Die letzte Erholung von Bitcoin war eher schwach. Nachdem der Bitcoin-Kurs auf die Zone von 85.970 USD gefallen war, stieg der Kurs nur um vier Prozent und stoppte dann bei etwa 89.380 USD. Diese Bewegung kam, obwohl es neue ETF-Schlagzeilen gab und sich die Technik stabilisierte.
Das Problem ist das Timing. Die Hoffnung auf eine Zinssenkung ist vor der Entscheidung der Federal Reserve fast bei null. Zudem überwiegt die Vorsicht wegen der allgemeinen Wirtschaftslage die bullischen Signale. Da Bitcoin in den meisten Zeiträumen kaum Bewegung zeigt, wartet der Markt nun auf einen klaren Auslöser.
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Auf dem Tages-Chart zeigte Bitcoin zwischen 18. Dezember und 25. Januar eine versteckte bullische Divergenz. Beim Kurs gab es ein höheres Tief, während der Relative Strength Index (RSI) ein tieferes Tief zeigte.
Der RSI misst die Stärke der Bewegung. Wenn der RSI schwächer ist, der Kurs aber trotzdem höher bleibt, deutet das oft auf eine Erholung hin. Dieses Signal funktionierte diesmal nur kurz. Der Kurs von Bitcoin stieg nur etwa vier Prozent und stoppte bei rund 89.380 USD, bevor wieder Verkäufer auftraten.
Diese schwache Reaktion ist wichtig. Um die gleiche Zeit (zwischen 25. Januar und 26. Januar) stieg die Stimmung zu ETFs, nachdem BlackRock einen Antrag für einen Bitcoin-Premium-Einkommen-ETF gestellt hatte. Normalerweise helfen ETF-News dabei, die Erholung zu verlängern. Dieses Mal war es aber nicht so.
Es fehlt die Unterstützung durch das große Umfeld. Polymarket zeigt jetzt eine Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent dafür, dass es beim nächsten FOMC-Meeting keine Zinsänderung gibt. Da niemand auf eine Zinssenkung hofft, bleibt die Liquidität knapp. Folglich bewegt sich der Markt kaum, selbst wenn es positive technische Signale gibt.
Einfach gesagt: Der RSI hätte eigentlich einen Bitcoin-Kurs-Anstieg möglich gemacht, aber die Stimmung wegen fehlender Zinssenkung hat das verhindert.
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Auch wenn der Kurs gerade wenig macht, verhalten sich große Bitcoin-Besitzer anders.
Wallets mit 1.000 bis 10.000 Bitcoin (kleinere Wale) haben ihr Guthaben seit 21. Januar von etwa 4,28 Mio. auf 4,29 Mio. Bitcoin erhöht. Mittelgroße Halter mit 10.000 bis 100.000 Bitcoin steigerten ihre Bestände von etwa 2,19 Mio. auf rund 2,20 Mio. Bitcoin. Die größten Gruppen, also Wallets mit 100.000 bis 1 Mio. Bitcoin, stockten noch stärker auf: von 664.000 auf rund 672.000 Bitcoin bis zum 28. Januar.
Zusammen haben diese Gruppen also ungefähr 18.000 Bitcoin gekauft. Bei den aktuellen Kursen entspricht das etwa 1,6 Mrd. USD.
Diese Käufe zeigen Überzeugung für den langen Zeitraum, nicht für den schnellen Handel. Allerdings reicht Überzeugung allein nicht aus. Die Heatmap zur Bestands-Verteilung nach Kaufpreis zeigt, warum.
Zwischen 90.160 und 90.590 USD gibt es ein großes Angebot an Bitcoin, das erst vor Kurzem gekauft wurde – etwa 176.000 Bitcoin. Diese Zone wird aktuell zur Verkaufswand. Bis entweder der Preis diese Hürde überwindet oder mehr Wale noch stärker kaufen, bleibt das Aufwärtspotenzial begrenzt. Im Moment reicht die Kaufkraft der Wale noch nicht aus.
Nach unten sieht die Unterstützung aber stabiler aus. Zwischen 84.440 und 84.840 USD wurden fast 395.000 BTC zum aktuellen Kurs gekauft und bieten daher eine starke Unterstützung. Deshalb konnte der Markt nach jüngsten Verkäufen immer wieder über diesen Niveaus bleiben.
Whales kaufen, aber sie brauchen einen BTC-Kurs über 90.590 USD, damit der Kurs ins Plus wechselt und die Stimmung sich dreht.
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Der Bitcoin-Kurs steckt zurzeit zwischen starkem Kaufinteresse und Zurückhaltung wegen der allgemeinen Lage fest.
Nach oben ist die erste Hürde bei 89.380 USD. Dort ist die letzte Erholung gescheitert. Darüber liegt bei 90.830 USD der wichtige Ausbruchsbereich. Dieses Level wurde seit dem 21. Januar mehrfach abgewiesen. Es passt zudem zur wichtigen Verkaufszone, die vorher genannt wurde. Ein Tagesschluss darüber zeigt, dass das Angebot aufgenommen wird.
Falls das passiert, liegt das nächste Ziel oben bei etwa 97.190 USD, wo es früher schon Widerstände gab.
Nach unten bleibt das Risiko beherrschbar, solange Bitcoin über 84.400 USD notiert. Diese Zone stimmt mit der größten Unterstützungszone beim Einstiegspreis überein. Zudem ist es der Punkt, an dem vor allem langfristige Halter gefährdet sind. Ein Tagesschluss darunter würde das Bild schwächen und neues Risiko für einen tieferen Kurs eröffnen.
Solange sich das große Bild nicht ändert oder 90.830 USD nicht überschritten werden, bleibt die Erholung bei Bitcoin wohl begrenzt.