Matt Hougan, der Investmentchef von Bitwise, hat vier Bereiche von Krypto genannt, die vom Scheitern des CLARITY Act profitiert haben. Ganz oben auf seiner Liste stehen Stablecoins, Börsen, Plattformen für Tokenisierung und Token, bei denen Rückkäufe den Kurs beeinflussen.
Hougan nannte die vier Gewinner im wöchentlichen Memo von Bitwise am 30. September. Er argumentiert, dass das Scheitern des Clarity Act im US-Senat die Krypto-Branche besser gestellt hat. Hougan betont zudem, dass die Regulierungsbehörden inzwischen stärker vorgegangen sind, als es das Gesetz erlaubt hätte.
Stablecoins und Börsen behalten ihren Vorteil
BeInCrypto berichtete, dass der Gesetzentwurf scheiterte, nachdem der Senat am 15. September mit 49 zu 50 Stimmen abgestimmt hat — benötigt wären mindesten 60 Stimmen gewesen.
Der Gesetzentwurf hätte Plattformen verboten, für Stablecoin-Guthaben eine Rendite zu zahlen. Pro Verstoß hätten bis zu 5 Millionen USD Strafe gedroht. Da das Gesetz gescheitert ist, gilt weiterhin der GENIUS Act für 2025, der aber wiederum nur Emittenten verbietet, Zinsen zu zahlen.
Hougan sieht Coinbase als größten Gewinner, da Coinbase Stablecoin-Prämien nutzt, um Kunden zu gewinnen.
Für Börsen hätte das Gesetz zudem eine nationale Lizenz für den Spothandel eingeführt, was den Einstieg für große Unternehmen aus der traditionellen Finanzwelt erleichtert hätte. Da diese Lizenz nicht besteht, behalten Coinbase und Kraken ihren Vorteil durch staatliche Einzellizenzen.
Der Entwurf hätte auch eingeschränkt, wie Anbieter Börsen- und Brokerdienste kombinieren können, was für die Krypto-Branche ein attraktives Geschäftsmodell ist.
„Clarity hätte die Möglichkeit der Börsen eingeschränkt, beide Dienste zu verbinden und so die Kosten erhöht. Das entfällt nun, Vorteil für die Börsen“, schrieb er.
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Tokenisierung und Rückkauf-Token erhalten schnellere Antworten
Der Manager hebt hervor, dass nur zwei Tage nach der Abstimmung die US-Börsenaufsicht SEC eine fünfjährige Ausnahmegenehmigung für tokenisierte US-Aktien vergeben hat.
Der Gesetzentwurf hätte die SEC lediglich angewiesen, tokenisierte Wertpapiere zu prüfen, was laut Hougan Jahre gedauert hätte. Er nennt Securitize, den Transferagenten hinter dem BUIDL-Fonds von BlackRock, als den Hauptprofiteur.
Schließlich erklärte die SEC in einer Stellungnahme vom 25. September, dass allein die Ankündigung von Rückkäufen auf einem funktionierenden Netzwerk kein Wertpapier schaffe.
„Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum das Scheitern des Clarity Act ein Glücksfall war“, erklärt er. „Krypto hat langfristige Gewissheit gegen schnellere und bessere Regeln eingetauscht. Das ist kein schlechter Tausch.“
NEAR Protocol (NEAR), einer der Rückkauf-Token, die Hougan nennt, ist seit der Abstimmung um 126,62 % gestiegen. Im gleichen Zeitraum stieg der Bitcoin-Kurs um 10,39 %, während Ethereum (ETH) 6,86 % zulegen konnte.
Regeln von Behörden könnten vor neuer Regierung stehen
Dennoch merkt Hougan an, dass diese Vorteile auf Entscheidungen der Behörden beruhen, die eine neue Regierung ab Januar 2029 wieder rückgängig machen könnte.
Andrew Cuomo, früherer Gouverneur von New York, sieht das Risiko bereits vorher. Er warnt, dass ein neuer Kongress die Regeln der Behörden prüfen könnte, falls die Demokraten im November gewinnen.
Daher werden die Kongresswahlen zu einem Test, ob die vier Gewinner von Hougan ihre Vorteile behalten.
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