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Bithumb hält an CEO-Wiederwahl fest, trotz 40-Milliarden-USD-Fehler

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Geschrieben und bearbeitet von
Lockridge Okoth

22 März 2026 21:34 CET
  • Bithumb stimmt am 31. März über zweijährige Verlängerung von CEO Lees Amtszeit ab
  • Börse droht 24-Millionen-USD-AML-Strafe, Teilaussetzung, Ermittlungen
  • Februar-Fehler: System vergibt 620.000 Phantom-Bitcoin, 44 Milliarden USD
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Südkoreas zweitgrößte Krypto-Börse, Bithumb, bittet ihre Aktionäre am 31. März darum, CEO Lee Jae-won für eine neue Amtszeit von zwei Jahren erneut zu bestätigen. Das geschieht trotz einer Phantom-Bitcoin-Panne über 44 Mrd. USD, einer Rekordstrafe von 24 Millionen USD sowie drei laufender Ermittlungen von Aufsichtsbehörden.

Die Entscheidung, an der aktuellen Führung festzuhalten und auf einen Wechsel im Management zu verzichten, zeigt, dass Bithumb aktuell eine reibungslose Fortführung des Betriebs gegenüber Verantwortung in den Vordergrund stellt, während Regulierungsbehörden weiterhin prüfen, ob weitere Sanktionen gerechtfertigt sind.

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Was der 44-Milliarden-USD-Fehler enthüllte

Am 6. Februar gab ein Bithumb-Mitarbeiter, der eine Werbeaktion leitete, versehentlich Auszahlungen in BTC statt in koreanischen Won ein. Das System schrieb daraufhin 695 Nutzerkonten zusammen 620.000 BTC gut, was etwa dem 15-Fachen des tatsächlichen Bestands der Börse von ungefähr 42.000 BTC entspricht.

Die Handelsmaschine bewertete diese Phantom-Guthaben als echt. Innerhalb von 35 Minuten verkauften oder zogen einige Nutzer rund 1.788 BTC ab, was einem Wert von 125-135 Millionen USD entsprach. Dadurch fiel der lokale Bitcoin-Kurs auf Bithumb um 17%. Globale Märkte waren nicht betroffen.

Bithumb stellte noch am selben Tag 99,7% der fehlerhaften Gutschriften wieder her. Das Unternehmen glich die restliche Differenz mit eigenen Mitteln aus und erstattete betroffenen Nutzern 110% der Verluste. Kein Kunde erlitt dauerhaft Verluste und die Reserven auf der Blockchain blieben unverändert.

CEO Lee räumte jedoch während einer Anhörung im Parlament am 11. Februar ein, dass die Börse ihre internen Ledger nur einmal alle 24 Stunden mit den tatsächlichen Beständen abgleicht und dass zuvor auch kleinere Fehler aufgetreten sind.

Drei Ermittlungen belasten weiterhin Bithumb

Die Financial Intelligence Unit (FIU) hat bereits die bislang größte Strafe für eine virtuelle Vermögenswert-Börse in Südkorea verhängt.

Die Strafe in Höhe von 36,8 Milliarden Won (24 Millionen USD) wurde laut Yonhap aufgrund von 6,59 Millionen Verstößen gegen die Anti-Geldwäsche-Bestimmungen bei einer Prüfung 2025 verhängt. Bithumb erhielt zudem:

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  • eine sechsmonatige teilweise Betriebsaussetzung,
  • eine Rüge für den CEO sowie
  • eine sechsmonatige Suspendierung für den Compliance-Beauftragten.

Zwei weitere Untersuchungen sind weiterhin offen. Die Financial Supervisory Service (FSS) prüft mögliche Verstöße gegen das Virtual Asset User Protection Act im Zusammenhang mit der Panne am 6. Februar.

Eine separate Untersuchung der FIU befasst sich mit der Orderbuch-Weitergabe von Bithumb an Stellar Exchange, eine unregistrierte australische Plattform.

Südkoreanische Krypto-Börsen gelten rechtlich nicht als Finanzinstitute. Daher führt eine Rüge des CEOs nicht automatisch dazu, dass dieser sein Amt aufgeben muss.

Allerdings zeigt das Beispiel des Konkurrenten Upbit ein anderes Bild. Nachdem die Upbit-Mutter Dunamu im Februar 2025 ähnliche FIU-Sanktionen erhielt, trat der damalige CEO Lee Sirgoo innerhalb von drei Monaten zurück und wechselte in eine beratende Funktion, wie die Korea Times berichtete.

Was die Abstimmung am 31. März entscheidet

Neben der Wiederwahl des CEOs stimmen die Aktionäre zudem über Folgendes ab:

  • Die Anhebung des Anleihelimits von Bithumb auf 300 Milliarden Won (225 Millionen USD),
  • die Ernennung eines neuen Wirtschaftsprüfers zur Stärkung der internen Kontrolle sowie
  • die Umbenennung der Tochtergesellschaft Bithumb A in „Bithumb Asset”.

Die Erhöhung des Anleihelimits gilt als Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang und eine zukünftige Marktkonsolidierung.

Unabhängig davon, ob Lee im Amt bleibt oder nicht, werden die Ermittlungen fortgesetzt. Das Ergebnis am 31. März wird jedoch zeigen, ob die Bithumb-Aktionäre Kontinuität als Vorteil oder Nachteil sehen, zumal das Vertrauen in die internen Systeme der Börse weiterhin nicht vollständig wiederhergestellt ist.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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