Cardano hat in den letzten Wochen Schwierigkeiten, einen nachhaltigen Aufwärtstrend zu erreichen. Der Coin liegt rund 4 Prozent im Minus in den vergangenen 24 Stunden und fast 9 Prozent im letzten Monat. Dies zeigt die allgemeine Schwäche im Kryptomarkt. Dennoch ist der Zeitpunkt der aktuellen Kennzahlen bemerkenswert.
Der Markt befindet sich in einem Wochenend-Fenster. In dieser Phase gibt es oft weniger Liquidität und schnellere Reaktionen auf technische Signale. Gleichzeitig ist der Verkaufsdruck auf der Cardano-Chain deutlich gesunken. Parallel dazu zeigt sich auf dem Chart eine Veränderung des Momentums. Diese Entwicklungen führen zu einer wichtigen Frage: Könnte Cardano am Wochenende eine Erholung versuchen?
Bullische Divergenz zeigt: Reaktion am Wochenende könnte schneller kommen
Im 12-Stunden-Chart zeigt Cardano eine bullische Divergenz zwischen dem Kursverlauf und dem Relative Strength Index (RSI), einem Momentum-Indikator.
Zwischen dem 13. Februar und dem 6. März erreichte der Cardano-Kurs ein tieferes Tief, während der RSI ein etwas höheres Tief bildete. Solche Strukturen treten häufig am Ende von Abwärtsphasen auf, wenn der Verkaufsdruck nachlässt.
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Aus Sicht von Käufern und Verkäufern deutet dieses Muster darauf hin, dass der Kurs zwar gefallen ist, die Verkäufer aber ihre Kontrolle über das Momentum verlieren. Käufer nehmen parallel die Coins zu niedrigeren Kursen langsam auf. Solche Divergenzen zeigen meist rasch Wirkung, besonders in Phasen mit wenig Liquidität wie beim Wochenendhandel.
Wenn Käufer auf dieses Signal reagieren, kommt es meist schnell zu einer Erholung.
Allein Momentum-Signale bewegen den Kurs allerdings selten. Nun zeigen auch On-Chain-Kennzahlen eine Veränderung, die eine Erholung unterstützen könnte.
Tiefpunkt bei Profitabilität und 50-Prozent-Rückgang beim Verkaufsdruck: Starke Argumente für eine Kurserholung
On-Chain-Daten zeigen, dass der Anteil der umlaufenden Cardano-Coins, der aktuell im Gewinn liegt, zuletzt einen lokalen Tiefpunkt erreicht hat. Dieser Wert zeigt, wie viele Coins über ihrem Einkaufskurs gehalten werden. Sinkt die Rentabilität, verbleiben weniger Investoren im Gewinn, was meist die Verkaufsbereitschaft senkt.
Eine ähnliche Lage gab es am 4. März, als dieser Wert auf etwa 9,43 Prozent fiel und Cardano bei rund 0,26 USD notierte. Innerhalb eines Tages stieg der Kurs auf circa 0,28 USD, das entsprach einer Erholung von etwa 8 Prozent.
Nun ist die Kennzahl erneut gefallen: Von 11,3 Prozent am 5. März auf etwa 7,03 Prozent zum Redaktionsschluss. Damit wurde wieder ein lokaler Tiefpunkt gebildet, der eine Erholungsbewegung unterstützen könnte. Parallel dazu ist der Verkaufsdruck auf der gesamten Chain stark gesunken. Daten zur Kennzahl Spent Coins Age Band – diese misst, wie viele Coins aller Altersgruppen On-Chain bewegt werden und zeigt häufig die Verteilungsaktivität – belegen eine deutliche Verlangsamung.
Der Indikator erreichte am 27. Februar einen Höchststand mit etwa 171,42 Millionen Coins, ist aber nun auf rund 89,97 Millionen gefallen (ein Monatstief). Das entspricht einem Rückgang des Verkaufsdrucks um fast 50 Prozent.
Wenn weniger Coins On-Chain für eine mögliche Verteilung bewegt werden, deutet dies oft darauf hin, dass Halter weniger bereit sind, auf dem aktuellen Kursniveau zu verkaufen. Dadurch kann der kurzfristige Angebotsdruck am Markt sinken.
Da sowohl Rentabilität als auch Aktivität beim Auflösen auf sinkenden Verkaufsdruck deuten, liegt der Fokus nun auf den Kursbereichen, die darüber entscheiden könnten, ob Cardano eine Erholung am Wochenende schafft.
Cardano-Kurs: Diese Marken sind am Wochenende entscheidend
Aus technischer Sicht markieren die Fibonacci-Extension-Zonen — gezogen vom Anstieg am 11. Februar bis zum Hoch am 25. Februar und dem Rücksetzer am 6. März — wichtige Kursbereiche. ADA wird aktuell bei etwa 0,258 USD gehandelt, knapp über der Unterstützung bei 0,255 USD.
Gelingt es den Käufern, diesen Bereich zu halten, liegt das nächste Ziel einer Erholung bei rund 0,270 USD. Dies entspricht etwa 5 Prozent Aufschlag auf den aktuellen Kurs. Diese Zone war seit Anfang März mehrfach ein Widerstand.
Ein Anstieg über 0,270 USD könnte den ADA-Kurs in Richtung 0,279 USD führen – ein Niveau, an dem mehrere Rallyes zuletzt gescheitert sind.
Ein stärker bullisches Momentum würde sich erst zeigen, wenn Cardano den Bereich zwischen 0,287 und 0,294 USD zurückerobert, an dem vorherige Erholungen stoppten.
Allerdings würde das Erholungsszenario schwächer werden, wenn der Kurs von ADA unter 0,255 USD fällt. Ein Durchbruch an dieser Stelle könnte den Kurs in Richtung 0,250 USD drücken, wodurch die kurzfristige Aufwärtsbewegung ungültig werden würde.
Im Moment deuten die Kombination aus einer bullischen Divergenz, einem Profitabilitätstief sowie ein Rückgang des Verkaufsdrucks um 50 Prozent darauf hin, dass Cardano am Wochenende versuchen könnte, sich zu erholen. Dennoch könnte die Bewegung schwach bleiben, sofern Käufer den Kurs nicht über naheliegende Widerstandsbereiche drücken.