Spot Bitcoin-ETFs erlebten am 5. März ihren besten Tag im Jahr 2026. Zehn der elf ursprünglichen Fonds verzeichneten Zuflüsse. Zusammen sammelten sie ungefähr 500 Millionen USD ein. Nach sechs Wochen von Abflüssen, bei denen etwa 4,5 Milliarden USD verloren gingen, hat sich der Trend gedreht — doch das Defizit ist noch nicht ganz ausgeglichen.
Bitcoin ist seit den Angriffen der US-amerikanischen und israelischen Streitkräfte auf den Iran am 28. Februar um etwa zwölf Prozent gestiegen. Gold legte zuerst zu, gab seine Gewinne aber später wieder ab. Dieser Unterschied hat die bekannte Diskussion darüber, welches Anlagegut wirklich ein sicherer Hafen ist, erneut entfacht. Zudem hat ein führender Analyst die Antwort darauf gleich noch komplizierter gemacht.
ETF-Zuflüsse steigen wieder deutlich
US-amerikanische Spot Bitcoin-ETFs hatten zu Beginn des Jahres 2026 den schwächsten Start aller Zeiten. Sechs Wochen in Folge verzeichneten sie anhaltende Abflüsse — die längste Serie seit Anfang 2025 — und verloren insgesamt rund 4,5 Milliarden USD. Allein BlackRocks IBIT musste in den fünf schlechtesten Wochen über 2,1 Milliarden USD abgeben. Auch Fidelitys FBTC verlor mehr als 954 Millionen USD.
Die Trendwende war ebenso deutlich. In der Woche um den 27. Februar flossen 787 Millionen USD netto zurück in die Fonds. Die Woche ab dem 4. März brachte weitere 1,15 Milliarden USD Zuflüsse. Der leitende ETF-Analyst bei Bloomberg, Eric Balchunas, sagte, das Defizit für das Jahr sei jetzt „fast geschlossen”. Insgesamt betrugen die Nettozuflüsse über alle Spot Bitcoin-ETFs hinweg am 4. März 55,95 Milliarden USD — das ist zwar weniger als die 57,08 Milliarden USD zu Jahresbeginn, aber die Entwicklung geht rasch in die andere Richtung.
Die große Beteiligung zeigt den Umschwung. Zu Beginn des Jahres 2026 konzentrierten sich die Zuflüsse oft nur auf IBIT, während andere Fonds Verluste machten. Dass am 5. März zehn Fonds gleichzeitig Zuwächse hatten, deutet auf einen echten Stimmungswechsel hin — nicht nur auf eine Umverteilung innerhalb der ETF-Landschaft.
Analyst warnt vor schnellen Schlussfolgerungen
Balchunas stellte auf X die wichtige Frage: Bedeutet ein Anstieg von Bitcoin um zwölf Prozent, dass es jetzt der neue sichere Hafen ist? Bedeutet der Rückgang von Gold, dass das Edelmetall seinen Zweck verloren hat? Seine eigene Antwort darauf ist: nein.
Er erklärte weiter, dass dies eine Falle sei. Wer ein Anlagegut nur über einen kurzen Zeitraum anhand der Kursbewegungen bewertet, trifft oft falsche Annahmen. Die Entwicklung von Bitcoin, so Balchunas, hängt wohl kaum mit geopolitischen Ereignissen zusammen. Vermutlich sind Veränderungen in der Stimmung der Märkte und abnehmende Gegenwinde aus der institutionellen Welt entscheidender. Der Rückgang bei Gold dürfte vor allem auf Gewinnmitnahmen zurückzuführen sein. „Wer weiß das schon”, schrieb er.
Der tatsächliche Kursverlauf unterstreicht, wie vorsichtig man mit Schlussfolgerungen sein sollte. Bei den Angriffen auf den Iran fiel Bitcoin stark — von ungefähr 67.000 USD auf bis zu 63.038 USD. Gold stieg zwischenzeitlich bis fast 5.376 USD je Unze. Erst nachdem die Nachricht vom Tod Khameneis bekannt wurde, drehte sich der Bitcoin-Kurs nach oben. Gold fiel danach zurück, als Händler erwartete Zinserhöhungen der US-Notenbank einpreisten.
Der Zusammenhang ist für beide Anlageklassen wichtig. Gold war in den 60 Tagen vor den Angriffen bereits um mehr als 1.000 USD je Unze gestiegen. Bitcoin hatte seit Januar fast 23 Prozent verloren — der schwächste Jahresstart aller Zeiten. Beide kamen also von Extremen.
Einige Tage mit unterschiedlichen Kursverläufen beweisen nichts. Die ETF-Daten zeigen jedoch, dass Institutionen zu Bitcoin zurückkehren. „Gold verdient meinen Respekt als Anlage, ebenso wie Bitcoin”, schrieb Balchunas.