BNP Paribas baut sein Engagement im Bereich digitaler Vermögenswerte weiter aus und bringt sechs neue börsengehandelte Schuldverschreibungen (ETNs), die mit Kryptowährungen verbunden sind, auf den Markt. Diese Produkte bieten einen indirekten Zugang zu den Kursbewegungen digitaler Vermögenswerte wie Bitcoin und Ethereum.
Für die größte europäische Bank gemessen an Vermögenswerten ist dieser Schritt ein bedeutender Ausbau ihrer Strategie, traditionelle Finanzdienstleistungen mit dem Krypto-Ökosystem zu verbinden.
BNP bringt neue ETNs: Was Anleger jetzt wissen sollten
Allerdings schränken die europäischen Compliance-Vorgaben die Einführung stark ein. Die Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II) verpflichtet die Bank dazu, strenge Schutzmaßnahmen für Investoren einzuhalten.
Die ETNs werden für eine breite Kundengruppe angeboten, darunter Privatbankkunden, Unternehmer und digital-affine „Hello bank”-Kunden.
„Diese ETNs sind regulierte Produkte, die Zugang zur Wertentwicklung von Krypto-Vermögenswerten durch eine indirekte Investition bieten, ohne dass ein direkter Kauf oder das Halten von Bitcoin oder Ether erforderlich ist. Diese Wertpapiere werden von anerkannten Vermögensverwaltern ausgegeben, die BNP Paribas aufgrund ihrer Stabilität und Risikomanagementsysteme ausgewählt hat”, teilte die Bank mit.
Der Zugang ist jedoch klar geregelt. Retail-Kunden müssen strenge Eignungstests bestehen, um ihr Verständnis für risikoreiche und äußerst volatile Märkte nachzuweisen, bevor sie handeln dürfen.
Für Investoren ist eine sorgfältige Risikobewertung bei diesen Produkten besonders wichtig.
Physisch besicherte Krypto-börsengehandelte Fonds (ETFs) halten den zugrunde liegenden Bitcoin oder Ethereum in spezialisierten Cold Storage-Einrichtungen. Im Unterschied dazu werden diese ETNs als nicht besicherte Schuldverschreibungen von der Bank ausgegeben.
Sie ermöglichen einen reibungslosen, synthetischen Zugang zu den Kursbewegungen einzelner Kryptowährungen oder zu breiteren Körben digitaler Vermögenswerte. Käufer gehen jedoch grundsätzlich das Kreditrisiko von BNP Paribas ein.
Der neue Retail-Fokus erfolgt nur einen Monat, nachdem BNP erfolgreich eine tokenisierte Aktienklasse eines französischen Geldmarktfonds auf der öffentlichen Ethereum-Blockchain eingeführt hat. Dies macht deutlich, dass die Digital-Asset-Ambitionen der Bank mittlerweile weit über den institutionellen Bereich hinausgehen.
Der überlegte Start von BNP fällt zudem mit einer deutlich gelockerten Regulierung für Krypto-Produkte weltweit zusammen.
Der entscheidende Kurswechsel der britischen Finanzaufsichtsbehörde FCA im Oktober 2025 unterstreicht diesen Wandel. Im vergangenen Jahr ermöglichte die Aufsichtsbehörde die Rückkehr von Krypto-ETNs für britische Retail-Kunden nach einem mehrjährigen Verbot.
Letztlich zeigt dies, dass traditionelle Finanzinstitute unterschiedliche Anlageinstrumente bieten, um die Nachfrage von Retail-Anlegern nach volatilitätsstarken Web3-Produkten sicher abzubilden.