BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT) verarbeitet jetzt täglich zwischen 16 Milliarden und 18 Milliarden USD an Handelsvolumen. Damit wird der regulierte Fonds zu einem direkten Konkurrenten der größten globalen Krypto-Börsen.
Die von der Analysefirma Kaiko veröffentlichten Daten zeigen, dass institutionelle Produkte in einem Tempo Liquidität von nativ auf der Blockchain basierten Plattformen abziehen, wie es nur wenige erwartet hatten.
Regulierter Finanzriese greift Krypto-Börsen an
Das tägliche Handelsvolumen von IBIT ist inzwischen mehr als doppelt so hoch wie das von Coinbase auf seinem Spotmarkt, das zwischen 6 Milliarden und 8 Milliarden USD liegt.
Dieser Wert nähert sich zudem dem Spot-Handelsvolumen von Binance, das lange als Maßstab für globale Krypto-Liquidität gilt.
Die Entwicklung zeigt, dass regulierte Finanzprodukte zu ernstzunehmenden Alternativen zu klassischen Kryptowährungsbörsen werden. Für einen ETF, der im Januar 2024 gestartet ist, ist das schnelle Wachstum von IBIT bemerkenswert.
BlackRocks Fonds vereint etwa 70% des Handelsvolumens unter den US-Spot-Bitcoin (BTC) ETFs auf sich.
Diese Dominanz hat sich noch verstärkt, da institutionelle Halter ihr Engagement zunehmend über börsengehandelte Produkte und nicht mehr direkt über Kryptobörsen aufbauen.
Q1 2026: ETF-Überzeugung auf dem Prüfstand
Trotz des sprunghaften Anstiegs des Handelsvolumens bei IBIT zeigen die Daten zu den gesamten ETF-Zuflüssen im ersten Quartal ein komplexeres Bild.
Spot-Bitcoin-ETFs verzeichneten im ersten Quartal Nettoabflüsse von 496,5 Millionen USD, wobei allein in den ersten zwei Monaten 1,8 Milliarden USD abgezogen wurden.
Der Bitcoin-Kurs fiel im ersten Quartal 2026 um 23,8%. Das war die schlechteste Entwicklung in einem ersten Quartal seit 2018. Der Kursrückgang wurde durch geopolitische Spannungen im Nahen Osten und die vorsichtige Haltung der US-Notenbank verstärkt und führte im Januar und Februar zu starken Mittelabflüssen.
Zahlen von SoSoValue zeigen jedoch, dass die Fonds im März 1,32 Milliarden USD hinzugefügt haben und damit eine Durststrecke beendeten, die seit Oktober 2025 anhielt. Die Entwicklung im März bedeutete für die Spot-BTC-ETFs den ersten monatlichen Nettozufluss im Jahr 2026.
Am 2. April verbuchten die US-Spot-Bitcoin-ETFs einen leichten Nettozufluss von 8,99 Millionen USD, angeführt von Fidelitys FBTC mit 7,29 Millionen USD.
Spot-Ethereum-ETFs verzeichneten hingegen Nettoabflüsse von 71,17 Millionen USD, wobei BlackRocks ETHA mit 46,66 Millionen USD den größten Tagesabzug verzeichnete.
ETF-Zuflüsse: Wie geht es jetzt weiter?
Der Kontrast zwischen dem starken Volumenanstieg bei IBIT und den uneinheitlichen Zuflüssen der gesamten Branche wirft eine zentrale Frage auf.
- Handelsaktivität bedeutet nicht automatisch, dass frisches Kapital in den Markt fließt.
- Hohe Volumina können auch ein Hinweis auf Absicherungen, Umschichtungen oder kurzfristige Positionierungen sein.
Spot-Bitcoin-ETFs schlossen das erste Quartal mit ihrer zweit-schlechtesten Quartalsbilanz seit ihrer Einführung ab, nur das vierte Quartal 2025 mit Nettoabflüssen von 1,15 Milliarden USD fiel noch schwächer aus.
Ob der April das Momentum aus dem März aufrechterhält oder wieder zu den Mustern aus dem Quartalsbeginn zurückkehrt, hängt vermutlich von gesamtwirtschaftlichen Signalen und der Stabilität des Bitcoin-Kurses ab.
In der Zwischenzeit bestätigt die Tatsache, dass IBIT beim Handelsvolumen mit Krypto-nativen Börsen gleichzieht, dass die Grenze zwischen klassischer Finanzwelt und digitalen Vermögenswerten weiter verschwimmt.