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Blue Owl stoppt Auszahlungen wegen Private-Credit-Krise: Droht Krypto jetzt Gefahr?

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Geschrieben von
Kamina Bashir

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Redigiert von
Phil Haunhorst

20 Februar 2026 13:00 CET
  • Blue Owl stoppt Auszahlungen beim privaten Retail-Schuldenfonds dauerhaft
  • Das Unternehmen zahlt wegen steigender Auszahlungsforderungen nun durch den Verkauf von Vermögenswerten aus
  • Analysten warnen: Stress im 3-Bio.-USD-Privatkreditmarkt
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Die private Kapitalfirma Blue Owl Capital, die mehr als 307 Mrd. USD an verwaltetem Vermögen verwaltet, hat die Rückzahlungen von Investoren bei einem auf Privatanleger fokussierten Schuldenfonds dauerhaft gestoppt.

Wirtschaftsexperten sind deshalb besorgt. Zudem stellt sich nun die wichtige Frage, ob der private Kreditmarkt auch Auswirkungen auf den gesamten Krypto-Markt haben könnte.

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Alle Infos zu Blue Owls neuen Rückgabe-Regeln

Laut Bloomberg gab es in letzter Zeit mehr Anträge auf Auszahlung bei der privaten Kreditfirma. Das lag auch daran, dass sich Investoren wegen der Beteiligung an Software-Firmen sorgten, während das Thema Künstliche Intelligenz boomt.

Laut FT ist der Blue Owl Capital Corp II (OBDC II) Fonds bereits seit November für Auszahlungen gesperrt. Die Firma hatte davor angekündigt, dass Investoren später in diesem Quartal vielleicht wieder Geld abziehen könnten. Diesen Plan hat Blue Owl nun aber verworfen.

Anfang dieser Woche teilte das Unternehmen mit, dass die vierteljährlichen Auszahlungen für OBDC-II Anleger nicht mehr möglich sind. Stattdessen plant Blue Owl, Gewinne über regelmäßige Zahlungen, die an Verkäufe von Vermögenswerten gekoppelt sind, auszuschütten.

„Wir stoppen keine Auszahlungen. Wir ändern nur die Art, wie wir Auszahlungen anbieten“, sagte Blue-Owl-Co-Präsident Craig Packer am Donnerstag laut Reuters in einer Telefonkonferenz mit Analysten.

Laut Packer sollen Ausschüttungen an Fondsanleger etwa 30 Prozent des Fonds-Werts ausmachen – bisher lag die Grenze bei 5 Prozent.

„Wir geben das Sechsfache an Kapital zurück und zahlen es an alle Anteilseigner in den nächsten 45 Tagen aus. Außerdem werden wir diesen Plan in den kommenden Quartalen weiterverfolgen, um Kapital an OBDC II Investoren zurückzugeben“, kommentierte Blue Owl zu seinem neuesten Plan (Quelle).

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Blue Owl hat außerdem rund 1,4 Mrd. USD an Vermögenswerten aus drei Kreditfonds verkauft. Wie Bloomberg berichtet, sind der Versicherer Kuvare aus Chicago, das California Public Employees’ Retirement System, Ontario Municipal Employees Retirement System und British Columbia Investment Management Corp. die Käufer der Schulden, so Personen, die Bescheid wissen. Blue Owl erklärte zudem, dass die Kredite zu 99,7 Prozent des Nennwerts verkauft wurden.

Druck auf den Private-Credit-Markt steigt

Der Marktanalyst Crypto Rover meint, dass die eingefrorenen Auszahlungen von Blue Owl die wachsenden Probleme im 3-Bio. USD schweren privaten Kreditsektor zeigen. Er sieht mehrere Warnzeichen.

Etwa 40 Prozent der direkten Darlehensfirmen berichten inzwischen über einen negativen freien operativen Cashflow. Die Ausfallraten bei mittelgroßen Kreditnehmern sind auf 4,55 Prozent gestiegen und steigen weiter an.

Bemerkenswert ist auch: 30 Prozent der Firmen mit Schulden bis 2027 zeigen eine negative EBITDA, dadurch ist eine Anschlussfinanzierung schwierig. Zudem übersteigen Herabstufungen von Kreditratings seit sieben Quartalen die Verbesserungen.

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„Wenn der Druck im privaten Kreditmarkt anhält, trifft das zuerst kleine Unternehmen, die auf diesen Markt angewiesen sind. Außerdem werden Anschlusskredite teurer, und mehr Unternehmen werden ausfallen, was einen Teufelskreis auslöst. Man kann das nur brechen, wenn die Zinsen gesenkt und mehr Liquidität bereitgestellt wird“, sagte der Analyst.

Der Ökonom Mohamed A. El-Erian fragt sich, ob die Lage ein Frühwarnsignal wie 2007 vor der globalen Finanzkrise von 2008 sein könnte.

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Folgen für die Krypto-Märkte

Stress im privaten Kreditmarkt überträgt sich nicht automatisch direkt auf den Krypto-Markt, aber indirekte Verbindungen sind wichtig. Eine aktuelle Analyse von BeInCrypto zeigt, dass der Bitcoin-Kurs die Entwicklung von US-Software-Aktien nah verfolgt.

Ein großer Teil des privaten Kreditmarkts finanziert Software-Firmen, so sind die Märkte durch ähnliche Wachstumsrisiken miteinander verbunden. Wenn Geld schwerer zu bekommen ist oder die Gefahr besteht, dass Kredite nicht verlängert werden, kann das die Bewertungen im Software-Bereich belasten.

Mehr Ausfälle, höhere Risikoaufschläge und schlecht zugängliches Kapital drücken dann vermutlich auf Wachstumstitel. Der Bitcoin-Kurs entwickelt sich bei straffer Geldpolitik häufig ähnlich wie Wachstumsaktien. Hält die Schwäche bei Softwarefirmen an, kann dies auch auf die Krypto-Märkte abfärben.

Das ist jedoch eher ein allgemeiner wirtschaftlicher Effekt als eine direkte Verbindung. Entscheidend ist, wie die Finanzmärkte insgesamt reagieren. Falls sich die Lage verschärft und die Finanzbedingungen strenger werden, könnte sich das negativ auf Bitcoin und Tech-Unternehmen auswirken.

Falls hingegen die Zentralbanken die Geldpolitik lockern oder neue Liquidität bereitstellen, könnte Krypto davon profitieren. Im Moment ist das Risiko eher zyklisch und hängt von der Liquidität ab, betrifft aber nicht direkt die digitalen Vermögenswerte selbst.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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