Die globalen Märkte haben sich am 6. Februar deutlich erholt, nachdem es am Vortag starke Verluste gab. Aktien, Krypto und Rohstoffe waren stark überverkauft. Bitcoin stieg wieder auf etwa 70.000 USD. Auch US-Aktien, Gold und Silber legten zu, weil viele Menschen technisch bedingt kauften und kurzfristige Sorgen etwas nachließen.
Dieser Kursanstieg kam nach einer raschen Phase, in der viel Risiko abgebaut wurde. Die Grundlagen haben sich nicht geändert.
SponsoredTechnische Marken lösten den ersten Kursanstieg aus
Der Aufschwung begann, als wichtige technische Marken bei vielen Anlageklassen gehalten wurden. Der S&P 500 erreichte seine 100-Tage-Linie. Diese Marke ist für viele Händler wichtig.
Dadurch fingen Investmentfonds an, wieder zu kaufen, nachdem es an mehreren Tagen viele Verkäufe gab. Sie wollten das Risiko wieder ausgleichen.
Auch Bitcoin zeigte ein ähnliches Muster. Nach einem kurzen Fall auf 60.000 USD konnte sich der Coin rasch erholen, weil es weniger Zwangsverkäufe gab und die Finanzierungsraten wieder ruhiger wurden.
Weil keine neuen Zwangsverkäufe dazu kamen, konnten Käufer am Spotmarkt wieder aktiv werden. Dadurch kam es zu einer kurzfristigen Besserung.
Positionswechsel senkt Verkaufsdruck
Der Absturz davor hatte viel Fremdkapital im gesamten Markt abgebaut.
Sponsored SponsoredIm Bereich Krypto waren die Positionen bei Derivaten stark auf steigende Kurse ausgerichtet. Fielen aber die Kurse durch wichtige Marken, entstand großer Druck nach unten. Am 6. Februar war ein Großteil dieser hohen Verschuldung schon aus dem Markt.
Dadurch ließ der Verkaufsdruck nach. Weil es weniger Nachschussanforderungen und weniger Zwangsverkäufe gab, konnten sich die Kurse auch ohne neue bullische Nachrichten erholen.
Die Grafik zeigt, dass sich der Fremdkapital-Anteil im Januar aufgebaut hat und Anfang Februar stark zurückgegangen ist, als der Kurs Unterstützung verloren hat.
Nach diesem Rückgang ließ der Zwangsverkaufsdruck nach. So konnte sich der Kurs wieder erholen, auch wenn keine neuen bullischen Nachrichten kamen.
SponsoredMakro-Signale lindern kurzfristigen Druck
US-Makrodaten haben zudem geholfen, die Stimmung zu beruhigen. Am 6. Februar wurden Daten zum Verbrauchervertrauen veröffentlicht, die besser als erwartet waren. Sie erreichten ein Sechs-Monate-Hoch.
Auch wenn dies kein starkes Wachstum bedeutet, verringerte es die Sorge vor einer schnellen Verschlechterung der Wirtschaftslage.
Die Anleihemärkte reagierten darauf, indem sie eine etwas höhere Wahrscheinlichkeit für eine baldige Zinssenkung der Zentralbank einpreisten. Kurzfristige Renditen sanken, bevor sie sich wieder stabilisierten. Das sorgte insgesamt für etwas bessere Finanzbedingungen und unterstützte risikoreiche Anlagen.
Auch Gold und Silber haben sich deutlich erholt. Das zeigt, dass die vorherigen Verluste eher auf Liquiditätsprobleme zurückgingen und nicht auf eine Ablehnung von sicheren Anlagen.
Ein schwächerer US-Dollar und Schnäppchenjäger trugen ebenfalls zu diesem Anstieg bei.
Kursanstieg sorgt für Erleichterung, doch Trendwende bleibt aus
Die Erholung am 6. Februar war vor allem eine technische Gegenbewegung nach den starken Kursverlusten, neuen Positionsaufbau und etwas Entspannung bei Wirtschaftsdaten. Allerdings ist das noch keine sichere Trendwende.
Die Märkte reagieren weiterhin empfindlich auf Finanzierungsbedingungen, Zinserwartungen und Kapitalflüsse. Wahrscheinlich wird die Volatilität hoch bleiben, da viele Anleger die Risiken in diesem angespannten Umfeld neu bewerten.