Der Bitcoin-Kurs rutscht erneut nach unten, nachdem die Erholung nach dem 6. Februar gescheitert ist. Der Kurs von Bitcoin ist in 24 Stunden fast 3 Prozent gefallen. Nach dem Sprung von 60.100 USD auf 72.100 USD verloren die Käufer die Kontrolle und die Erholung verpuffte.
Frühe technische Signale hatten bereits gewarnt, und mittlerweile zeigen On-Chain-Daten immer mehr Verkaufsdruck. Die wichtigste Frage lautet nun: Kann die Marke bei 63.000 USD den nächsten Absturz aufhalten oder steht ein stärkerer Rückgang bevor?
SponsoredBear-Flag bricht – RSI-Divergenz bestätigt Abwärtstrend
Nach dem Ausverkauf im Januar hat Bitcoin eine Bärenflagge auf dem Tageschart gebildet. Eine Bärenflagge entsteht, wenn der Kurs stark fällt und dann nur kurz und schwach in einer engen Spanne steigt. Das bedeutet meist, dass der Abwärtstrend weitergeht und keine Erholung kommt. Ab Mitte Januar fiel der Bitcoin-Kurs um etwa 38 Prozent auf ungefähr 60.130 USD und sprang dann Anfang Februar auf rund 72.200 USD hoch. Diese Erholung bildete die Fahne.
Am 10. Februar fiel der Kurs unter die untere Linie dieser Struktur. Damit war das Scheitern der Bärenflagge bestätigt. Die Momentum-Indikatoren hatten vor diesem Schritt schon gewarnt. Der Relative Strength Index, kurz RSI, misst die Kraft von Käufern und Verkäufern.
Zwischen dem 24. November und dem 8. Februar machte Bitcoin tiefere Hochs, während der RSI etwas höhere Hochs bildete.
So entstand eine versteckte bärische Divergenz, was auf die Gefahr eines Rückschlags nach der Erholung hindeutet. Als die Erholung ihre Kraft verloren hatte, übernahmen die Verkäufer wieder das Ruder. Der Rückschlag kam, als der RSI die Divergenz anzeigte, was schließlich zum Bruch des Musters führte – ein Zeichen klarer technischer Schwäche. Allerdings erklären Charts nicht alles. Auch On-Chain-Daten zeigen, wer für diese Bewegung verantwortlich ist.
Halter verkaufen wieder – Überzeugung schwindet
On-Chain-Daten zeigen, dass langfristige Anleger ihre Positionen reduzieren. Ein wichtiger Wert ist die Hodler Net Position Change, die Wallets verfolgt, die Coins seit mehr als 155 Tagen halten. Sie zeigt an, ob mittelfristige bis langfristige Halter in 30 Tagen mehr kaufen oder verkaufen.
Sponsored SponsoredAm 9. Februar lag dieser Wert bei etwa +8142 BTC. Bis zum 10. Februar fiel er auf rund +5292 BTC. Dieser starke Rückgang von 35 Prozent zeigt, dass diese Anleger langsamer kaufen und weniger überzeugt sind.
Auch der Verkaufsdruck wächst unter der Oberfläche. Ein weiterer wichtiger Wert ist die Long-Term Holder Net Position Change. Dieser Indikator schaut auf langfristige Wallets, die meist länger als ein Jahr halten. Am 9. Februar lag der Wert bei etwa −157.757 BTC (ein negatives Vorzeichen bedeutet fortlaufendes Verkaufen). Bis zum 10. Februar fiel er weiter auf etwa −169.186 BTC. Das entspricht einem Anstieg von 7 Prozent. Das zeigt: Langfristige Anleger verkaufen schneller.
Sobald sowohl mittelfristige Käufer als auch langjährige Halter verkaufen, steigt das Risiko weiter fallender Kurse. Das bestätigen die HODL Waves. Dieser Indikator zeigt, wie viel Angebot je nach Haltedauer verteilt ist. Die 24-Stunden-Gruppe besteht aus sehr kurzfristigen Händlern. Sie reagieren oft besonders emotional auf Preisschwankungen.
SponsoredZwischen dem 7. und dem 10. Februar stieg ihr Anteil von etwa 0,72 Prozent auf 1,02 Prozent. Das ist ein großer Anstieg bei schnell bewegten Coins. Diese Händler verkaufen oft schnell bei Kursrückgängen, wodurch die Unterstützung brüchig wird.
Starke Hände verkaufen, während kurzfristige Trader (spekulatives Geld) das Angebot auffangen. Diese Mischung schwächt die Stabilität des Marktes.
63.000-USD-Kostenbasis wird zur entscheidenden Bitcoin-Kurszone
Um mögliche Unterstützungen zu finden, schauen Trader auf die UTXO Realized Price Distribution, auch URPD genannt. Dieser Wert zeigt, wo Anleger ihre Coins gekauft haben, und hebt Preiscluster hervor. Oft gelten diese Bereiche als Unterstützung, weil Anleger ihre Einstiegskurse verteidigen.
Im Moment liegt der stärkste Cluster bei etwa 63.100 USD. Rund 1,3 Prozent der gesamten Bitcoin-Menge ist in dieser Spanne gebündelt. Das macht die 63.000-USD-Marke zu einer wichtigen Nachfragezone. Auf dem Chart hat Bitcoin bereits die 67.350 USD verloren und bewegt sich weiter auf diese Zone zu.
Sponsored SponsoredWenn die Marke von 63.000 USD hält (auf dem Kurs-Chart 63.240 USD), können Käufer versuchen, den Markt zu stabilisieren, da viele Inhaber aktuell noch ungefähr auf null stehen. Sollte diese Marke jedoch fallen, erhöht sich das Risiko deutlich. Bei einem Scheitern würden viele auf einmal Verluste machen und dadurch könnte es zu verstärkten Verkäufen kommen. Unter 63.000 USD liegt die nächste wichtige Zone bei etwa 57.740 USD. Bricht Panik aus, könnten auch Kurse um 42.510 USD erreicht werden.
Das würde bedeuten, dass die aktuelle Struktur komplett aufgelöst wird. Auf der Oberseite bleibt die Erholung allerdings schwer. Bitcoin muss zuerst 72.130 USD zurückerobern, um etwas Druck aus dem Markt zu nehmen. Nur ein Kurs über 79.290 USD würde den größeren Abwärtstrend abschwächen. Bis dahin dürften Anstiege eher eine Korrektur bleiben.
Im Moment steht Bitcoin zwischen schwindendem Vertrauen und wachsender Spekulation. Während das Scheitern der Bärenflagge die Richtung vorgegeben hat, wird sie durch die Verkäufe der Inhaber noch verstärkt. Jetzt kommt alles auf die Marke von 63.000 USD an. Sie bleibt aktuell die letzte klare Verteidigungslinie des Marktes.