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Coinbase wegen Krypto-Verwahrung mit Aktionärsklage konfrontiert

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Geschrieben von
Lockridge Okoth

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Redigiert von
Leonard Schellberg

06 März 2026 12:30 CET
  • Coinbase CEO und Führungskräfte sehen sich einer Aktionärsklage wegen Falschangaben gegenüber.
  • Die Klage betrifft Verwahrung von Kundengeldern, Token-Listings und Geldwäscheprävention.
  • Aktionäre fordern Schadensersatz, Reformen und verbesserte Unternehmensführung.
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Coinbase CEO Brian Armstrong und weitere Top-Führungskräfte stehen wegen angeblicher Falschangaben zu Verwahrung, Token-Listings und Geldwäscheprävention vor einer Aktionärsklage.

Die Klage wurde von Aktionär Kevin Meehan im Namen von Coinbase beim US-Bezirksgericht für den Distrikt New Jersey eingereicht. Als Beklagte sind Armstrong, Mitgründer Fred Ehrsam, CLO Paul Grewal, Präsidentin Emilie Choi sowie mehrere Vorstandsmitglieder benannt.

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Verwahrungsrisiken und Insolvenzgefahr rücken Coinbase-Führungskräfte in den Fokus

Die Klage behauptet, dass zwischen April 2021 und Juni 2023 die Coinbase-Führung „wesentlich falsche und irreführende Aussagen“ getroffen und damit Treuepflichten verletzt habe.

Dadurch, so die Klage, werde das Unternehmen unter anderem von Aufsichtsbehörden genauer geprüft. Zudem entstehe ein rechtliches Risiko und ein Imageschaden.

Im Mittelpunkt steht vorwiegend der Umgang von Coinbase mit Kundengeldern. Die Klage wirft dem Unternehmen vor, Kundengelder in gehosteten Wallets als „Verwahrvermögen von Coinbase zugunsten der Kunden“ ausgegeben zu haben, obwohl dies so nicht zutreffe.

Gleichzeitig habe die Börse nicht offengelegt, dass diese Vermögenswerte im Falle einer Insolvenz als Firmeneigentum gelten könnten. Dies könne Kunden womöglich nur noch zu ungesicherten Gläubigern machen.

Die Kläger behaupten außerdem, dass Coinbase Kundengelder von Privatkunden vermischt habe, während für institutionelle Kunden getrennte Verwahrstrukturen bestehen. Dadurch entstehe ein Unterschied zwischen den Marketingversprechen und dem tatsächlichen rechtlichen Risiko.

Vorwürfe zu Wertpapier-Listings: Was Sie jetzt wissen müssen

In der Klage heißt es zudem, dass Coinbase mehrfach behauptet habe, der hauseigene Prüfprozess verhindere die Aufnahme von Wertpapieren auf der Plattform. Dem stünden jedoch interne und externe Hinweise entgegen, dass einige Token Wertpapier-Risiken aufweisen.

Die Klage bezieht sich auf die Maßnahmen der US-Wertpapieraufsicht (SEC) aus Juni 2023, die Coinbase vorwarf, unter anderem nicht registrierte Wertpapiere wie Solana und Cardano gelistet zu haben.

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Obwohl die SEC-Klage 2025 unter neuer Führung eingestellt wurde, sind die Kläger der Meinung, die Aussagen hätten Anleger über das Risiko von Wertpapier-Vorschriften getäuscht.

Mängel bei AML und Strafen durch Behörden

Die Kläger weisen auch auf Coinbases Vergleich im Januar 2023 mit dem New York State Department of Financial Services (NYDFS) hin. Der Vergleich hatte ergeben, dass es „weitreichende und lang anhaltende Mängel“ im Geldwäsche-Schutz-Programm von Coinbase gab.

Coinbase stimmte einer Strafe von 50 Millionen USD zu und sagte weitere 50 Millionen USD zur Verbesserung der Compliance innerhalb von zwei Jahren zu.

In der Klage werden zudem Mängel bei KYC-Prozessen, Kundenüberprüfung, Transaktionsüberwachung und zeitnaher Meldung verdächtiger Aktivitäten geschildert. Dadurch sei die Plattform unter anderem anfällig für Betrug, Geldwäsche und weitere Straftaten.

Vorstand verkauft Aktien – jetzt im Fokus

Die Kläger geben zudem an, mehrere Führungskräfte hätten während der Direktnotierung von Coinbase im Jahr 2021 Unternehmensaktien verkauft, obwohl sie über wichtige, nicht öffentliche Informationen verfügten.

Die Kläger fordern Schadensersatz für Aufsichts- und Rechtsstrafen, Rufschädigung sowie die Rückzahlung von Gehältern und Erlösen aus Aktienverkäufen der Führungskräfte.

Folgen von Derivateklagen: Was bedeutet das für Sie?

Bei einer solchen Aktionärsklage im Interesse der Gesellschaft würde ein etwaiger Schadensersatz direkt Coinbase zufließen, nicht den Anlegern. Die Aktionäre könnten jedoch indirekt durch Rückzahlungen oder bessere Unternehmensführung profitieren.

Die Klage fordert außerdem Reformen bei der Unternehmensführung, verbesserte Compliance-Maßnahmen sowie die Erstattung von Anwaltskosten.

Laut Bill Hughes, Senior Counsel von Consensys, zeigt der Fall das zunehmende Interesse an der Prüfung von Verwahrpraktiken, Compliance-Standards und der Verantwortung des Managements in der Krypto-Branche.

„Der Coinbase-Vorstand verteidigt nun eine Klage, die im Namen der Aktionäre erhoben wurde und eine wesentliche Falsch- oder Irreführung, Treuepflichtverletzungen sowie das Risiko erheblicher behördlicher und rechtlicher Folgen behauptet“, sagte er.

Der Fall macht deutlich, wie sich rasch ändernde regulatorische Anforderungen und Erwartungen der Investoren zunehmend auf die Arbeitsweise und die Führung von großen Krypto-Börsen auswirken.

Coinbase hat bisher noch keine öffentliche Stellungnahme abgegeben.

Haftungsausschluss

In Übereinstimmung mit den Richtlinien des Trust Project verpflichtet sich BeInCrypto zu einer unvoreingenommenen, transparenten Berichterstattung. Dieser Artikel zielt darauf ab, genaue und aktuelle Informationen zu liefern. Den Lesern wird jedoch empfohlen, die Fakten unabhängig zu überprüfen und einen Fachmann zu konsultieren, bevor sie auf der Grundlage dieses Inhalts Entscheidungen treffen.

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