Die Reaktion des Bitcoin-Markts auf den aktuellen Iran-Krieg ähnelt immer mehr dem Kursverhalten im ersten Monat nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022.
Ein Vergleich dieser beiden Zeiträume zeigt eine auffallend ähnliche Abfolge: Erst kam ein panikartiger Ausverkauf, dann eine schnelle Erholung und schließlich eine Phase mit stärkerer Volatilität, während sich die Märkte an das geopolitische Risiko anpassten.
Kurzer Schock, schnelle Erholung
Als Russland am 24. Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte, sank der Bitcoin-Kurs zunächst, weil die globalen Märkte auf die plötzliche Eskalation reagierten.
Nach wenigen Tagen erholte sich der Vermögenswert jedoch stark, da Trader die unmittelbaren wirtschaftlichen Folgen neu bewerteten.
Ein ähnliches Muster zeigt sich nun nach den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran, die etwa am 28. Februar 2026 begonnen haben.
Bitcoin fiel nach den ersten Schlagzeilen, erholte sich aber rasch und kehrte im Verlauf der folgenden Wochen in den Bereich zwischen 70.000 und 73.000 USD zurück.
In beiden Fällen scheint der Markt den geopolitischen Schock zügig eingepreist zu haben, bevor eine Stabilisierung erfolgte.
RSI signalisiert vergleichbare Dynamikwechsel
Auch Momentum-Indikatoren zeigen ein ähnliches Bild.
Im ersten Monat des Ukraine-Krieges fiel der Relative Strength Index (RSI) von Bitcoin stark in den überverkauften Bereich, bevor er sich erholte und in eine Phase mit starker Dynamik eintrat.
Das aktuelle RSI-Muster während des Iran-Konflikts spiegelt dieses Verhalten wider. Der Indikator sank zunächst beim Beginn des Krieges, stieg dann wieder an und kehrte in einen Bereich mit stärkerer Momentum zurück, ehe er erneut etwas nachließ.
Typischerweise deuten solche Bewegungen auf panikartige Verkäufe und anschließende kräftige Rückkäufe hin, was häufig während geopolitischer Schocks beobachtet wird.
Geldflüsse deuten auf fortgesetzte Kapitalrotation hin
Indikatoren für Kapitalflüsse bestätigen diesen Vergleich.
In den frühen Phasen des Ukraine-Krieges erholte sich der Chaikin Money Flow (CMF) nach dem anfänglichen Ausverkauf schrittweise, was auf wieder zunehmenden Kaufdruck am Markt hindeutete.
Der aktuelle CMF im Iran-Konflikt zeigt eine ähnliche Tendenz, mit wiederholten Bewegungen zurück in den positiven Bereich. Dadurch wird deutlich, dass weiterhin Kapital in Bitcoin rotiert, wenn der Kurs fällt.
Allerdings wirkt das Chart für 2026 deutlich volatiler. Das deutet auf kurzfristige Handelsströme hin und weniger auf eine kontinuierliche Akkumulation.
Märkte passen sich dem Kriegsrisiko an
Insgesamt deuten die Daten darauf hin, dass die Marktreaktion von Bitcoin auf den Iran-Krieg einem bekannten Muster folgt.
Statt eines anhaltenden Einbruchs hat der geopolitische Schock bislang zu einer Abfolge aus Panikverkäufen, rascher Erholung und seitwärts gerichteter Volatilität geführt.
Falls das Muster sich weiterhin an der frühen Ukraine-Kriegsphase orientiert, dürfte Bitcoin eher seitwärts mit Tendenz zu höheren Kursen handeln als stark einzubrechen.
Ein vergleichbarer Verlauf würde bedeuten, dass Bitcoin kurzfristig volatil bleibt, aber allmählich höher tendiert, weil Trader Rückgänge kaufen und das Kriegsrisiko eingepreist wird.