Tom Lees Firma BitMine Immersion Technologies hat gerade noch einmal 35.000 ETH gekauft und vergrößert damit ihren schon sehr großen Ethereum-Bestand. Normalerweise zeigt so ein großer Einkauf Vertrauen und sollte eigentlich den Aktienkurs stützen. Dennoch ist der Aktienkurs von BitMine in den letzten 24 Stunden fast 2 Prozent gefallen und liegt nun über 8 Prozent niedriger als am 13. Februar.
Das wirkt erstmal widersprüchlich. BitMine kauft immer mehr Ethereum, aber der Aktienkurs fällt trotzdem. Auf den ersten Blick scheinen das zwei verschiedene Geschichten zu sein. Doch dahinter könnte alles zusammenhängen.
SponsoredBitMine kauft mehr Ethereum – Aktie stürzt trotzdem ab
Mit diesem neuen Kauf folgt BitMine weiter der Strategie, eine der größten ETH-Treasury-Firmen zu werden. In einem Tag hat BitMine 35.000 ETH in zwei Teilen gekauft. Das zeigt viel Überzeugung für die Zukunft. Nach dem Kauf hat BitMine jetzt insgesamt 4,371 Millionen ETH und hält mit Bargeld und Krypto zusammen etwa 9,6 Milliarden USD.
Firmen bauen normalerweise ihre Bestände aus, wenn sie mit steigenden Kursen rechnen – nicht mit fallenden. Doch die Entwicklung beim Aktienkurs zeigt etwas anderes. Seit dem 13. Februar ist der Kurs von BitMine über 8 Prozent gesunken, und die technische Analyse zeigt jetzt einen Abwärtstrend.
Vor kurzem ist die Aktie unter die untere Linie einer sogenannten Bear-Flag gefallen – ein Muster, das nach einem starken Absturz und einer schwachen Erholung entsteht.
Wenn die untere Unterstützung durchbrochen wird, zeigt das oft, dass die vorige Erholungsphase schwächer wurde. Die Aktie ist dann in einem technischen Schwächezustand. Laut dem aktuellen Muster könnte der Kursrückgang noch mehr als 50 Prozent betragen, wenn die Schwäche bleibt. Allerdings bedeutet dieser Kursrutsch nicht automatisch, dass viele Anleger aktiv verkaufen – darauf gehen wir im nächsten Abschnitt ein.
Hier gibt es also einen Gegensatz: BitMine baut seinen ETH-Bestand weiter aus, aber der Aktienkurs fällt. Das deutet darauf hin, dass noch andere äußere Einflüsse eine Rolle spielen.
Sponsored SponsoredPrivatanleger kaufen mehr, doch Großinvestoren bleiben vorsichtig
Trotz des fallenden Kurses zeigen die Indikatoren im Hintergrund schon erste Zeichen von Stärke. Ein wichtiger Wert ist das On-Balance-Volume, kurz OBV. Dieser Wert misst, ob mehr gekauft oder verkauft wird. Wenn das OBV steigt, heißt das: Anleger, vielleicht aus der Community, kaufen gerade dazu – auch wenn der Kurs noch nicht anzieht.
Mehr Beteiligung aus der Community: TradingView
Zwischen dem 9. und 13. Februar bildet der Kurs von BitMine ein tieferes Hoch, was auf Schwäche hindeutet. Allerdings steigt zur gleichen Zeit das OBV auf ein höheres Hoch. Das zeigt, dass im Hintergrund verstärkt gekauft wird. Viele aus der Community haben also weiter BitMine-Aktien gekauft – trotz des sinkenden Preises.
Ein weiterer wichtiger Indikator, der Chaikin Money Flow (CMF), zeigt ebenfalls eine leichte Verbesserung.
Der CMF misst, ob viel Kapital in eine Aktie fließt oder abläuft. Der Wert steigt zuletzt an, das zeigt bessere Zuflüsse. Die Entwicklung ist ähnlich wie beim OBV.
SponsoredAllerdings liegt der CMF noch unter der Nulllinie, das heißt: Insgesamt fließt noch nicht genug Kapital zu BitMine. Größere Investoren halten sich also noch zurück. Die Community springt ein, aber das große Geld bleibt vorsichtig.
Großes Geld noch schwach, aber im Aufschwung: TradingView
Zusammen zeigen das steigende OBV und der bessere CMF, dass die Beteiligung gerade eher stabil bleibt und nicht zusammenbricht. Das legt nahe, dass der letzte Kursrutsch nicht von starken Verkäufen der BitMine-Investoren kommt. Sondern die Schwäche der Aktie hängt offenbar stärker am Ethereum-Kurs. BitMine wird für viele nun eher als Stellvertreter für Ethereum angesehen – nicht als eigenständige Aktie.
Schwacher Ethereum-Kurs drückt BitMine-Aktie nach unten
Der Hauptgrund für den Rückgang bei BitMine zeigt sich, wenn man den Kurs mit Ethereum vergleicht. Die BitMine-Aktie bewegt sich inzwischen sehr ähnlich wie der Ethereum-Kurs. Die sogenannte Korrelation gibt an, wie stark sich die Kurse zusammen entwickeln. Bei BitMine und Ethereum ist sie von 0,50 auf 0,52 gestiegen. Das heißt: Die Aktie ist jetzt noch stärker ein Stellvertreter für Ethereum geworden.
Zur gleichen Zeit zeigt der Futures-Markt von Ethereum eine steigende bärische Stimmung. Das Verhältnis von Long zu Short für Ethereum ist auf sehr niedrige Werte gefallen. Dieses Verhältnis zeigt, wie viele Traderinnen und Trader mit steigenden Kursen im Vergleich zu fallenden Kursen rechnen. Ein niedriges Verhältnis bedeutet, dass die meisten mit weiteren Rückgängen rechnen.
Diese bärische Positionierung wirkt sich direkt auf BitMine aus. Denn BitMine besitzt eine große Ethereum-Reserve. Deshalb wird die Aktie häufig schwächer, wenn auch Ethereum unter Druck steht.
Im technischen Chart sieht man nun wichtige Marken. BitMine hat schon die Unterstützung nahe 19 USD verloren. Die nächste große Unterstützung liegt bei etwa 15 USD. Wenn auch dieser Bereich unterschritten wird, könnte die Aktie bis auf 12 USD und sogar 9 USD fallen. Das liegt dann näher an der erwarteten Abwärtsbewegung nach der sogenannten Bärenflagge.
BMNR-Kursanalyse: TradingView
Auf der Oberseite müsste ein Kursanstieg zuerst die Marke von 21 USD zurückerobern. Ein stärkerer bullischer Trend käme erst mit einem Anstieg über 29 USD zustande.
Der Kauf von weiterem Ethereum durch BitMine hätte eigentlich ein bullisches Signal sein müssen. Privatanlegerinnen und -anleger kaufen langsam nach, zudem werden die Kapitalzuflüsse besser. Allerdings bleiben größere Investoren vorsichtig, weil Ethereum selbst eine bärische Stimmung zeigt. Da BitMine jetzt eng mit Ethereum zusammenhängt, ist auch die Entwicklung der Aktie stark von der Stärke von Ethereum abhängig. Sollte Ethereum schwach bleiben, könnte BitMine weiter unter Druck stehen, unabhängig von den Käufen.
Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob der Kauf von Ethereum und der Kursrückgang der BitMine-Aktie zwei verschiedene Dinge sind. In Wirklichkeit zeigen jedoch beide das gleiche zugrunde liegende Problem.