Der Cardano-Kurs ist zusammen mit dem gesamten Krypto-Markt gestiegen und hat in den letzten 24 Stunden etwa fünf Prozent zugelegt. Dadurch konnte sich der Token fast zehn Prozent vom Tiefpunkt am 4. März erholen. Das sorgt kurzfristig für Entlastung nach einigen Wochen mit schwachen Kursen. Trotzdem bleiben die grundlegenden Risiken für den Coin bestehen.
Die technische Analyse zeigt Schwäche. Zudem gibt es mehr Bewegungen der Coins auf der Chain und ein Ungleichgewicht bei den Positionen der Händler mit Hebeln. Das alles weist darauf hin: Die aktuelle Erholung könnte trotzdem unter Druck geraten. Um dieses Risiko zu verstehen, schauen wir zuerst auf das Chartbild.
Versteckte bärische Divergenz: Starke Coin-Bewegung sorgt für Spannung
Die Kursstruktur von Cardano zeigt im 12-Stunden-Chart aktuell eine Kopf-Schulter-Formation. Diese Formation kann auf eine mögliche Trendwende hinweisen. Sie hat sich ab Anfang Februar gebildet. Die linke Schulter, der Kopf und die rechte Schulter sind nun sichtbar. Die Unterstützungslinie (Nackenlinie) dieser Formation liegt knapp bei 0,26 USD.
Am 4. März drohte Cardano kurzzeitig, unter diese Linie zu fallen. Der Aufschwung im Krypto-Markt trieb den Kurs aber nach oben und ADA schaffte eine Erholung von etwa zehn Prozent. Dennoch bleibt das technische Bild riskant.
Zwischen dem 2. und 4. März machte Cardano zwei tiefere Hochs. Zur gleichen Zeit zeigte der Relative Strength Index (RSI) jedoch höhere Hochs.
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Der RSI zeigt, wie stark die Kursbewegungen sind. Er vergleicht die Gewinne und Verluste der letzten Zeit. Wenn der Kurs tiefere Hochs macht, aber der RSI höhere Hochs zeigt, spricht man von einer versteckten bärischen Divergenz. Das passiert meist im Abwärtstrend und kann bedeuten: Der Trend setzt sich fort und Verkäufer bleiben aktiv – auch wenn es zwischendurch Erholungen gibt.
Auch Daten aus der Chain bestätigen dieses Risiko. Das Spent Coins Age Band, ein Wert, der anzeigt, wie viele länger gehaltene Coins bewegt werden, zeigt plötzlich viel Aktivität, die mit Verkäufen zusammenhängen kann.
Am 3. März wurden ungefähr 93 Millionen ADA über die Chain bewegt. Am 5. März lag dieser Wert dann bei über 143 Millionen ADA – ein Anstieg der Coin-Bewegungen um 54 Prozent.
Inzwischen ist der Wert wieder auf fast 81 Millionen ADA gefallen. Der vorherige Anstieg zeigt aber, dass viele Inhaber ihre Coins während der Erholung bewegt haben – vielleicht mit Verkaufsabsicht. Dies führt zum nächsten wichtigen Punkt: Händler mit Hebel nutzen diese Lage ebenfalls.
Mehr Long-Hebel: Liquidationsgefahr steigt, Spot-Nachfrage sinkt
Während die On-Chain-Aktivität auf mögliche ADA-Verkäufe hindeutet, zeigen die Derivate-Märkte ein weiteres Problem.
Bei der Binance ADA/USDT-Liquidation Map haben Händler mit Hebel aktuell viel mehr Long- als Short-Positionen geöffnet.
Das zeigen 30-Tage-Daten:
- Long-Liquidation mit Hebel: etwa 22 Mio. USD
- Short-Liquidation mit Hebel: rund 17 Mio. USD
Das bedeutet, Long-Positionen übersteigen Short-Positionen um ungefähr 26 Prozent. Dieser Long-Überhang ist zwar nicht extrem, mahnt aber zur Vorsicht.
Wenn so viele Händler auf steigende Kurse setzen und das Chartbild bärisch bleibt, kann es zu mehr Abwärtsbewegungen kommen. Bei fallenden Kursen müssen diese Long-Positionen oft geschlossen werden, was Liquidationen auslöst. Dadurch kann der Kurs noch schneller fallen. Normalerweise gleicht starke Nachfrage am Spot-Markt diesen Druck aus.
Die Aktivitäten der großen Marktteilnehmer (Wale) zeigen aber, dass dieser Rückhalt im Moment eher schwach ist.
Daten zu Wallets zeigen, dass Inhaber großer Mengen zuletzt ihre Bestände kaum erhöht haben.
Adressen, die folgende Mengen halten:
- 100 Millionen bis 1 Milliarde ADA
- Mehr als 1 Milliarde ADA
haben ihre Bestände größtenteils nicht verändert.
Nur die Gruppe mit 10 Millionen bis 100 Millionen ADA hat ein wenig zugekauft und hält jetzt 16,69 Milliarden ADA statt vorher 16,67 Milliarden ADA. Dieser Anstieg hat einen Wert von etwas mehr als fünf Mio. USD.
Dieser Anstieg ist eher klein und zeigt keine starke neue Nachfrage beim Kauf. Da die Wale meist inaktiv sind und sich die Coins mehr bewegen, könnte die nötige Nachfrage am Spotmarkt fehlen, falls der Verkaufsdruck steigt. Dadurch werden die wichtigen Kurs-Marken bei Cardano besonders entscheidend.
Cardano-Kurs steht vor entscheidender Prüfung zwischen 0,28 und 0,25 USD
Cardano wird aktuell knapp unter 0,27 USD gehandelt und liegt damit nahe an der Nackenlinie der Kopf-Schulter-Formation. Nun bestimmen mehrere Marken die weitere Richtung.
Der erste Widerstand liegt bei etwa 0,28 USD. Dieser Bereich hat seit Ende Februar den Kurs mehrmals abgewiesen. Schließt eine Zwölf-Stunden-Kerze über 0,28 USD, zeigt das, dass die Käufer wieder mehr Kontrolle bekommen.
Wenn das Momentum weiter steigt, kommt der nächste Widerstand bei 0,29 USD. Dort bildete sich die rechte Schulter des Musters. Ein starker Ausbruch über 0,31 USD würde die bärische Struktur ganz aufheben. Wird diese Marke überschritten, liegt der Kurs über dem Kopf des Musters und es könnte ein größerer Trendwechsel beginnen.
Allerdings gibt es weiterhin Risiken nach unten, falls die Unterstützung nicht hält. Fällt der Kurs unter 0,25 USD, wäre das ein deutliches Zeichen für einen Bruch der Kopf-Schulter-Formation. In diesem Fall könnte Cardano bis auf 0,21 USD sinken, was etwa 18 Prozent unter der Nackenlinie liegt.
Bisher hat die Erholung um zehn Prozent den Bruch noch verhindert. Dennoch deuten versteckte bärische Divergenzen, ein stärkerer Coin-Umlauf und hohe Long-Positionen darauf hin, dass der Markt in den nächsten Tagen noch eine wichtige Prüfung erleben kann. Nur ein Zwölf-Stunden-Schlusskurs über 0,28 USD kann die Gefahr im Moment abwenden.