Der Bitcoin-Kurs steigt, doch die Erholung steht auf einem unsicheren Fundament. Die Kryptowährung testet wichtige Widerstandsbereiche, während On-Chain-Daten wachsende Skepsis zeigen.
Mehrere Indikatoren senden aktuell bärische Signale, die das kurzfristige Aufwärtsmomentum noch vor einem nachhaltigen Ausbruch bremsen könnten.
Viele Bitcoin-Halter im Minus
Der Bestand kurzfristiger Halter im Gewinn ist unter 50% gefallen, was Glassnode als „Merkmal von Bärenmärkten“ bezeichnet. Diese Kennzahl zeigt, dass die Mehrheit der jüngsten Bitcoin-Käufer aktuell Verluste auf ihren Positionen hat.
Erfahrungsgemäß bleibt die Nachfrage niedrig, solange der Bestand kurzfristiger Halter im Gewinn unter dieser wichtigen Schwelle bleibt.
Die Risikobereitschaft unter kurzfristigen Investoren bleibt in der Regel verhalten, bis dieser Wert wieder über 50% steigt. Zuflüsse an Kapital werden daher vermutlich ausbleiben, solange neue Käufer im Minus sind.
Eine anhaltende Markterholung wäre nötig, damit sich dieser Indikator dreht und das Vertrauen kurzfristiger Investoren in das Aufwärtspotenzial von Bitcoin zurückkehrt.
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Der Chaikin Money Flow-Indikator bildet aktuell eine bärische Divergenz gegenüber dem Bitcoin-Kurs. Während BTC höhere Hochs erreicht, verzeichnet der CMF höhere Tiefs, ein typisches Signal dafür, dass der Verkaufsdruck im Hintergrund wächst.
Diese Divergenz deutet darauf hin, dass reale Abflüsse von Kapital bislang nicht vollständig im Kurs eingepreist sind.
Werden bärische CMF-Divergenzen aufgelöst, geschieht dies meist durch eine Korrektur beim Kurs und nicht durch eine Erholung des Indikators. Die aktuelle Situation weist darauf hin, dass Bitcoin mehr Verkaufsdruck absorbiert, als der Kursverlauf bislang erkennen lässt.
Dieser verborgene Druck könnte sich in den kommenden Sessions als spürbarer Kursrückgang zeigen.
BTC-Kurssprung aktuell unwahrscheinlich
Der Bitcoin-Kurs liegt aktuell bei 70.724 USD und bewegt sich unterhalb der 71.529-USD-Widerstandszone, die in den vergangenen sechs Wochen mehrfach einen Anstieg verhindert hat. Jeder gescheiterte Versuch an dieser Schwelle bestätigt deren Bedeutung als strukturelles Hindernis. Ein deutlicher Ausbruch bleibt bisher aus.
Bärische On-Chain-Indikatoren sprechen dafür, dass Bitcoin eher auf einen weiteren Rücksetzer bei 71.529 USD trifft als auf einen klaren Ausbruch.
Misslingt der Sprung über dieses Niveau, könnte es zu einer Korrektur bis 65.776 USD kommen, ähnlich wie beim letzten vergleichbaren Szenario. Noch nicht im Kurs eingepreister Verkaufsdruck würde diesen Schritt beschleunigen.
Ein Wechsel vom Verkauf zur Akkumulation wäre die konstruktive Alternative. Sollten Investoren wieder verstärkt kaufen, könnte Bitcoin die 71.529 USD überwinden und über 74.000 USD schließen. Das bärische Szenario wäre dann widerlegt und der Weg zum Meilenstein von 75.000 USD eröffnet.