Der Bitcoin-Kurs bewegt sich aktuell seitwärts, nachdem er am Vortag leicht um 1 Prozent nachgab. Trotzdem sorgt eine mutige Prognose von Farzam Ehsani, dem CEO von VALR, für Aufmerksamkeit.
Seine Aussage betont große Chancen für Bitcoin, sobald Kapital von Edelmetallen in andere Anlagen fließt. Im Moment muss Bitcoin aber noch einige kurzfristige Widerstände überwinden, bevor dieses Szenario eintreten kann.
VALR-CEO: Warum weiteres Kurspotenzial nur aufgeschoben ist
Ehsani schaut weniger auf reine Chartmuster, sondern mehr auf die Bewegungen von Kapital. Er sagte in einem exklusiven Gespräch mit BeInCrypto:
Sponsored„Starkes Kurswachstum bei Bitcoin und Ethereum startet wahrscheinlich erst, wenn die Rallye bei den Edelmetallen vorbei ist“, betonte er.
Er erklärt das seitwärts laufende Verhalten von Bitcoin damit, wohin weltweites Kapital gerade fließt:
„Im letzten Jahr ist der Goldpreis um 69 Prozent gestiegen und Silber sogar um 161 Prozent … Dadurch ist das Aufwärtsmomentum bei den führenden Krypto-Assets etwas ins Stocken geraten“, hebt er hervor.
Diese Verbindung sieht man auch in den Daten. Die kurzfristige Korrelation zwischen Bitcoin und Gold liegt gerade bei etwa −0,11. Das zeigt, dass sich beide Werte leicht gegensätzlich bewegen. Kapital fließt wegen politischer Unsicherheit und geringerer Liquidität in Metalle und dadurch fehlt es etwas in Krypto.
Wichtig: Ehsani sieht darin keine strukturelle Schwäche:
„Langfristige Bitcoin-Halter haben zum ersten Mal seit Juli das Verkaufen eingestellt“, sagte er.
Damit fällt ein großer Teil des Angebots weg. Ehsani beschreibt die momentane Phase so:
Sponsored Sponsored„Es ist die Ruhe vor dem Sturm, die meistens von einer größeren Rallye am Krypto-Markt gefolgt wird“, sagte er.
Sein Hauptszenario basiert darauf, dass sich die Lage bei Metallen ändert:
„Im ersten Quartal 2026 könnte Bitcoin auf 130.000 USD steigen … Aber dieses Szenario ist eher unwahrscheinlich, wenn sich die Preisdynamik bei Gold und Silber nicht verändert“, ergänzte er.
Die große Idee dahinter ist klar. Bitcoins Anstieg wird nur durch die Verteilung des Kapitals verzögert, nicht durch grundlegende Probleme. Es gibt allerdings auch ein paar Hürden in der Blockchain selbst.
Kurzfristige Holder sorgen für die erste echte Bewährungsprobe
Langfristige Halter verkaufen derzeit nicht, wie Ehsani betont. Kurzfristige Halter haben aber jetzt mehr Einfluss auf den Kurs. Sie besitzen Bitcoin meist erst seit etwa hundertfünfzig Tagen und reagieren eher empfindlich, wenn der Preis in die Nähe ihres Kaufwertes kommt.
SponsoredDiese wichtige Marke nennt sich „Short-Term Holder Realized Price“ und liegt aktuell bei ungefähr 99.100 USD. Das ist der durchschnittliche Kaufpreis der letzten Käufer. In diesem Bereich verändern viele Anleger ihr Verhalten: Liegt der Preis darunter, machen sie Verluste. Kommt der Kurs in die Nähe, wollen viele zumindest ohne Verlust verkaufen. Dadurch könnten neue Verkaufswellen entstehen, falls kein neues Kapital nachfließt.
Dieser Druck zeigt sich auch im „Net Unrealized Profit/Loss“ (NUPL) der kurzfristigen Halter. Am 18. Dezember lag der NUPL bei etwa minus 0,18, was auf hohe Verluste hindeutet. Inzwischen ist er auf etwa minus 0,05 geklettert. Das bedeutet: Die Verluste werden kleiner.
Sobald der NUPL fast bei null liegt, wird oft wieder mehr verkauft. Das liegt nicht daran, dass der Markt plötzlich bärisch wird, sondern daran, dass viele Trader ohne Verlust aussteigen wollen. Das erklärt auch, warum Bitcoin am Bereich um 99.100 USD festhängt, obwohl die makroökonomischen Signale besser werden.
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Das Kursdiagramm von Bitcoin macht diesen Druck deutlich.
Der Bitcoin-Kurs bildet eine Tasse-mit-Henkel-Formation. Das ist eine bullische Struktur, die nach einem Anstieg von der Widerstandszone bei 95.180 USD wieder nach oben streben kann. Um weiter im Kurs zu steigen, muss Bitcoin zwei wichtige Hürden nehmen – aber erst, wenn der Ausbruch über 95.180 USD gelingt.
Die erste Hürde ist der Bereich um 99.400 USD. Dieser Wert liegt nahe am durchschnittlichen Kaufpreis der kurzfristigen Halter. Erst wenn Bitcoin klar über dieser Marke schließt, wäre das Zeichen stark, dass der Verkaufsdruck dort nachgelassen hat.
Das zweite Hindernis liegt in der Nähe von 101.600 USD. Dieser Wert entspricht dem 365-Tage-Durchschnitt. Dieser Durchschnitt zeigt den langfristigen Trend des Bitcoin-Kurses über ein Jahr. Wird dieser wieder zurückerobert, deutet es oft darauf hin, dass der Markt von einer Phase der Seitwärtsbewegung in eine Phase des Wachstums übergeht.
Falls der Kurs beide Marken, mit einem Tagesschluss, zurückerobert, unterstützt Bitcoins Struktur eine Bewegung in Richtung höherer Ziele. Das stimmt auch mit Ehsanis langfristiger Einschätzung überein. Das erste wichtige Ziel wäre dann laut Chart-Erweiterung 108.000 USD.
Nach unten bleibt das bullische Muster über 91.900 USD bestehen. Das ist die Untergrenze des Griffs. Ein stärkere Rückgang unter 84.300 USD, also die Basis der Tasse, würde die Chartstruktur ungültig machen und einen Anstieg verzögern. Dennoch würde die übergeordnete Einschätzung bestehen bleiben.
Die langfristige Entwicklung von Bitcoin bleibt positiv. Kurzfristig braucht es allerdings einen weiteren Beweis für Stärke. Der letzte Schritt vor einer möglichen neuen Bewegung ist, den Verkaufsdruck durch kurzfristige Anleger zu überwinden, sodass das Kapital neu verteilt werden kann.