Amerika durchbricht 28-jährige Regel: Yen gerettet, Bitcoin-Kurs reagiert zuerst

  • Bitcoin fällt auf knapp 63.000 USD: USA kaufen Yen erstmals seit 28 Jahren
  • US-Aktien steigen am selben Tag: Krypto bleibt der einzige Verlierer
  • Washington kaufte zuletzt im Juni 1998 Yen und gab dafür lediglich 833 Millionen USD aus.
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Bitcoin rutschte am Freitag kurzzeitig unter 63.000 USD. Der Auslöser lag 6.000 Meilen entfernt: Die USA kauften japanischen Yen – das erste Mal seit 28 Jahren.

Washington greift fast nie auf diese Maßnahme zurück. Das Ziel war, eine schwächelnde Währung zu stützen. Zudem beeinflusste es einen der größten Finanzierungshandel der Welt. Am Ende dieser Kette steht auch der Krypto-Bereich.

Was ist passiert?

Der Yen verliert seit Jahren an Wert. In der vergangenen Woche notierte er bei 163,99 Yen je Dollar und fiel am Wochenende weiter ab. Das war beinahe ein 40-Jahrestief.

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JPY/USD Entwicklung. Quelle: TradingView
JPY/USD Entwicklung. Quelle: TradingView

Zuerst handelte Japan am Donnerstag. Das Land verkaufte Dollar und kaufte Yen. Das nennt man Intervention. Die Regierung kauft ihre eigene Währung, um deren Kurs zu stärken.

Am Freitag folgten die USA. Die New York Fed verkaufte Euro und kaufte Yen für die Treasury. Eingesetzt wurden Goldman Sachs und Morgan Stanley, wie die Financial Times berichtete.

Bis jetzt war die Maßnahme erfolgreich. Der Yen schloss bei 157,40 je Dollar, seinem stärksten Stand seit Anfang Mai.

USA kauften zuletzt 1998 Yen

Die USA mischten sich ab Mitte der 1990er-Jahre kaum noch in Währungsmärkte ein. Seitdem griffen sie nur drei Mal ein – 1998, 2000 und 2011, laut einem Bericht des Congressional Research Service Briefing. Freitag war der vierte Fall.

Viele Meldungen beschrieben das als erste US-Unterstützung für den Yen seit über zehn Jahren und verwiesen auf das Jahr 2011. Das ist jedoch umgekehrt. Im Jahr 2011 verkaufte die G7 Yen, um einen Anstieg zu stoppen.

Die USA kauften zuletzt am 17.6.1998 Yen. Die New York Fed investierte 833 Millionen USD. Die Hälfte kam von der Fed, die andere Hälfte aus dem Exchange Stabilization Fund der Treasury für Währungsnotfälle. Die Bank bestätigt dies in ihrem eigenen Bericht.

Erstaunlich ist auch die Höhe der Intervention jetzt. Ein Reuters-Foto zeigte den Notizblock von Treasury-Secretary Scott Bessent in Camp David. Darauf stand: „Buy Japanese Yen (JPY) 5-10 billion USD”.

Foto von Treasury-Secretary Scott Bessents Notizblock in Camp David. Quelle: Reuters
Foto von Treasury-Secretary Scott Bessents Notizblock in Camp David. Quelle: Reuters
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Das ist das Sechs- bis Zwölffache des Handels von 1998.

Außerdem gibt es noch einen weiteren Punkt: Die Treasury veröffentlichte am 23.7. ihren Währungsbericht. Darin blieb Japan auf einer Beobachtungsliste wegen bestimmter Währungspraktiken.

Acht Tage später kauften die USA selbst Yen.

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Wie viel Geld steckt dahinter?

Japan hat deutlich mehr Geld eingesetzt als die USA. Laut Bloomberg beliefen sich die Yen-Käufe Japans am Donnerstag auf 8,45 Billionen Yen, also etwa 52,8 Milliarden USD. Diese Schätzung stammt aus Bank of Japan-Bilanzen und Prognosen von Brokern.

So sieht der Vergleich aus:

Tabelle im Vergleich: US-Yen-Interventionen von 1998 bis 2026 gegenüber Japans Ausgaben
Japanische und US-amerikanische Yen-Interventionen im Vergleich. Quelle: BeInCrypto

Die tatsächliche Summe vom Donnerstag ist bisher unbekannt. Das Finanzministerium Japans veröffentlicht entsprechende Daten einmal pro Monat. Der Bericht zur Transaktion vom 30.7. erscheint Ende August.

Auch Südkorea griff ein. Das Land verkaufte am Donnerstag zusammen mit Japan US-Dollar, wie ein Reuters-Zeitstrahl zeigt. Wochen zuvor sagte Goldman Sachs eine weitere Schwäche bis 165 voraus.

Was das für Bitcoin bedeutet

Der Bitcoin-Kurs (BTC) lag zum Redaktionsschluss bei etwa 63.034 USD. Er fiel in den letzten 24 Stunden um 1,25 %, der Marktwert lag bei 1,26 Billionen USD. Bitcoin ist nicht nur gefallen. Er fiel allein.

An der Wall Street war der Freitag positiv. Der Nasdaq stieg um 1 %. Der S&P 500 legte 0,7 % zu. Der Dow gewann 0,53 %, wie CNBC berichtet. Bitcoin entwickelte sich hingegen umgekehrt.

Leistungen von Bitcoin, Nasdaq, S&P500 und Dow Jones. Quelle: TradingView
Leistungen von Bitcoin, Nasdaq, S&P500 und Dow Jones. Quelle: TradingView

Diese Lücke ist entscheidend. Aktientrader schauten auf die Tech-Ergebnisse, während Krypto-Trader nach Tokio blickten.

Der Grund dafür ist einfach. Die Zinsen in Japan lagen seit Jahren nahe null. Trader liehen sich günstig Yen, tauschten diese in USD und investierten in riskantere Vermögenswerte: Aktien, Anleihen und Bitcoin. Das ist der sogenannte Carry Trade.

Das funktioniert, solange der Yen schwach bleibt. Bei einer schnellen Yen-Rallye bricht dieses Muster. Trader verkaufen dann ihre Positionen, um die Kredite zurückzuzahlen. Die Belastung im japanischen Anleihemarkt zeigte dieses Risiko bereits Anfang Juli.

Solche Situationen gab es bereits vorher. Die Bank of Japan erhöhte die Zinsen am 31. Juli 2024. Der Yen sprang an. In wenigen Tagen fiel der Nikkei 225 um 12,4 %, das war der schlechteste Tag seit 1987. Auch Krypto fiel damals mit.

Eine Sache ist diesmal anders. Damals begann alles mit einer Zinserhöhung, und Erhöhungen schließen die Lücke dauerhaft. Am Freitag jedoch wurde gekauft. Käufe wirken nicht dauerhaft.

Worauf Sie als Nächstes achten sollten

Die Bank of Japan ließ die Zinsen diese Woche mit 1 % unverändert, beschlossen wurde das mit einer 8:1-Mehrheit. Das ist der höchste Wert seit 1995. Dennoch liegt er deutlich unter der 3,75 %-Grenze in den USA. Gouverneur Kazuo Ueda sprach von möglichen weiteren Erhöhungen, sagte aber keine zu.

„Ohne Unterstützung durch den Zinsunterschied dürfte die Wirkung von Interventionen am Devisenmarkt relativ kurzlebig sein”, berichtete Bloomberg am Freitag und berief sich auf die Evercore ISI-Strategen Marco Casiraghi und Gang Lyu.

Drei Termine sind jetzt wichtig:

  • Japan bestätigt seine realen Ausgaben Ende August.
  • Bessent trifft Ueda beim Treffen der Finanzminister der Gruppe der 20 (G20) in Asheville, North Carolina, ebenfalls im August.
  • Danach bestimmen die Zinspolitik von Fed und BOJ den weiteren Verlauf.

Eine einfache Grenze ist bei 160. Bleibt der USD unter 160 Yen, hat die Verteidigung gehalten. Steigt er wieder darüber, stehen Tokio und Washington erneut vor der gleichen Entscheidung, allerdings mit einer größeren Rechnung.


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Haftungsausschluss

Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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