Der Bitcoin-Kurs (BTC) ist in der vergangenen Woche um 6% gefallen und liegt nun bei etwa 68.100 USD, nachdem am 21. März eine Kopf-Schulter-Nackenlinie durchbrochen wurde.
Durch diesen Bruch wurde ein technisches Kursziel bei etwa 62.200 USD aktiviert, was rund 10% unter der Nackenlinie liegt. Allerdings zeigen On-Chain-Daten, dass Wale und langfristige Halter aktuell stark akkumulieren. Damit entsteht ein Tauziehen zwischen technischer Schwäche und einer auf Überzeugung beruhenden Nachfrage.
Kopf-Schulter-Muster: 62.200 USD möglich
Bitcoin hat Anfang März auf dem 12-Stunden-Chart ein Kopf-Schulter-Muster vollendet, das sich seit Ende Februar gebildet hatte. Die Nackenlinie dieses bärischen Musters wurde schließlich am 21. März durchbrochen.
Die Nackenlinie verlief ansteigend, was normalerweise auf eine stetige Kaufdynamik hinweist. Fällt diese Art von Unterstützung, ist die nachfolgende Abwärtsbewegung oft stärker, da der Halt für Käufer wegfällt. Die technische Projektion aus der Nackenlinie ergibt einen Zielwert von etwa 62.200 USD, ein Rückgang von rund 10,25% gegenüber dem Ausbruchspunkt.
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Es gibt auf demselben Chart einen möglichen Ausgleich. Zwischen dem 8. März und dem 22. März bildete der Bitcoin-Kurs ein höheres Tief auf den Kerzen, während der Relative Strength Index (RSI), ein Momentum-Indikator, ein tieferes Tief zeigte. Diese verborgene bullische Divergenz deutet darauf hin, dass das Momentum die aktuelle Schwäche womöglich übertreibt, was Raum für eine kurzfristige Erholung lassen kann.
Der RSI liegt aktuell bei 39,77, damit unter der neutralen 50-Marke, aber noch nicht im überverkauften Bereich. Ob sich daraus eine nachhaltige Erholung entwickelt, hängt davon ab, wer aktuell kauft und wie stark die Widerstände oberhalb sind.
Whales und Langzeit-Halter setzen auf Chancen
Trotz des Kursrückgangs bauen Bitcoin-Wale ihre Positionen weiter aus. Laut Glassnode lag die Zahl der Adressen mit mindestens 1.000 BTC am 22. März bei 1.283 — dem höchsten Stand seit einem Jahr. Seit Anfang März steigt diese Zahl stetig, beschleunigte sich aber nach dem Durchbruch der Nackenlinie am 21. März, als sie von etwa 1.277 auf 1.283 anstieg. Das bedeutet, es wurden mindestens 6.000 BTC in zwei Tagen zusätzlich gehalten. Das Volumen ist klein, aber zeigt das bullische Sentiment der Wale.
Auch langfristige Halter — also Investoren, die ihre Coins seit mehr als 365 Tagen halten — verhalten sich ähnlich. Die tägliche Netto-Positionsveränderung dieser Gruppe wurde Anfang März positiv und erreichte bis zum 22. März 144.374 BTC, nach 129.262 BTC am 21. März. Das entspricht einer Zunahme der Akkumulation von knapp 12%.
Das Timing ist interessant: Die Wale fingen mit dem Aufbau an, bevor die RSI-Divergenz am 22. März sichtbar wurde, was darauf hindeutet, dass sie die Erholung erwartet und nicht darauf reagiert haben. Die langfristigen Halter warteten hingegen, bis sich ein Momentum-Signal zeigte.
Scheinbar nutzen beide Gruppen den Kursrückgang als Kaufgelegenheit und sehen darin kein Risiko. Nur weil die Überzeugung hoch ist, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass die Kurse auch steigen. Im nächsten Abschnitt wird erklärt, warum das so ist.
Angebotscluster könnten Bitcoin-Kursanstieg begrenzen
Die Metrik der UTXO Realized Price Distribution (URPD), welche zeigt, auf welchem Kursniveau Bitcoin-Bestände zuletzt bewegt wurden, weist auf zwei dichte Cluster knapp über dem aktuellen Kurs hin. Bei 69.400 USD wechselten zuletzt rund 411.953 BTC (2,06% des gesamten Umlaufangebots) den Halter. Direkt darüber, auf 70.600 USD, sind weitere 261.694 BTC (1,31%) konzentriert.
Zusammen halten diese beiden Preisbereiche über 3,3% vom gesamten Umlaufangebot von Bitcoin. Halter, die zu diesen Kursen gekauft haben, liegen derzeit im Minus und haben daher einen starken Anreiz, bei einer Erholungsrallye zu verkaufen, um den Einstandskurs zu erreichen. Selbst wenn Wale und langfristige Halter weiter akkumulieren, reicht deren Kaufkraft möglicherweise nicht aus, um den Verkaufsdruck von über 670.000 BTC zwischen 69.400 und 70.700 USD aufzunehmen.
Damit die Kurserholung, die durch die RSI-Divergenz ausgelöst wurde, an Dynamik gewinnt, benötigt Bitcoin einen 12-Stunden-Abschluss über 69.500 USD. Dieser Wert stimmt sowohl mit dem ersten URPD-Cluster als auch mit dem 0,236er Fibonacci-Level überein. Ein Durchbruch über 70.700 USD, das als technische Hürde in der Nähe der zweiten Angebotszone gilt, würde zeigen, dass die Verkäufer absorbiert wurden. Im Anschluss rückt 71.200 USD in den Fokus, damit der Bitcoin-Kurs etwas bullisch wird.
Nur ein Anstieg über 75.900 USD würde das bärische Muster der Kopf-Schulter-Formation vollständig neutralisieren.
Auf der Unterseite ebnet ein Verlust der Marke von 67.600 USD den Weg in Richtung 64.000 USD. Dies könnte anschließend zum bereits erwähnten Bereich um 62.000 USD führen. Die Zone um 59.600 USD bei der 1,618-Fibonacci-Extension wäre dann das pessimistischste Szenario, falls der Verkaufsdruck zunimmt.
Derzeit trennt die Marke von 69.500 USD eine von Walen getriebene Erholungsrallye von einer langsamen Bewegung in Richtung des Ziels der Kopf-Schulter-Formation.