Bitcoin ist am Dienstag unter 70.000 USD gefallen, nachdem die nicht mehr aktive Börse Mt. Gox in Tokio eine der größten On-Chain-Übertragungen der letzten Monate durchgeführt hat: 739 Millionen USD in BTC.
Wir erklären Ihnen, was passiert ist, welche Rolle Strategy dabei gespielt hat und welche wichtigen Kursmarken Analysten für die nächsten Schritte beobachten.
Warum ist Bitcoin gerade unter 70.000 USD gefallen?
On-Chain-Analysen zeigten, dass Mt. Gox etwa 10.422 BTC im Wert von 739 Millionen USD auf neue Wallets verschoben hat. Der größte Teil — etwa 10.306 BTC — liegt jetzt auf einer bisher unbekannten Adresse, die mit 14FEEMRh beginnt.
Eine kleinere Menge wurde an eine bekannte Mt. Gox Hot Wallet geleitet und dann weiter transferiert. Berichte von Arkham Intelligence und anderen On-Chain-Überwachungsdiensten bestätigten, dass es keine sofortigen Einzahlungen an Börsen und keinen BTC-Verkauf in großem Stil gab.
Trotzdem reichte die Nachricht alleine aus, um bei niedriger Liquidität im Sommer einen klassischen kurzfristigen Verkaufsdruck auszulösen. Analysten sind inzwischen daran gewöhnt, dass solche Bewegungen im Kryptomarkt kurzfristig Angst, Unsicherheit und Zweifel erzeugen, ohne jedoch dauerhaft Schaden zu verursachen.
Mt. Gox hat vor seinem Zusammenbruch 2014 mehr als 70% des globalen Bitcoin-Handels abgewickelt. Seit Mitte 2024 verwaltet Treuhänder Nobuaki Kobayashi die Verteilung an Gläubiger. Die Börse hält weiterhin rund 34.500 BTC für die verbleibenden Rückzahlungen.
Die verlängerte Frist endet nun am 31.10.2026. Dieser lange Zeitraum bedeutet, dass weiterhin gelegentlich größere Übertragungen stattfinden könnten, obwohl die Vergangenheit zeigt, dass Gläubiger ihre ausgezahlten Bitcoin kaum direkt verkaufen.
Ein zweiter Faktor sorgte für zusätzlichen Druck. Strategy, der größte institutionelle Bitcoin-Halter, verkaufte zwischen dem 26.5. und 31.5. insgesamt 32 BTC für rund 2,5 Millionen USD, um Vorzugsaktien auszuschütten, und durchbrach damit seine lange ununterbrochene Akkumulationsserie.
Dieser Verkauf entspricht weniger als 0,004% des über 843.000 BTC umfassenden Bestands der Treasury von Strategy. Dennoch erregte dieser symbolische Kurswechsel weg von einer reinen Bitcoin-Strategie Aufmerksamkeit, gerade in einer ohnehin fragilen Phase für das Markt-Sentiment. Zudem verstärken diese Entwicklungen ein Gefühl von extremer Angst im Kryptomarkt.
Wie geht es mit dem Bitcoin-Kurs weiter?
Das Markt-Sentiment bleibt vorsichtig. Viele Analysten sehen den Rückgang eher als liquiditätsgetriebene Reaktion und nicht als fundamentales Problem, zumal Mt.-Gox-Transfers erfahrungsgemäß absorbiert werden und keinen anhaltenden Verkaufsdruck auslösen.
Technische Analysten betonen klare Unterstützungszonen. Die Marke von 68.000 USD ist entscheidend, während größere Nachfrage zwischen 64.000 und 66.000 USD zu erwarten ist — in diesem Bereich haben viele langfristige Halter zuvor massiv akkumuliert.
„Unsere nächsten Ziele sollten 68.700 und 65.000 USD sein. Ein erneuter Test von 71.500 USD wäre aus meiner Sicht eine Gelegenheit für einen Short, und sollten wir überraschend die 75.000 USD überschreiten, hören wir vielleicht auf, bärisch zu sein. Jetzt brauchen wir dieses Friedensabkommen mehr denn je”, sagte ein Analyst auf X .
Ein Halten über 68.000 USD könnte eine relativ schnelle Rückkehr in den Bereich zwischen 70.000 und 72.000 USD ermöglichen. Zudem versuchen Trader oft, bekannten Mt.-Gox-Transfers zuvorzukommen, was den tatsächlichen Preiseffekt dämpfen kann.
Michaël van de Poppe hebt die Bedeutung wesentlicher Unterstützungen hervor. Er warnt, dass ein Bruch unter 71.000 USD die Türe zu 65.000 oder 61.000 USD öffnen könnte. Dennoch sieht er den 200-Tage-Durchschnitt als stabileren, langfristigen Anker.
Bitcoin notiert weiterhin 44% unter seinem Allzeithoch von knapp 126.000 USD aus Oktober 2025. Anhaltende Gegenwinde sind unter anderem das sich ändernde makroökonomische Umfeld, regelmäßige Nettoabflüsse bei ETFs, eine breitere Entschuldung sowie das traditionell geringe Handelsvolumen im Sommer.
Der langfristige Weg hängt von makroökonomischen Signalen, neuen ETF-Zuflüssen, Trends bei der institutionellen Adoption sowie dem allmählichen Abbau des bekannten Angebotsüberhangs ab, da die Rückzahlungen von Mt. Gox sich bis Ende 2026 ziehen.
Viele bekannte Analysten sehen die aktuellen Kurse in der Nähe von 70.000 USD mittlerweile als mögliche Akkumulationschancen für Investoren mit längerem Zeithorizont, sofern sich die Risikobereitschaft stabilisiert und keine neuen negativen Ereignisse eintreten.









