Die oft erwähnte „Ramadan-Rallye“-Phase von Bitcoin könnte im Jahr 2026 schwächer werden. Dennoch bleibt das bekannte Volatilitätsmuster, das viele Trader in den letzten Jahren beobachtet haben, weiterhin bestehen.
Klar ist: Der heiligste Monat im Islam hat nichts mit Krypto zu tun. Krypto wird durch weltweite Liquidität, Nachrichten aus der Makrowelt, Positionierungen und Stimmung beeinflusst.
Wenn wir uns jedoch die letzten sieben Ramadan-Zeiträume (2019 bis 2025) ansehen, zeigte Bitcoin in sechs von sieben Fällen eine erstaunlich gleichbleibende Entwicklung: Erst ein starker, früher Kursausschlag, dann unruhiges Handeln, gefolgt von einem späteren Rücksetzer. Die wichtigste Ausnahme war 2020, als ein starker Trend zur Makroerholung den Kurs bestimmte.
Das zeigen die letzten sieben Ramadane
Das Muster war nicht: „Bitcoin steigt immer im Ramadan.“ Das stimmt nicht.
Stattdessen war das wiederkehrende Muster genauer: Bei Bitcoin gab es oft zu Beginn eine erhöhte Volatilität – mit einem starken frühen Kursausschlag, dann einer Erschöpfung in der Mitte und einem schwächeren Abschluss. In manchen Jahren ging Bitcoin am Ende doch leicht höher aus dem Ramadan heraus. Allerdings gab es meist nach einem Hoch zur Mitte des Ramadan einen Rückgang.
Dieses Muster ist also weniger ein Richtungs- als vielmehr ein Zeit- und Strukturmuster.
So verändert sich 2026 alles
Die erste Woche dieses Jahres sieht in einem wichtigen Punkt anders aus. Bitcoin startete nicht mit einer klaren Rallye. Die Phase begann mit unruhigem Handel, dann folgte ein starker Absturz, und erst danach kam ein Erholungsversuch.
Das Muster ist also weiterhin ähnlich: schnelle Bewegung, heftige Schwankung, unsichere Erholung – aber die Reihenfolge hat sich verändert. Bisher wirkt der Markt schwächer als in früheren, starken Ramadan-Jahren.
On-Chain-Daten: Darum bleibt der Bitcoin-Kurs im ersten Quartal schwach
Die Lage auf der Chain ist gemischt.
Der Binance Buying Power Index ist zuerst auf ein Niveau gefallen, das zuvor bei angespannten, erschöpften Bedingungen auftrat.
Das ist ein Kontraindikator im positiven Sinn. Es zeigt an, dass eine Erholungsbewegung möglich ist, sofern der Verkaufsdruck nachlässt.
Außerdem ist die Netzwerkaktivität seit sechs Monaten schwach. Das ist ein strukturelles Warnsignal. Es spricht dafür, dass Nachfrage und Beteiligung zurückhaltend sind und Anstiege im Kurs dadurch anfälliger werden.
Drittens: Die realisierten Verluste der Short-Term-Holder bleiben hoch , auch nachdem die heftigsten Verkäufe nachließen.
Einfach gesagt, Panikverkäufe haben deutlich nachgelassen. Dennoch verkaufen viele der letzten Käufer noch immer mit Verlust. Das spricht meist für eine Bodenbildung, aber nicht für einen bestätigten Aufwärtstrend.
Insgesamt ist für Bitcoin in den nächsten Wochen eine Erholung oder eine unsichere Gegenbewegung möglich, vor allem, wenn das Binance-Buying-Power-Signal greift.
Allerdings deuten sowohl die Nachfrage auf der Chain und die Situation bei den Short-Term-Holdern darauf hin, dass anfangs die Aufwärtsbewegung anfällig bleibt und viele Hürden auf dem Weg liegen.
Kurz gesagt: Das alte Narrativ der „Ramadan-Rallye“ wirkt im Jahr 2026 schwächer. Trotzdem bleiben die Muster aus früherer Volatilität, scharfen Schwankungen und unklarem weiteren Verlauf erkennbar.