China prüft Berichten zufolge die Möglichkeit, einen Yuan-Stablecoin für Öltransaktionen zu nutzen, was die internationale Nutzung seiner Währung erheblich vorantreiben könnte.
Die China National Petroleum Corporation (CNPC), eines der größten Energieunternehmen der Welt, hat kürzlich Pläne bekannt gegeben, eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung von Stablecoins für grenzüberschreitende Abrechnungen und Zahlungen zu beginnen.
CNPC erwähnt Zahlungen mit Yuan-Stablecoin
Laut Reuters wird Chinas Staatsrat auf dem bevorstehenden Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) über die Ausweitung der Nutzung von Yuan-Stablecoins diskutieren.
Die chinesische Regierung sieht Stablecoins als vielversprechendes Werkzeug, um den globalen Einfluss des Yuan zu erweitern. Der Yuan macht nur 2,88 Prozent der internationalen Zahlungen über SWIFT aus, was weit hinter dem Anteil des US-Dollars von 47,19 Prozent liegt.
Ölzahlungen waren traditionell das Gebiet einer dominanten Weltwährung. Wenn ein bedeutender Zahlungskanal wie der Ölhandel gesichert wird, könnte dies den Anteil des Yuan erheblich steigern.
China hat eine Geschichte der Nutzung eines „Petroyuan“-Ansatzes für den Ölhandel, insbesondere in seinen Transaktionen mit Russland. Es folgt im Wesentlichen dem von den USA gesetzten Präzedenzfall mit dem Petrodollar. Zum Beispiel wurden bis 2024 90 Prozent des Handels zwischen den beiden Nationen in Yuan und Rubel abgewickelt, wobei der Dollar umgangen wurde.
Die Aussage der CNPC, dass sie die Stablecoin-Lizenzierungstrends der Hongkonger Währungsbehörde genau beobachtet, könnte als Absicht interpretiert werden, selbst ein Stablecoin-Emittent zu werden. Wenn ein erstklassiges Energieunternehmen wie die CNPC Stablecoins für grenzüberschreitende Transaktionen nutzt, könnten sich die Abwicklungszeiten und -kosten drastisch reduzieren.
Die chinesische Regierung hat bereits begonnen, Rollen zu verteilen. Hongkong übernimmt die praktische Rolle eines Hubs, da es bereits ein Stablecoin-Regulierungssystem implementiert und betrieben hat.
Gemischte Reaktionen in China: Hoffnungen und Zweifel an Stablecoins
Öffentliche Reaktionen in China zeigen ebenfalls starke Unterstützung für die Idee. In sozialen Medien nannten einige Kommentatoren den Yuan-Stablecoin „gute Nachrichten“. Sie schlugen vor, dass er einen saubereren Geldkanal für gewöhnliche Chinesen schaffen und den Offshore-Yuan-Markt erweitern könnte.
Analysten betonten seine potenzielle Rolle im Handel der Neuen Seidenstraße und als strategische Antwort auf die Dominanz des US-Dollars bei globalen Stablecoins. Diese positiven Stimmen unterstrichen die Hoffnung, dass Stablecoins Chinas finanziellen Einfluss im Ausland stärken könnten.
Gleichzeitig ist nicht jeder in China vollständig davon überzeugt, Stablecoins zu übernehmen. Der ehemalige Gouverneur der PBoC, Zhou Xiaochuan, hat starke Warnungen ausgesprochen und argumentiert, dass die Zirkulation von Stablecoins ohne vollständige Reserven zu einer „Überemission von Währungen“ führen und Risiken durch Hebelwirkung verstärken könnte.
Er stellte auch infrage, ob tokenisierte Systeme realistisch traditionelle kontobasierte Zahlungen ersetzen könnten. Zhou warnte vor spekulativem Missbrauch und potenziellen Bedrohungen für Chinas Kapitalverkehrskontrollen. Seine Bemerkungen heben eine vorsichtige Strömung in Peking hervor, selbst wenn politische Berater für eine stärkere Nutzung digitaler Währungen plädieren.
In der Zwischenzeit wird in Shanghai ein internationales Operationszentrum für den digitalen Yuan eingerichtet. Wichtige Regulierungsbehörden, darunter die People’s Bank of China (PBOC), sollen spezifische Umsetzungsaufgaben zugewiesen bekommen. Der Wettbewerb zwischen den USA und China um die Ausgabe von Stablecoins wird voraussichtlich intensiver werden.
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