Der letzte Rückgang beim Bitcoin-Kurs ist mehr als nur eine technische Korrektur. Der Kurs nähert sich einer Marke, die direkte Folgen für das Mining hat – und dadurch ändert sich das Risiko am Markt.
Um 70.000 USD herum wird aus einem reinen Trader-Markt ein Markt, bei dem plötzlich Dinge wie die Wirtschaftlichkeit des Netzwerks, das Verhalten der Miner und das Risiko von erzwungenen Verkäufen wichtig werden. Deshalb ist diese Marke momentan wichtiger als jede Trendlinie oder gleitender Durchschnitt.
SponsoredBitcoin: Mining gerät in die Stresszone
Bei der aktuellen Schwierigkeit im Netzwerk und Stromkosten von etwa 0,08 USD pro kWh zeigt neue Mining-Analyse einen klaren Druckbereich.
Die meisten Antminer-S21-Maschinen, die einen großen Teil der aktuellen weltweiten Hashrate ausmachen, haben Abschaltpreise, die sich zwischen 69.000 USD und 74.000 USD pro Bitcoin sammeln.
Einfach gesagt: Unter dieser Spanne verdienen viele Miner durch den reinen Betrieb kein Geld mehr.
Der Bitcoin-Kurs schwankt oft um einige Tausend USD nach oben oder unten. Was diesen Moment besonders macht, ist wer durch den Kurs gestresst wird und nicht, wie schnell er sich bewegt.
Über 70.000 USD bleibt Mining im Großen und Ganzen rentabel. Fällt der Kurs darunter, wird Rentabilität zur Ausnahme. Folglich können sich nur die effizientesten Miner am Markt halten, während mittlere Betreiber mit Verlusten zu kämpfen haben.
Dadurch entsteht nicht nur Druck auf den Kurs, sondern auch auf Zahlungsströme, Bilanzen und das Verhalten der Beteiligten.
Sponsored SponsoredShutdown-Kurs ist kein garantiertes Kurs-Mindestniveau
Man muss hier ganz genau sein.
Ein Abschaltpreis ist kein garantiertes Unterstützungslevel. Miner bestimmen nicht direkt den Bitcoin-Kurs und manchmal bleibt der Markt längere Zeit unter den Betriebskosten der Miner.
Trotzdem zeigen Abschaltpreise Bereiche, in denen sich das Verhalten ändert. Und das Verhalten bewegt in Stresszeiten die Märkte.
Bitcoin-Kurs im letzten Monat. Quelle: CoinGecko
Droht ein Absturz? Das passiert, wenn der Bitcoin-Kurs unter die 70.000-USD-Marke fällt
Wenn Bitcoin nur kurzzeitig unter 70.000 USD fällt und sich dann rasch erholt, bleibt der Effekt gering. Bleibt der Kurs dauerhaft darunter, kommen mehrere Folgen zusammen.
Zunächst könnten schwächere Miner BTC-Reserven verkaufen, um laufende Strom- und Hosting-Kosten zu decken. Manche Miner schalten vielleicht Maschinen ab, wodurch die Hashrate sinkt.
Am wichtigsten dabei: Schlechte Stimmung verstärkt sich, denn jetzt sprechen Nachrichten nicht mehr von „Schwankungen“, sondern von „Mining-Stress“.
Sponsored SponsoredFür sich genommen sind diese Punkte nicht gefährlich. Doch gemeinsam können sie Verluste verstärken.
Mining-Stress wird problematisch, wenn er gleichzeitig mit Liquiditätsengpässen auftritt.
Im Moment muss der Bitcoin-Kurs bereits mit Folgendem fertig werden:
- Strenge weltweite Liquidität
- Weniger Risikobereitschaft
- ETF-Abflüsse und Liquidationen bei Derivaten
Wenn Mining-Stress noch zu diesen Risiken führt und erzwungene Verkäufe folgen, kann der Markt schneller abstürzen, als es die Grundlagen eigentlich rechtfertigen würden.
So entstehen schnelle, chaotische Kursbewegungen – nicht weil Bitcoin „kaputt“ ist, sondern weil mehrere Druckpunkte gleichzeitig wirken.