Bitcoin steht vor 69.000-USD-Test: ETF-Zuflüsse treffen auf Zurückhaltung bei Profis

  • Bitcoin steigt kurzzeitig über 66.800 USD, ETF-Zuflüsse halten an
  • Die Coinbase-Prämie ist seit über 900 Stunden negativ, das stärkste Minus seit zwei Jahren.
  • Glassnode spricht von einer Bärenmarkt-Rallye: 69.000 USD als Marke für die Rückeroberung
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Bitcoin (BTC) ist in dieser Woche kurzzeitig auf über 66.800 USD gestiegen. Das ist der höchste Stand seit mehr als einem Monat, bevor der Kurs wieder nachgab. Aufeinanderfolgende ETF-Zuflüsse haben nach einer längeren Phase von Nettoabflüssen wieder Geld in den Markt gebracht.

Dennoch stellt sich bei jeder Erholung die gleiche Frage: Ist dies nun der Tiefpunkt oder handelt es sich um eine weitere Rallye im Bärenmarkt, die wieder abklingt?

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Warum die Erholung von Bitcoin fragil wirkt

Der ETF-Kanal verzeichnete im Mai und Juni Nettoabflüsse, da Investoren Kapital abzogen. Dieser Trend hat sich nun umgekehrt. Etwa 981,2 Millionen USD an Nettozuflüssen sind laut Santiment an sieben Handelstagen ab dem 14. Juli zurückgekehrt.

Die letzte ähnliche Zuflussserie fand vor der Rallye von Bitcoin im Oktober 2025 statt. Solche Serien bedeuten jedoch nicht, dass sich diese Entwicklung wiederholt.

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Die Erholung zeigt jedoch, dass es unter der Oberfläche eine wachsende Divergenz gibt. Während Spot-Bitcoin-ETFs erneut Angebot aufnehmen, deuten andere Indikatoren auf eine vorsichtige Positionierung unter professionellen Tradern hin.

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ETF-Käufer und professionelle Desks entwickeln sich auseinander

Der Coinbase Premium Index ist seit mehr als 900 Stunden kumuliert negativ und damit so lange wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Ein negativer Premium Index deutet auf eine relativ schwächere Nachfrage oder einen stärkeren Verkaufsdruck bei Coinbase als bei Binance hin. Dies spricht für anhaltende Vorsicht unter professionellen Marktteilnehmern.

Analyst Darkfost führt diese Vorsicht auf anhaltende Inflation, steigende Ölpreise und eine weniger transparente Fed unter ihrem neuen Vorsitzenden zurück.

„Diese Kombination sorgt weiterhin für institutionellen Verkaufsdruck, wie wir es auch heute noch sehen”, stellte der Analyst fest.

In Kombination deuten diese Signale darauf hin, dass ETF-Zuflüsse den Kurs stützen. Allerdings gibt es bislang keine Bestätigung durch eine breitere Nachfrage am Spotmarkt, sodass die Rallye gefährdet ist, falls die ETF-Zuflüsse nachlassen.

Vier-Jahres-Zyklus oder Makro-Asset

Die Divergenz befeuert zudem die generelle Debatte darüber, wodurch Bitcoin aktuell getrieben wird. In einer Research-Notiz am 22. Juli stellte Grayscale zwei Betrachtungsweisen für den Bärenmarkt vor.

Die Ansicht des Vier-Jahres-Zyklus, die an die Halvings gekoppelt ist, sieht weiteres Abwärtspotenzial und einen möglichen Tiefpunkt im September oder Oktober. Grayscale argumentiert stattdessen, dass Bitcoin inzwischen zu einem Makro-Asset gereift ist.

„Der aktuelle Bärenmarkt ist zudem geprägt durch eine große Veränderung in den Erwartungen an die Fed-Politik und steigende reale Zinsen. Wenn Makrofaktoren den Kurs bestimmen, könnte der Bitcoin-Kurs seinen Tiefpunkt erreichen, sobald sich diese Makrofaktoren ändern”, sagte Zach Pandl, Grayscale Head of Research, .

Gleichzeitig zieht Glassnode eine klare Grenze bei der kurzfristigen Einschätzung.

„Das ist weiterhin eine Bärenmarkt-Rallye, solange der Markt nicht das Gegenteil beweist, und der Beweis hat eine Adresse”, schrieb das Unternehmen.

Bitcoin-Durchschnittspreis kurzzeitiger Halter.
Bitcoin-Durchschnittspreis kurzzeitiger Halter. Quelle: Glassnode

Bitcoin wird aktuell unterhalb des Durchschnittspreises kurzfristiger Halter bei etwa 69.000 USD gehandelt. Gelingt es, diese Marke bei anhaltenden Zuflüssen zu überschreiten, könnte sich der Weg in Richtung 84.000 USD öffnen. Eine Ablehnung dürfte den Kurs in Richtung des Nachfrageniveaus um 63.000 USD drücken.

Die nächste Bewährungsprobe ist, ob die ETF-Käufe anhalten und die professionelle Zurückhaltung nachlässt. Solange Bitcoin 69.000 USD nicht zurückerobert, liegt die Beweislast bei den Bullen.

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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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