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Bitcoin-Kurs springt um 20 Prozent – droht jetzt eine bullische Falle trotz steigender US-Nachfrage?

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Geschrieben von
Ananda Banerjee

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Redigiert von
Phil Haunhorst

09 Februar 2026 08:02 CET
  • Klinger-Divergenz nach 22-Prozent-Rückgang: Droht jetzt ein 50-Prozent-Crash Richtung 60.000 USD?
  • US-Nachfrage erholt sich, doch Rückgänge von 18 Prozent wie in früheren Zyklen möglich
  • Bricht der Bitcoin-Kurs unter 67.350 USD, droht ein Absturz auf 57.900, 53.450 und 43.470 USD.
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Der Bitcoin-Kurs ist nach einem Rückgang auf fast 60.000 USD am 6. Februar um fast 20 Prozent gestiegen. Diese Bewegung weckt neue Hoffnungen auf „Buy the Dip“ und bringt Gespräche über einen lokalen Tiefpunkt in Gang. Gleichzeitig beginnen US-Nachfrageindikatoren, sich von den letzten Tiefstständen zu erholen.

Allerdings deuten Signale zum Volumen, Daten aus der Chain und die Kursstruktur darauf hin, dass diese Erholung zerbrechlich sein könnte. Mehrere Warnsignale ähneln Mustern, die in diesem Zyklus bereits große Rückgänge angekündigt haben.

Bärenflagge signalisiert: Großinvestoren halten sich zurück

Eines der deutlichsten Warnsignale kommt vom Klinger-Oszillator, einem Indikator, der das Handelsvolumen großer Investoren misst.

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Anders als Indikatoren wie der CMF, der sich vor allem auf kurzfristigen Druck durch große Summen konzentriert, misst der Klinger-Oszillator die Intensität des großen Handelsvolumens über längere Trends hinweg. Er soll zeigen, wie große Spieler sich im Laufe der Zeit positionieren, nicht nur von Tag zu Tag.

Einfach gesagt, zeigt er, ob große Anleger heimlich kaufen oder sich darauf vorbereiten, bei einer Erholung zu verkaufen.

Zwischen dem 6. Oktober und dem 14. Januar fiel Bitcoin von etwa 126.000 USD auf 97.800 USD, ein Rückgang von rund 22 Prozent. In dieser Zeit stieg der Klinger-Oszillator, obwohl der Kurs schwächer wurde. Das zeigte eine bärische Divergenz.

Schwächere institutionelle Flüsse
Schwächere institutionelle Flüsse: TradingView

Diese Divergenz zeigte an, dass das Volumen großer Wallets (zum Beispiel Wale und Institutionen) den Kurs nicht stützte. In den nächsten Wochen fiel Bitcoin weiter bis auf 60.000 USD, während der Klinger-Wert stark abnahm (mögliche Abflüsse großer Gelder).

Ein ähnliches Muster taucht nun wieder auf.

Zwischen dem 2. Februar und dem 9. Februar sank der Kurs, während der Klinger-Oszillator stieg. Das deutet an, dass große Anleger (bei den letzten Käufen) eher in Erholungen verkaufen, statt langfristige Positionen aufzubauen.

Außerdem hat der Rückgang von Bitcoin von Mitte Januar bis Anfang Februar einen deutlichen Abwärtstrend („Pole“) gebildet. Die aktuelle Erholungsbewegung sieht aus wie eine Bärenflagge. Dieses Muster deutet meist auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends hin. Sollte die untere Trendlinie brechen, könnte es zu einem Crash von fast 40 Prozent kommen. Das könnte bullische Anleger in der Erholung in eine Falle locken.

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BTC bildet eine Bull-Trap
BTC bildet eine Bull-Trap: TradingView

Steigende Klinger-Werte zusammen mit einer Bärenflagge bedeuten oft, dass Erholungen nicht von großen Investoren getragen werden. Große Investoren sind aktiv, aber nicht im Akkumulationsmodus, und sie könnten jederzeit verkaufen. Tage mit Abflüssen aus BTC-ETFs in der nächsten Zeit würden diese Theorie stützen.

Steigende US-Nachfrage signalisiert nicht immer das Tief

Diese technische Schwäche kommt nicht allein, sondern tritt auf, obwohl die US-Nachfrage bereits etwas besser wird.

Der Coinbase Premium Index zeigt, ob Bitcoin auf der US-Börse Coinbase teurer oder billiger als auf anderen Börsen gehandelt wird. Er spiegelt vor allem die Nachfrage großer Anleger aus den USA wider.

Am 4. Februar fiel der Index auf etwa -0,22, was auf wenig US-Beteiligung hindeutet. Dieser Wert lag nahe am 31. Dezember 2024, an dem der Index auf -0,23 fiel. Damals stand Bitcoin bei rund 93.300 USD.

Coinbase Premium Index
Coinbase Premium Index: CryptoQuant
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Viele Trader dachten, es sei ein Boden erreicht. Doch der Kurs fiel später auf etwa 76.200 USD, also um fast 18 Prozent.

Seit Anfang Februar hat sich der Index auf etwa -0,07 erholt. Das zeigt höheres US-Interesse und stimmt mit dem Anstieg des Klinger-Oszillators überein. Dennoch zeigt die Vergangenheit: Die Nachfrage erholt sich oft vor Kurstiefs, nicht danach. Auch 2024 stieg die US-Nachfrage zuerst, bevor die stärkere Korrektur kam.

Daten aus der Chain erhöhen das Risiko weiter.

Die Gruppe der Halter zwischen einem Tag und einer Woche, meist kurzfristige Trader, hat ihren Anteil am Bestand seit dem 5. Februar (während der 20-Prozent-Erholung) von etwa 2,05 Prozent auf über 3,3 Prozent gesteigert. Das sind mehr als 60 Prozent Zuwachs in wenigen Tagen, wie die HODL Waves zeigen – ein Messwert, der Wallets nach Haltedauer sortiert.

Kurzer BTC-Zeithorizont kauft den Dip
Kurzer BTC-Zeithorizont kauft den Dip: Glassnode

Diese Gruppe verkauft meist schnell, wenn der Kurs fällt. Ihre stärkere Aktivität macht den Markt deshalb unsicherer. Schon Ende Januar gab es einen ähnlichen Anstieg bei kurzfristigen Inhabern, worauf ein schneller Rückgang um drei Prozent folgte. Bis jetzt trifft die stärkere US-Nachfrage vor allem auf mehr Spekulation und nicht auf große Überzeugung.

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Wichtige Bitcoin-Kursmarken: Hier droht das nächste Scheitern

Alle Signale deuten nun auf einige wichtige Bitcoin-Kurszonen.

Die erste große Unterstützung liegt bei 67.350 USD. Ein Tagesschlusskurs darunter könnte neuen Verkaufsdruck auslösen.

Falls diese Marke fällt, sind die nächsten Ziele nach unten:

  • 60.130 USD, das letzte Tief
  • 57.900 USD (eine wichtige Fibonacci-Unterstützung und fast 18 Prozent Korrektur vom aktuellen Stand)
  • 53.450 USD, eine wichtige Rücklaufzone
  • 43.470 USD, das Ziel der Bärenflagge

Ein Kursrückgang von jetzt bis auf 43.400 USD entspräche einem weiteren Minus von etwa 35 Prozent. Nach oben muss Bitcoin zuerst 72.330 USD zurückgewinnen, um sich zu stabilisieren und aus einer möglichen Bullenfalle herauszukommen. Diese Marke hat zuletzt weitere Anstiege gestoppt.

Bitcoin-Kursanalyse
Bitcoin-Kursanalyse: TradingView

Oberhalb davon bleibt 79.240 USD entscheidend. Wird diese Zone zurückgewonnen, würde etwa die Hälfte des früheren Kursrutsches aufgeholt und die bärische Struktur wahrscheinlich aufgehoben. Erst dann wäre der Weg zu 97.870 USD wieder offen. Bis es dazu kommt, bleiben alle Bitcoin-Kursanstiege gefährdet.

Haftungsausschluss

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