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Nexo-Analyst warnt vor Bitcoin-Kurs-Hürde – Darum ist das Überschreiten der 70.000-USD-Marke jetzt entscheidend

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Geschrieben von
Ananda Banerjee

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Redigiert von
Phil Haunhorst

26 Februar 2026 09:56 CET
  • Bitcoin-Kurs erreicht 70.000 USD – Starke Hürde bremst weiteren Anstieg
  • Langfristige Anleger verkaufen weiter – trotz Bitcoin-Kursanstieg um 12 Prozent
  • Geringes Angebot über 70.800 USD: Steht der nächste große Bitcoin-Kursanstieg bevor?
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Der Bitcoin-Kurs ist in den letzten 24 Stunden um fast fünf Prozent gestiegen und hat kurz die Marke von 70.000 USD erreicht, bevor er wieder auf etwa 68.000 USD zurückging. Mit diesem Anstieg konnte Bitcoin fast 12 Prozent vom Tiefstand am 24. Februar gutmachen.

Trotz dieser starken Bewegung konnte Bitcoin nicht über 70.000 USD bleiben. Dieser Rückzug ist nicht zufällig. Er zeigt ein tieferliegendes Problem, das laut Dessislava Ianeva, Research Analyst bei Nexo, die Erholung von Bitcoin weiterhin begrenzt. Verschiedene Daten zeigen nun, dass es zwar Kaufsignale gibt, die Überzeugung aber schwach bleibt. Und solange Bitcoin den Bereich zwischen 70.000 und 70.800 USD nicht überschreitet, könnte diese Erholung unvollständig bleiben.

Smart Money zeigt Erholung beim Kurs, echter Ausbruch ist aber noch unbestätigt

Die jüngste Erholung von Bitcoin kam nicht überraschend. Ein wichtiger Indikator, der sogenannte Smart Money Index (SMI), begann am 24. Februar zu steigen. Dieser Indikator verfolgt das Handelsverhalten erfahrener Händler, die oft für kluge Strategien stehen. Steigt dieser Index, deutet das darauf hin, dass erfahrene Investoren sich früh positionieren.

Zuletzt geschah das am 13. Februar, als der SMI in Richtung Signallinie stieg. Damals konnte der Bitcoin-Kurs in zwei Tagen rund sieben Prozent zulegen.

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Bitcoin-Muster
Bitcoin-Muster: TradingView

Dieses Mal war die Bewegung noch stärker. Bitcoin stieg fast 12 Prozent und erreichte kurz die 70.000 USD. Gleichzeitig bildet Bitcoin jetzt scheinbar eine Tassen- und Henkel-Formation. Diese Struktur gilt als bullisch. Sie taucht oft vor Ausbrüchen auf.

Doch bisher ist der Ausbruch nicht bestätigt. Bitcoin bleibt weiter unterhalb der wichtigen aufwärtsgerichteten Nackenlinie zwischen 70.000 und 70.800 USD.

Dieser Bereich gilt jetzt als wichtige Marke. Überschreitet Bitcoin ihn nicht, bleibt das Muster unvollständig.

Nexo-Analyst: Darum fehlt der Bitcoin-Kurserholung noch die Überzeugung

Trotz bullischer technischer Signale fehlt immer noch die nötige Nachfrage. Das zeigen die Handelsvolumen deutlich.

Anfang Februar erreichte das Bitcoin-Handelsvolumen 125,5 Mrd. USD, und das während der vorherigen Kursbewegung. Heute liegt das Handelsvolumen nur bei rund 52 Mrd. USD. Das sind über 58 Prozent weniger.

Handelsstimmung schwächt sich ab
Handelsstimmung schwächt sich ab: Santiment

Noch wichtiger ist aber: Dessislava Ianeva hat diese schwache Handelsbeteiligung bestätigt.

„Im Jahr 2026 sind die durchschnittlichen BTC-Handelsvolumen ungefähr 17 Prozent niedriger als im Jahr 2025. Das zeigt eine schwache Marktteilnahme”, sagte Ianeva.

Das bedeutet, weniger Teilnehmer unterstützen den Anstieg. Für eine dauerhafte Kursrally ist eine starke Beteiligung jedoch wichtig. Auch das Open Interest ist stark gesunken.

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Open Interest misst die Anzahl aktiver Futures-Positionen. Anfang Januar lag das Open Interest bei rund 37,5 Mrd. USD. Jetzt sind es etwa 21,5 Mrd. USD. Das ist ein Rückgang um 43 Prozent. Das zeigt, dass weniger Trader bereit sind, große Positionen einzugehen.

Ianeva ergänzte dazu:

„Die Derivatepositionen haben sich normalisiert, und die Finanzierungsbedingungen sind entspannter. Das spricht für eine ruhige Entschuldung, nicht für eine Systemkrise.”

Der Markt wird also stabiler. Allerdings fehlt auch dadurch der starke Kaufdruck. Das erklärt, warum sich die Bitcoin-Erholung weiterhin langsam entwickelt.

Langfristige Bitcoin-Halter verkaufen weiter – trotz Kursanstieg

Ein weiterer Hinweis auf schwache Überzeugung – neben dem fehlenden Kaufdruck – kommt von den Langzeithaltern von Bitcoin.

Das Long-Term Holder Net Position Change misst, ob diese Halter in 30 Tagen eher BTC kaufen oder verkaufen. Solche Anleger gelten als besonders stark, da sie meist bei Crashs kaufen und an Marktspitzen verkaufen.

Aktuell verkaufen sie aber weiterhin.

Am 24. Februar gab es eine Nettoreduzierung von 78.583 BTC über einen rollierenden Zeitraum von 30 Tagen. Die Verkäufe sind zuletzt nur leicht auf 75.911 BTC gesunken. Das ist immer noch deutlich mehr als die Reduktion von 61.431 BTC am 23. Februar.

Langzeit-Halter
Langzeithalter: Glassnode

Das bedeutet: Obwohl der Bitcoin-Kurs fast 12 Prozent gestiegen ist, kaufen Langzeithalter nicht mehr. Sie geben weiterhin Coins ab.

Das ist ein großes Problem für jede Rallye. Denn nachhaltige Erholungen beim Bitcoin-Kurs starten in der Regel, wenn die Langzeithalter wieder stark kaufen – und nicht verkaufen.

Dessislava Ianeva hat außerdem auf dieses allgemein fehlende Vertrauen hingewiesen, was Teil der makroökonomischen Sorgen ist.

„Makro-Unsicherheit schränkt die Liquidität weiterhin ein, obwohl überschüssige Bereiche speziell im Kryptobereich zum Großteil bereinigt wurden und der Markt in einer gesünderen Position ist.”

Das bestätigt: Auch wenn sich die Struktur von Bitcoin durch das Entfernen von Überschüssen, wie zum Beispiel Hebel, verbessert, ist ein starkes Vertrauen noch nicht zurückgekehrt. Solange Langzeithalter nicht aufhören zu verkaufen und wieder mit dem Akkumulieren beginnen, bleibt das Aufwärtspotenzial für Bitcoin begrenzt – besonders in der Nähe von wichtigen Widerstandsbereichen wie 70.000 USD.

Angebots-Cluster bei 70.000–70.800 USD: Hier liegt die echte Bitcoin-Kurs-Hürde

Der wichtigste Grund, warum Bitcoin nahe 70.000 USD gestoppt ist, kommt von On-Chain-Daten zum Angebot. Diese Daten heißen URPD, also UTXO Realized Price Distribution. Sie zeigen, bei welchem Kurs Investoren zuletzt ihre BTC gekauft haben.

Gerade gibt es zwei große Angebots-Cluster. Das erste liegt bei etwa 69.400 USD und hält ungefähr 0,93 Prozent des Angebots. Das zweite liegt bei 70.600 USD und hält rund 0,60 Prozent des Angebots. Zusammen umfasst dieser Bereich etwa 1,5 Prozent des gesamten BTC-Angebots.

Weniger große Cluster über 70.600 USD
Weniger große Cluster über 70.600 USD: Glassnode

Das macht diesen Bereich zu einer der stärksten Widerstandszonen. Deshalb hat Bitcoin zwar 70.000 USD berührt, konnte aber nicht darüber bleiben.

Investoren, die bei diesen Kursen gekauft haben, verkaufen jetzt vermutlich, um mit einem blauen Auge davon zu kommen. Dadurch entsteht Verkaufsdruck. Dennoch zeigt das auch, warum ein Durchbruch über 70.800 USD entscheidend sein könnte.

Über 70.800 USD wird das Angebot deutlich dünner, da der letzte wichtige Cluster bei 70.600 USD durchbrochen wird. Das bedeutet, es gibt weniger Verkäufer, und wenn Bitcoin über 70.800 USD steigt, liegt das nächste große Ziel bei etwa 78.600 USD. Das wäre ein mögliches Plus von über 11 Prozent, gemessen an der Distanz von Tasse zu Nackenlinie.

Außerdem ist dieses Niveau nicht zufällig: Der technische Widerstand passt auch zu einem wichtigen URPD-Cluster bei 78.200 USD.

BTC Kurs-Widerstand
BTC Kurs-Widerstand: Glassnode

Allerdings gibt es weiterhin Risiken nach unten, weil der übergeordnete Trend für den BTC-Kurs eher schwächer ist. Bitcoin muss über 65.700 USD bleiben, um bullisch zu bleiben. Wenn Bitcoin unter 62.400 USD fällt, wäre das bullische Muster komplett zerstört.

Bitcoin Kurs-Analyse
BTC-Kurs-Analyse: TradingView

Im Moment steht Bitcoin an einem Wendepunkt. Smarte Investoren zeigen eine frühe Ausrichtung. Ein vergleichsweise geringes Handelsvolumen, geringeres offenes Interesse und starkes Angebot bei 70.000 USD verhindern jedoch weiterhin einen Ausbruch. Wie die Nexo-Analystin Dessislava Ianeva erklärt hat, wird die Marktstruktur besser. Doch das volle Vertrauen ist noch nicht zurück.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust-Projekts dient dieser Preisanalyse-Artikel nur zu Informationszwecken und sollte nicht als Finanz- oder Anlageberatung angesehen werden. BeInCrypto verpflichtet sich zu einer genauen, unvoreingenommenen Berichterstattung, aber die Marktbedingungen können sich ohne vorherige Ankündigung ändern. Führen Sie immer Ihre eigenen Nachforschungen durch und konsultieren Sie einen Fachmann, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen. Außerdem bietet die vergangene Performance keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

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