Matt Hougan, der Chief Investment Officer von Bitwise Asset Management, sagte, dass eine klassische Altcoin-Saison vorbei ist. Stattdessen könnte es nun eine nicht-traditionelle Saison geben.
Hougan meinte, dass sich die Art und Weise, wie Kapital in den Markt fließt, grundlegend verändert. Künftig könnten nicht mehr Spekulationen, sondern echte Grundlagen eine größere Rolle spielen.
Bitwise CIO: Die klassische Altcoin-Saison ist vorbei
In einem Interview mit Paul Barron zog Hougan einen Vergleich zwischen früheren Zyklen und dem, was er jetzt erwartet. In vergangenen Altcoin-Saisons gab es immer ein bestimmtes Muster.
Kapital wechselte von Bitcoin (BTC) zu Ethereum (ETH), dann zu dezentraler Finanzierung (DeFi) und schließlich zu immer spekulativeren Werten – darunter laut Hougan auch „NFT-Bilder von Steinen“. Er erwartet jetzt eine ungewöhnliche Altcoin-Saison. Dabei werden Token im Mittelpunkt stehen, die im echten Leben genutzt werden und bereits Erfolge zeigen. So erklärte er:
„Ich glaube nicht, dass wir das übliche Motto ‚Eine steigende Flut hebt alle Boote‘ sehen werden. Ich rechne mit einer nicht-traditionellen Altcoin-Saison.“
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Hougan erklärte außerdem, dass der Markt manche DeFi-Token neu bewerten könnte. Diese Token sind heute mehrere Milliarden Dollar wert und betreiben echte Geschäfte. Insgesamt werde die Altcoin-Saison laut Hougan deutlich unterschiedlicher verlaufen als früher.
Im Oktober hatte Bitget CEO Gracy Chen bereits vorausgesagt, dass eine Altcoin-Saison wohl 2026 nicht mehr stattfinden wird. Andere Stimmen meinen, dass die Altcoin-Saison bereits da ist – nur anders als erwartet. Die ehemalige BCG-Mitarbeiterin Alana Levin argumentierte etwa, dass sich der Zyklus 2025 eher bei Krypto-Aktien und nicht bei den Token selbst abgespielt hat.
Startet die Altseason trotz aktueller Marktherausforderungen?
Hougans Einschätzung kommt zu einem Zeitpunkt, in dem der gesamte Markt weiterhin schwächelt und Anleger vorsichtiger werden. Erst kürzlich hat CryptoRank drei Hauptgründe genannt, warum eine Altcoin-Saison bisher ausgeblieben ist.
Dem Bericht zufolge führen eine Verwässerung des Kapitals, der Start von Token mit wenig Umlauf und hoher Bewertung sowie mehr Konkurrenz durch ewige Futures und Prognosemärkte dazu, dass der Markt gebremst wird.
Trotz dieser Probleme sehen manche eine mögliche Trendwende. Santiment zeigte, dass es oft der Beginn einer Aufwärtsbewegung ist, wenn das Interesse und das Gesprächsaufkommen zu Altcoins extrem niedrig sind.
In der technischen Analyse hat Merlijn The Trader ein klassisches Kopf-und-Schultern-Muster im Chart der Bitcoin-Dominanz (BTC.D) erkannt. Er betonte, dass bereits die linke Schulter und der Kopf ausgebildet sind. Zudem forme sich aktuell die rechte Schulter.
„Die Nackenlinie entscheidet alles. Wenn sie durchbrochen wird … rotiert das Kapital. Dann beginnt die Altcoin-Saison“, sagte er.
Angesichts des allgemeinen Marktabschwungs bleibt offen, ob eine Altcoin-Saison bevorsteht – und wer davon profitieren kann.