Bitcoin bewegte sich am Montag vorsichtig, als der Vorsitzende der US-Notenbank Jerome Powell eine seltene, spontane Rede an der Harvard-Universität hielt.
In seiner Ansprache äußerte Powell sowohl Warnungen als auch Unklarheiten sowie langfristige Bedenken, sodass die Märkte weiterhin nach Orientierung suchen.
Bitcoin-Kurs schwankt: Powells Harvard-Aussagen sorgen für neue Unsicherheit
Der König der Kryptowährungen wurde zum Zeitpunkt dieses Artikels mit 67.415 USD gehandelt. Damit zeigte sich ein schwankender, aber leicht positiver Tagesverlauf.
Die Kursentwicklung spiegelt eine allgemein zurückhaltende Haltung bei Investoren wider, da Powells Aussagen keine klaren Hinweise auf die nächsten Schritte der US-Notenbank gaben.
Powell räumte ein, dass die US-Notenbank derzeit mit außergewöhnlich großer Unsicherheit konfrontiert ist. Die Entscheidungsträger „wissen nicht“, welche vollständigen wirtschaftlichen Auswirkungen die aktuellen globalen und hausinternen Entwicklungen noch haben werden.
Er betonte zudem, dass geldpolitische Instrumente „keinen spürbaren Einfluss auf Angebotsschocks“ haben. Zugleich trüben geopolitische Spannungen rund um Iran und Änderungen der US-Wirtschaftspolitik weiterhin den Ausblick.
Bezüglich der Inflation meinte Powell, dass Zölle einmalig einen Anstieg zwischen 0,5% und 1% verursachen könnten, betonte aber, dass die Inflationserwartungen weiterhin „fest verankert“ seien.
Die US-Notenbank hat jedoch nach wie vor Schwierigkeiten, die Inflation auf das Ziel von 2% zurückzuführen, das sie bereits über einen längeren Zeitraum verfehlt hat.
Powell warnt vor Haushaltsrisiken und Arbeitsmarkt-Schwäche, Bitcoin bleibt stabil
Auch Sorgen um den Arbeitsmarkt spielten eine Rolle. Powell hob eine schwache Schaffung neuer Arbeitsplätze hervor und nannte Veränderungen in der Einwanderungspolitik als Faktoren, die sowohl das Arbeitsangebot als auch die Nachfrage reduzieren.
Seine Aussagen machen deutlich, dass der Arbeitsplatzmarkt unter der stabilen Oberfläche fragiler geworden ist.
Für die Kryptomärkte ist jedoch besonders Powells erneute Warnung zur US-Finanzlage hervorzuheben, weniger die unmittelbaren geldpolitischen Signale.
Er wiederholte, dass die Staatsverschuldung „deutlich“ schneller wächst als die Wirtschaft und bezeichnete diese Entwicklung als „nicht nachhaltig“. Er warnt, dass es „kein gutes Ende nehmen wird“, wenn das Problem weiter verschoben wird.
Dieses Narrativ bleibt in der Bitcoin-Community sehr präsent, da der Coin häufig als Absicherung gegen langfristige Entwertung von Fiatwährungen und finanzielle Instabilität gesehen wird.
Obwohl Powell keine unmittelbar bevorstehende Krise ankündigte, unterstreicht seine Sichtweise die strukturellen Bedenken, auf denen die langfristig bullische Überzeugung für Bitcoin basiert.
Trotzdem bleiben die kurzfristigen Reaktionen am Markt verhalten. Trader richten den Fokus derzeit stärker auf den Zeitpunkt von Zinssenkungen. Nach aktuellen Prognosen besteht lediglich eine geringe Wahrscheinlichkeit für genau eine Zinssenkung in diesem Jahr.
Powell bestätigte, dass die US-Notenbank „derzeit noch nicht über künftige Maßnahmen diskutiert“, was die Erwartungen an kurzfristige geldpolitische Änderungen weiter abschwächt.
Die Mischung aus unklaren Signalen zur Wirtschaft, anhaltenden Inflationsproblemen und fiskalischen Warnungen sorgt dafür, dass sowohl die traditionellen als auch die Kryptomärkte weiterhin abwarten.
Das ruhige, aber stabile Verhalten von Bitcoin spiegelt diese allgemeine Unsicherheit wider.