Der Bitcoin-Kurs bleibt weiter unter Druck. In den letzten 24 Stunden ist er um etwa 1,2 Prozent gefallen und liegt zurzeit bei ungefähr 66.000 USD. Obwohl es immer wieder kurzfristige Erholungen gibt, sieht das große Bild weiterhin schwach aus.
Nun werden sogar große Institutionen bei ihren Vorhersagen für den Bitcoin-Kurs vorsichtiger. Neue On-Chain-Signale und langfristige Halter zeigen, dass das Abwärtsrisiko noch nicht vorbei ist.
SponsoredStandard Chartered warnt: Schwache ETF- und institutionelle Zuflüsse setzen Zeichen
Standard Chartered hat vor Kurzem bestätigt, dass Bitcoin immer noch auf etwa 50.000 USD fallen könnte, bevor es zu einer echten Erholung kommt. Die Bank sieht aktuell besonders schwache Nachfrage nach ETFs und weniger Beteiligung großer Investoren als Risiken. Schaut man auf aktuelle Marktdaten, passt diese Sichtweise sehr gut dazu.
Im Kursdiagramm ist Bitcoin aus einer Bärenflaggen-Struktur herausgefallen. So eine Bärenflagge sieht man, wenn der Kurs nach einem starken Fall erst seitwärts geht und danach weiter sinkt. Dieses Muster zeigt, dass der Verkaufsdruck weiterhin stark ist, auch wenn es zwischendurch kleine Erholungen gibt.
Zur gleichen Zeit werden die Zeichen für institutionelle Kapitalflüsse schwächer. Der Chaikin Money Flow, oder CMF, misst, ob großes Kapital in den Markt kommt oder hinausfließt. Der Wert ist kräftig gefallen. Jetzt sieht der CMF schlechter aus als während der Korrektur von Januar bis April 2025, als Bitcoin rund 31 Prozent verlor.
Diesmal ist der Rückgang sogar noch stärker. Bitcoin ist bereits fast 38 Prozent vom Höchststand gefallen und der CMF ist schneller gesunken als Anfang 2025. Das bestätigt: Großanleger kommen noch nicht zurück. Ohne bleibende Zuflüsse von Institutionen können kurze Erholungen sich kaum halten.
Im Zeitraum zwischen April und Oktober 2025, als der BTC-Kurs seinen Höhepunkt erreichte, lag der CMF nur wenige Male knapp unter Null. Nun sieht der Rückgang im CMF aber deutlich beängstigender aus.
Deshalb ist es nachvollziehbar, dass Standard Chartered vorsichtig bleibt. Der Bruch im Chart und die schwachen ETF-bezogenen Kapitalflüsse zeigen beide dasselbe Bild. Doch nicht nur institutionelle Schwäche ist ein Problem.
Sponsored SponsoredOn-Chain-Gewinne und Langzeit-Holder deuten weiter auf Kursverluste hin
Neben ETFs zeigen On-Chain-Daten, dass das Vertrauen der Anleger weiterhin schwach ist.
Ein wichtiger Indikator ist der Netto-nicht-realisiert-Gewinn und -Verlust, kurz NUPL. NUPL misst, wie viel Gewinn oder Verlust Halter durch Vergleich des aktuellen Kurses mit dem letzten Zeitpunkt, zu dem ihre Coins bewegt wurden, haben.
Im April 2024 lag der NUPL-Wert bei fast 0,42. Das deutete auf wenig nicht realisierten Gewinn hin und unterstützte eine Erholung. Jetzt ist NUPL deutlich niedriger. Anfang Februar lag der Wert bei 0,11 und steht derzeit bei etwa 0,17. Das heißt, die Restgewinne aus dem Bullenmarkt sind größtenteils schon verschwunden. Trotzdem zeigt das im größeren Zusammenhang noch nicht, dass der Tiefpunkt erreicht ist.
Die Vergangenheit zeigt: Auch ein noch tieferer NUPL-Wert ist möglich. Im März 2023 fiel der NUPL fast auf 0,02, als Bitcoin um die 20.000 USD gehandelt wurde. Das war eine Kapitulation vor der nächsten großen Rallye. Im Vergleich dazu ist der heutige NUPL noch recht hoch. Das spricht dafür, dass der Ausverkauf noch nicht ganz vorbei ist.
Auch das Verhalten von Langzeit-Investoren passt dazu. Langfristige BTC-Halter sind Wallets, die Bitcoin länger als ein Jahr besitzen. Solche Investoren kaufen meist bei Tiefpunkten vermehrt und sorgen so für stabilere Kurse.
Zurzeit sind sie aber immer noch Netto-Verkäufer. Anfang Februar 2025 haben Langzeit-Halter ihre Bestände um mehr als 170.000 BTC reduziert. Beim Höhepunkt der Verkäufe im Februar 2026 lag der Abfluss sogar fast bei 245.000 BTC. Diese Verteilung war stärker als während der Korrektur zwischen Januar und April 2025.
Damals fing die Nachfrage von langfristigen Haltern schon wieder an zu steigen, bevor die Kurse drehten. Heute ist diese Erholung noch nicht zu sehen. Kurz gesagt: Institutionen sind abwartend, die Gewinne werden weniger, und langfristige Halter greifen aktuell nicht ein. Diese Kombination macht eine starke Erholung in nächster Zeit eher unwahrscheinlich.
Sponsored SponsoredDarum bleibt die 53.000–48.000-USD-Zone für den Bitcoin-Kurs entscheidend
Da die Grundlagen und die Daten auf der Chain auf fallende Kurse hindeuten, werden die Bitcoin-Kursmarken jetzt besonders wichtig.
Das aktuelle Bärenflaggen-Muster zeigt auf eine breite Unterstützungszone zwischen 53.200 USD und 48.300 USD. Dieser Bereich passt zudem zu wichtigen Fibonacci-Retracement-Marken.
Die Mitte dieser Zone liegt nah bei 50.000 USD. Das ist weiterhin eine wichtige psychologische Marke. Solche runden Zahlen sorgen häufig für viel Kauf- und Verkaufsaktivität. Deshalb gelten sie bei Korrekturen oft als besonders wichtig. Aus diesem Grund passt auch die 50.000-USD-Einschätzung von Standard Chartered gut zur technischen Analyse. Diese Marke ist kein Zufallsziel, sondern liegt genau im wichtigsten Unterstützungsbereich.
Wenn der Verkaufsdruck weiterhin anhält und die Zuflüsse bei den ETFs schwach bleiben, könnte der Bitcoin-Kurs diese Zone in den nächsten Monaten testen. Sollte noch mehr Risiko aus dem Markt gehen, könnte der Kurs sogar bis auf 42.400 USD fallen. Das passt unter anderem zu langfristigen Projektionen und alten Unterstützungszonen.
Damit diese bärische Bitcoin-Kursprognose schwächer wird, müsste BTC die Region bei 72.100 USD zurückerobern und sich dort mit viel Volumen und neuen Investments von Institutionen halten. Das wäre ein Zeichen, dass die Nachfrage wieder da ist und das Bärenflaggen-Muster ungültig wurde. Bis jetzt gibt es dafür aber keine Hinweise.