Der Bitcoin Fear and Greed Index steht aktuell bei 8, was klar im Bereich der „extremen Angst” liegt. Dies ist bereits der 59. Tag in Folge mit einem Wert unter 25 – eine so lange ununterbrochene Serie von Pessimismus hat es seit dem Zusammenbruch von FTX Ende 2022 nicht mehr gegeben.
Der Fear and Greed Index ist ein zusammengesetzter Stimmungsindikator und reicht von 0 bis 100. Er bündelt Daten zur Kurs-Volatilität, Dynamik im Markt, Handelsvolumen, Bitcoin-Dominanz, Aktivität in sozialen Medien und Google Trends.
Ein Wert nahe 0 zeigt, dass der Markt von Angst geprägt ist. Ein Wert nahe 100 signalisiert Euphorie. Bei 8 ist der Markt so ängstlich wie selten zuvor.
Warum das Sentiment eingebrochen ist
Im Gegensatz zu früheren Angstphasen gibt es diesmal keinen einzelnen, klaren Auslöser. Der Krypto-Winter 2022 entstand durch die Ereignisse rund um Terra/Luna, Three Arrows Capital und FTX, die schnell aufeinanderfolgten.
Der aktuelle Rückgang spiegelt eine Mischung aus anhaltendem Makrodruck durch die restriktive Politik der US-Notenbank, zunehmenden Handelskonflikten und einem weiterhin starken US-Dollar wider. Das Ergebnis ist ein schleichender Rückgang im Sentiment, nicht ein plötzlicher Schock.
Extreme Angstwerte gingen in der Vergangenheit oft größeren Erholungen voraus, allerdings nicht immer sofort.
Nach dem Corona-Crash im März 2020 stieg der Bitcoin-Kurs in den folgenden sechs Monaten um etwa 133%. Nach dem FTX-Kollaps Ende 2022 dauerte die Erholung fast ein Jahr. Die heutige Situation ähnelt eher dem zweiten Fall: eine länger anhaltende Zurückhaltung ohne klaren Auslöser für eine Trendumkehr.
Allerdings zeigt sich eine bemerkenswerte Abweichung. Während das Sentiment im Retail-Bereich stark eingebrochen ist, zeigen Daten auf der Blockchain, dass langfristige Halter Bitcoin in die eigene Wallet transferieren, statt zu verkaufen. Institutionelle Halter behalten ihre Positionen trotz des Markts mit Angst bei.
Ob diese Überzeugung der institutionellen Investoren eine Trendwende kennzeichnet oder nur einen aufgeschobenen Ausstieg bedeutet, bleibt die entscheidende Frage mit Blick auf das 2. Quartal 2026.