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Bitcoin zwischen straffer Fed und lockerer Warsh – Wohin steuert der Kurs?

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Geschrieben von
Oihyun Kim

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Redigiert von
Phil Haunhorst

19 Februar 2026 08:30 CET
  • Mehrere Fed-Vertreter sprechen über mögliche Zinserhöhungen – „Hawkishe“ Stimmung kurz vor Amtsantritt von „Dove“ Kevin Warsh
  • Der Machtkampf zwischen der Fed-Mehrheit mit Fokus auf Inflation und Trumps Druck zu Zinssenkungen droht, den Führungswechsel extrem volatil zu machen
  • Bitcoin rutscht unter 66.500 USD: Asiatische Trader erhöhen Verkaufsdruck nach Neujahrsferien – geopolitische Spannungen verstärken Kursverlust
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Das Protokoll der Federal Reserve (FED) vom Januar zeigt eine überraschend strenge Haltung. Mehrere Mitglieder sprachen offen über mögliche Zinserhöhungen. Das sorgt für Spannung, wenn Kevin Warsh im Sommer neuer Vorsitzender wird.

Die strenge Haltung der Fed setzt Warsh schon vor seinem Start unter Druck. Das erhöht das Risiko für die Geldpolitik und die Krypto-Märkte.

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Komitee zeigt sich strenger – kurz vor Führungswechsel

Das FOMC stimmte am 28. Januar mit zehn zu zwei Stimmen dafür, die Zinsen bei 3,5 bis 3,75 Prozent zu belassen. Die Gouverneure Christopher Waller und Stephen Miran waren dagegen. Sie wollten eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte, da sie Risiken für den Arbeitsmarkt sehen.

Die meisten Mitglieder waren aber anderer Meinung. Einige warnten davor, die Zinsen zu früh zu senken, solange die Inflation hoch bleibt. Das könnte bedeuten, dass das Ziel von 2 Prozent nicht mehr wichtig ist. Viele wollten die Zinsen erst senken, wenn die Inflation klar gebremst ist.

Mehrere Mitglieder wollten außerdem, dass nach dem Treffen auf mögliche „Anpassungen nach oben“ beim Leitzins hingewiesen wird. Das bezieht sich direkt auf Zinserhöhungen.

Powell geht, Warsh kommt – droht jetzt ein Kurs-Konflikt?

Die Amtszeit von Jerome Powell endet im Mai. Er leitet noch zwei Treffen. Trump kündigte am 30. Januar an, dass der ehemalige Fed-Gouverneur Warsh sein Nachfolger werde.

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Warsh hat sich in der Vergangenheit für niedrigere Zinsen ausgesprochen. Das passt zu Trumps Wunsch nach günstigeren Krediten. Das Weiße Haus betonte am Mittwoch, die Inflation sei „ruhig und stabil“.

Die Mehrheit im Ausschuss will jedoch nicht nachgeben. Über die Leitzinsen entscheiden zwölf stimmberechtigte Mitglieder. Nur wenige sind für niedrigere Zinsen. Die meisten sehen die Inflation als wichtigstes Problem.

Analysten betonen, dass die strenge Haltung im Ausschuss Warshs Bestätigung erschwert. Ein schneller Kurswechsel zu Zinssenkungen ist so kaum möglich.

Wenn Warsh bestätigt wird, leitet er sein erstes Treffen im Juni. Auch Futures-Händler rechnen dann mit der nächsten Zinssenkung. Allerdings könnte sich der von der Fed bevorzugte Inflationswert – der PCE-Preisindex – in den kommenden Monaten wieder schneller erhöhen. Senkungen könnten sich dann weiter verzögern.

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Asiatische Liquidität kehrt zurück – Verkaufsdruck steigt deutlich

Der Bitcoin-Kurs begann zu sinken, nachdem das Protokoll am US-Nachmittag veröffentlicht wurde. Der Kurs fiel von etwa 68.300 USD auf unter 66.500 USD am Morgen in Asien. Das entsprach 1,6 Prozent Minus in 24 Stunden.

Das Timing war entscheidend. Viele Händler in Asien kamen gerade vom Neujahrsfest zurück. Höhere Umsätze verstärkten den Kursrutsch. Auch der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spielte eine Rolle. Ölpreise stiegen um mehr als 4 Prozent. Das belastete die Risikobereitschaft am Krypto-Markt zusätzlich.

Brian Armstrong, CEO von Coinbase, bezeichnete den Rückgang eher psychologisch als fundamental. Er sagte, die Börse kaufe eigene Aktien zurück und sammle Bitcoin zu niedrigeren Kursen ein.

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Wie geht es weiter?

Das nächste Fed-Treffen ist am 17. und 18. März. Dort ist eine Zinssenkung praktisch ausgeschlossen. Der Markt schaut jetzt auf Juni als frühesten Zeitpunkt.

Doch die eigentliche Frage ist nicht nur das Timing. Es geht darum, ob Warsh die stark gespaltene Runde zu Zinssenkungen bewegen kann, solange die Inflation noch hoch bleibt. Die strenge Mehrheit hat ihre Ansicht deutlich gemacht. Hier wäre mehr als nur ein neuer Vorsitzender nötig.

Für Bitcoin bleibt das Umfeld schwierig. Die Mischung aus strenger Fed, Streit um die Führung und zurückkehrender Liquidität aus Asien sorgt in den nächsten Wochen wohl für weiter schwankende Kurse.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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