicherer Hafen wie Gold versagt und verhält sich vielmehr wie eine schwankende Aktie, die am S&P 500 hängt“, berichtete SwanDesk unter Berufung auf Burry .
Krypto im Wandel: KI und maschinenbasierte Finanzen prägen die nächste Phase
Neuner sieht die Zukunft nicht mehr in Bitcoin als Wertspeicher, sondern in einer neuen Wirtschaft, die von KI-Agenten angetrieben wird.
Bald könnte es Billionen automatischer Mikrotransaktionen geben. Diese brauchen schnelle und programmierbare Bezahlmöglichkeiten, die nur Blockchain-Netzwerke bieten können.
Sponsored„KI-Agenten werden keine Banken nutzen. Sie werden keine Kreditkarten nutzen. Sie brauchen sofortige und programmierbare Abwicklung. Und das ist Krypto“, sagte er.
Während BTC Mühe hat, seinen ursprünglichen Zweck zu erfüllen, könnte die große Krypto-Infrastruktur zum Fundament der nächsten digitalen Wirtschaft werden.
Analysten meinen, dass selbst wenn Bitcoin endgültig verliert, dezentrale Netzwerke, Altcoins und Blockchain-Lösungen echte Nutzungen und neue Einnahmemodelle bringen können – besonders in einer Zeit, die von KI geprägt ist.
Neuners Einschätzung zeigt einen entscheidenden Moment für Krypto. Bitcoin ist vielleicht nicht mehr der ideologische Motor wie früher, aber die Möglichkeiten der Branche gehen weit über einen einzelnen Token hinaus.