Der Markt zeigt gerade viele starke Schwankungen. Der Bitcoin-Kurs bewegt sich, Aktienkurse ändern sich, und ständig gibt es neue Schlagzeilen. Während manche Anleger lieber warten, beobachten andere die Situation genau und versuchen, die Zeichen zu deuten.
Bitcoin-Kurs fällt unter 68.000 USD – Zwangsliquidationen setzen Markt unter Druck
Bitcoin ist am Donnerstag unter 70.000 USD gefallen, danach ging es sogar bis unter 68.000 USD. Diesen Bereich hatte Bitcoin zuletzt am 28. Oktober 2024 erreicht. Der starke Rückgang kam, weil viele Händler ihre Coins verkauft haben.
Insgesamt hat der Kurs im Vergleich zu den Höchstständen im Oktober etwa 45 Prozent verloren. Dafür sind unter anderem ETF-Abflüsse, geringere Nachfrage und eine „zwangsweise Verringerung von Krediten“ im Futures-Markt verantwortlich.
„…da die Nachfrage nachlässt, ETF-Zuflüsse geringer werden und die Futures-Märkte in eine Phase der ‚zwangsweisen Verringerung‘ gelangen. Fachleute sagen: Geringe Handelsvolumen und anhaltende Verkäufe sorgen dafür, dass Anleger mit Verlust verkaufen, auch wenn technische Daten auf überverkaufte Bedingungen hinweisen”, schrieb Walter Deaton.
Viele Anleger verlassen trotz technischer Kauf-Signale gerade den Markt und machen Verluste, weil die Verkäufe andauern und weniger gehandelt wird.
Trotz der aktuellen Schwankungen bleibt JPMorgan für Bitcoin langfristig bullisch und sieht gute Chancen im Vergleich zu Gold.
Die Bank hebt hervor, dass Bitcoin aktuell deutlich unter den geschätzten Produktionskosten von 87.000 USD gehandelt wird. Dieser Wert gilt traditionell als weiche Untergrenze. Zudem ist die Schwankung des Bitcoin-Kurses im Vergleich zu Gold so niedrig wie nie zuvor.
„…die starke Entwicklung von Gold gegenüber Bitcoin seit Oktober, zusammen mit der starken Schwankung bei Gold, machen Bitcoin langfristig noch attraktiver im Vergleich zu Gold”, berichtete MarketWatch und beruft sich dabei auf JPMorgans Quant-Strategen Nikolaos Panigirtzoglou.
Die Bank sagt: Das bessere Verhältnis von Risiko und Gewinn bietet für Anleger, die mehrere Jahre dabei bleiben, gute Chancen auf steigende Gewinne.
Messzahlen zum aktuellen Marktstress zeigen, wie empfindlich die Lage gerade ist. Glassnode-Daten belegen, dass der Kapitulationswert von Bitcoin den zweithöchsten Stand der letzten zwei Jahre erreicht hat. Dies zeigt, dass es viel Zwangsverkäufe und eine schnelle Verringerung der Risiken bei vielen Anlegern gibt.
Sponsored SponsoredAußerdem ist zu beachten, dass Bitcoin alle Gewinne seit Donald Trumps Wahlsieg verloren hat. Die Rallye von 78 Prozent nach der Wahl ist vorbei. Dadurch wird deutlich, wie schwankend der Kurs sein kann.
Krypto-Aktien brechen nach Bitcoin-Abverkauf und wachsender Wirtschaftssorge ein
Krypto-Aktien zeigen ähnliche Schwächen wie der Bitcoin-Kurs. Coinbase, Riot, Marathon und Strategy verloren vorbörslich zwischen fünf und sieben Prozent, nachdem der Kurs unter 70.000 USD gefallen war. Auch ETF-Bestände sind um mehr als fünf Prozent gesunken.
Der Abschwung im Krypto-Markt passiert gerade, obwohl es auch in der Wirtschaft weitere Probleme gibt. Laut Challenger, Gray & Christmas stiegen die Entlassungen im Januar in den USA im Vergleich zum Vorjahr um 205 Prozent auf 108.435. Das ist der höchste Januar-Wert seit 2009.
SponsoredViele Jobverluste gab es vor allem in der Logistik, vor allem bei UPS, sowie in der Tech-Branche. Amazon hat unter anderem 16.000 Entlassungen angekündigt. Auch im Gesundheitswesen gab es große Stellenstreichungen.
Zusätzlich gab es Veränderungen beim Kündigungsschutz im öffentlichen Dienst. Die Trump-Regierung führte Reformen ein, die 50.000 Staatsangestellte betreffen. Weiterhin gibt es mit 1,84 Mio. weiter viele laufende Arbeitslosenanträge, was die Unsicherheit zeigt.
Auch die Aktienmärkte haben mit einer schwierigen Lage zu kämpfen. Die BMO Capital Markets erwarten, dass der S&P 500 bis Ende 2026 auf 7.380 steigen könnte. Dies würde eine erwartete Rendite von acht Prozent bedeuten.
Das Unternehmen bevorzugt zyklische Branchen wie Industrie, Rohstoffe, Energie und Finanzunternehmen. Sie gewichten dagegen defensive Branchen weniger stark. Inflation bleibt dabei ein großes Risiko, aber Unterstützung kommt durch weltweite Geld- und Konjunkturprogramme.
Vor diesem Hintergrund stehen Anleger bei Bitcoin und anderen Finanzmärkten aktuell vor einer schwierigen Aufgabe:
- Technische überverkaufte Bedingungen und geringe relative Schwankungen deuten auf eine langfristige Chance hin.
- Allerdings belasten aktuell gehebelte Positionen, ETF-Abflüsse und makroökonomische Unsicherheit weiterhin die Stimmung.
Die Analyse von JPMorgan zeigt, dass geduldige Halter potenziell profitieren können. Allerdings bleibt der Ausblick auf kurze Sicht schwankend, da sich der Markt gerade neu ausrichtet.
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