Bitcoin (BTC) hat am Donnerstag einen kurzen, aber starken Kurssturz erlebt. Der Bitcoin-Kurs fiel dabei auf ein Tages-Tief von 89.641 USD, bevor er wieder über 90.000 USD kletterte.
Diese Bewegung zeigt, dass der Krypto-Markt weiter sehr schwankend ist. Viele Long-Positionen wurden unerwartet liquidiert und viele Trader verloren ihre Positionen.
SponsoredBitcoin-Kurs fällt kurz unter 90.000 USD – 128 Mio. USD Longs liquidiert
Zum Zeitpunkt dieses Artikels lag der Bitcoin-Kurs bei 90.431 USD, nachdem er kurz die 90.000-USD-Marke unterschritten hatte.
Zuletzt war die wichtigste Krypto unter dieser Schwelle am 3. Januar. An diesem Tag stieg sie erstmals wieder über diese Marke und beendete damit eine seit Wochen andauernde Seitwärtsphase.
Viele Trader wurden von dem Absturz überrascht. Daten von Coinglass zeigen, dass etwa 128 Mio. USD an Long-Positionen liquidiert wurden. Das macht die Risiken beim Handel mit Hebel deutlich, besonders wenn sich der Kurs seitwärts bewegt.
Die Verkäufe kamen nach starken Abflüssen aus US-Spot-Bitcoin-ETFs. Laut SoSoValue gab es am Mittwoch Netto-Abflüsse von 486 Mio. USD. Das ist der größte Tagesverlust seit dem 20. November.
Bereits am Dienstag waren die ETF-Flüsse negativ, als 243 Mio. USD abgezogen wurden. Das war nach einem starken Jahresstart. Am Montag hatte es noch 697 Mio. USD an Zuflüssen gegeben.
Sponsored SponsoredDas zeigt, dass der Bitcoin-Kurs in den letzten Tagen stark mit den ETF-Bewegungen verbunden ist. Damit wird klar, wie wichtig institutionelle Anlageprodukte für den Markt sind.
Technische Hürden und geringes Handelsvolumen bremsen BTC-Kurs unter 100.000-USD-Marke
Trotz der Schwankungen warnen einige Analysten davor, zu viel in die Kursbewegungen von Bitcoin hineinzuinterpretieren.
„Bitcoin ist nicht schwach, sondern wurde technisch ausgebremst. Händler sichern sich ab – sie verkaufen bei Anstiegen und kaufen bei Rückgängen, um neutral zu bleiben. So bleibt der Kurs eng im Bereich zwischen 90.000 USD und 95.000 USD. Die 90.000 sind eine Unterstützung, 100.000 sind eine Widerstandszone“, sagte Analyst Crypto Rover auf X.
Rover meint, dass sich die Lage im weiteren Monatsverlauf ändern könnte. Auslaufende Optionen könnten die Kurse beeinflussen. Zudem könnte ein erneuter Eintritt institutioneller Investorinnen und Investoren einen Ausbruch nach oben bringen.
Auch CryptoQuant-CEO Ki Young Ju sieht das ähnlich und betont, dass sich die Markt-Liquidität strukturell verändert hat. Laut Ki sind die Kapitalzuflüsse in Bitcoin versiegt. Es gibt jetzt mehr unterschiedliche Liquiditätskanäle, deshalb sei es sinnlos, den perfekten Moment für Zuflüsse abzuwarten.
„Institutionen, die langfristig halten, haben den alten Wal-Privatanleger-Zyklus gestoppt. MSTR wird keinen großen Teil seiner 673.000 BTC verkaufen. Das Geld wurde in Aktien und Gold verschoben. Ich glaube nicht, dass wir diesmal einen Crash von über 50 Prozent vom Allzeithoch sehen wie in früheren Bärenmärkten. Es könnte in den nächsten Monaten einfach seitwärts gehen“, sagte er.
Laut CryptoQuant-Analyst Cauê Oliveira bleibt die On-Chain-Aktivität weiterhin niedrig. Die Handelsvolumen und Bewegungen sind noch nicht stark genug, um einen dauerhaften Anstieg in Richtung 100.000 USD zu unterstützen.
Sponsored Sponsored„Mit weiterhin gemischter Stimmung und geringem Handelsvolumen hat die Nachfrage nach mehr Aktivität auf der Chain noch keine deutlichen Verbesserungen gezeigt. Das kann sich nun ändern, da das Ende der Feiertage bevorsteht und viele Investorinnen und Investoren wieder aktiver werden“, fügte Oliveira hinzu.
Analysten sehen auch größere makroökonomische Faktoren, die Bitcoin beeinflussen können. Falls geopolitische Entwicklungen, zum Beispiel Veränderungen rund um Venezuela, zu niedrigeren Ölpreisen führen, könnten sie den Inflationsdruck senken und Mining-Kosten verringern. Dadurch könnte eine günstigere Situation für Bitcoin entstehen.
Man erwartet, dass BTC in nächster Zeit zwischen 90.000 USD und 95.000 USD schwankt. Grund dafür sind fehlende neue Investitionen von Institutionen und keine positiven gesamtwirtschaftlichen Einflüsse.
Der Kursrückgang am Donnerstag zeigt weiterhin die Spannung zwischen Absicherungen von Institutionen, der Positionierung privater Anleger und makroökonomischen Faktoren, die den Bitcoin-Kurs beeinflussen.
Die 100.000-USD-Marke bleibt für viele Trader ein technisches und psychologisches Ziel. Dennoch meinen Experten, dass vor allem Zeit und Struktur des Marktes den nächsten wichtigen Ausbruch bestimmen. Aktuell gelten Optionen, die Mitte bis Ende Januar auslaufen, als möglicher Auslöser.